Projekt über Deutsche und Niederländer
Die Grenze erleben

Münster -

Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet kann man nicht nur gut leben – man kann auch was er-leben. Das zeigte das Projekt „Grenzgeschichten Grensverhalen“ am Samstag im Haus der Niederlande.

Montag, 13.05.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 14:56 Uhr
Diskutierten über Grenzgeschichten (v.l.): Jan Oostenbrink, Experte und Berater für grenzüberschreitende Kooperationen, Christiane Cantauw, Geschäftsführerin der Volkskundliche Kommission Westfalen, und Projektleiterin Dr. Alexandra Bloch Pfister.
Diskutierten über Grenzgeschichten (v.l.): Jan Oostenbrink, Experte und Berater für grenzüberschreitende Kooperationen, Christiane Cantauw, Geschäftsführerin der Volkskundliche Kommission Westfalen, und Projektleiterin Dr. Alexandra Bloch Pfister. Foto: Maria Conlan

Wechselvoll und spannend ist die gemeinsame Geschichte des deutsch-niederländischen Grenzgebiets. Das Projekt „Grenzgeschichten Grensverhalen“ zeigt dies mit den gesammelten Zeitzeugenberichten. Am Samstag führte die Historikerin und Projektleiterin Dr. Alexandra Bloch Pfister im Zentrum für Niederlande-Studien dazu einen Aktionstag durch.

Über 90 Geschichten stehen auf der Internetseite zum Nachlesen bereit. Am Samstag konnten die Besucher auf Schautafeln Beispiele sehen: über Freundschaften und Kriegsgeschichten, aber auch Schmuggeln und „Busentee“. „Auch die Liebe endet nicht an der Grenze“, erzählte Bloch Pfister. Ihr Ziel ist ein Onlinearchiv mit neuen Perspektiven und persönlichen Erfahrungen zum Nachlesen und als Arbeitsgrundlage für den kulturhistorischen Austausch.

Der Aktionstag begann mit einem Podiumsgespräch zwischen Bloch Pfister und Christiane Cantauw von der Volkskundliche Kommission Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, sowie dem Niederländer Jan Oostenbrink, Experte und Berater für interkulturelles Management.

Cantauw sprach von „kleinen Perlen“, die in den Erzählungen enthalten sind, eine Bereicherung für die Geschichts- und Kulturwissenschaft: „Man kann vieles lernen“, zeigte sich Cantauw überzeugt und erläuterte, wie sich Geschichte aus vielen Quellen zusammen setze, eben auch ganz persönliche Erfahrungen und Sichtweisen.

Oostenbrink pflichtete ihr bei, dass dadurch ein besseres Geschichtsverständnis möglich sei, wünschte sich jedoch doch, dass die gewonnenen Einsichten auch zur Anwendung kommen, um das Anderssein des Nachbarn zu verstehen und im Miteinander nutzen zu können. Geschichtsverständnis und die Anwendbarkeit dieser Einsichten – das seien Grundlagen für Frieden in Europa.

Stimmen aus dem Publikum wünschten sich mehr Alltagsgeschichten von jungen Menschen. Dankbar nahm Bloch Pfister diese Anregungen an. Sie plant weitere Aktionen.

Interessenten können direkt online das Archiv nutzen oder mit ihren Zeitzeugenberichten ergänzen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6607612?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Pedelecfahrer von Auto erfasst und gestorben
Bei einem Verkehrsunfall auf der L 592 ist ein 79-jähriger Pedelecfahrer verstorben.
Nachrichten-Ticker