Auftaktveranstaltung vor dem Dom
„Maria 2.0“: Ein Streik soll die Türen öffnen

Münster -

Ursprünglich war die Aktion „Maria 2.0“ nur eine Aktion aus der Gemeinde Heilig Kreuz. Weil jedoch die Resonanz auch in anderen Gemeinden groß ist, gab es eine zentrale münsterische Auftaktveranstaltung: eine Mahnwache vor dem St.-Paulus-Dom.

Montag, 13.05.2019, 07:00 Uhr
Die Mahnwache vor dem Dom ist Auftakt einer Streikwoche: Die Frauen wollen bis zum 18. Mai keine Kirche mehr betreten und keinen ehrenamtlichen Dienst tun.
Die Mahnwache vor dem Dom ist Auftakt einer Streikwoche: Die Frauen wollen bis zum 18. Mai keine Kirche mehr betreten und keinen ehrenamtlichen Dienst tun. Foto: Matthias Ahlke

Da, wo im Herbst zum ersten Mal ein paar Frauen aus einem Gebetskreis der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster ihre Ideen von Maria 2.0 in einen Computer getippt haben, stehen am Samstagabend Lisa Kötter , Andrea Voß-Frick und rund 150 Gläubige, um ihre Vorstellung Wirklichkeit werden zu lassen: ein Streik, der die Männer in der Katholische Kirche dazu bewegen soll, den Frauen die Türen zu öffnen.

Aus Protest gegen den Missbrauch in der Kirche und die von Männern beherrschten Strukturen feierten die Initiatorinnen von „Maria 2.0“ einen Gottesdienst, in dem sie selbst das Brot miteinander teilten, das Evangelium vorlasen und sich gegenseitig den Segen gaben. „Was der Kirche entgeht an Berufung, an Leidenschaft und Spiritualität, das möchten wir ihr endlich zukommen lassen“, sagte Lisa Kötter, die zu den Gründerinnen der Initiative gehört, während der Feier.

Auftakt zum Kirchenstreik "Maria 2.0" in Heilig-Kreuz-Gemeinde

1/10
  • Lisa Kötter (l.) und Andrea Voß-Frick feierten mit rund 200 Gläubigen vor der Heilig-Kreuz-Kirche einen Gottesdienst.

    Foto: Stefan Werding
  • Während der Feier teilten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Brot und wünschten sich den Frieden.

    Foto: Stefan Werding
  • Zu Beginn der Feier verteilen die Gläubigen Blumen und Brot auf einem Tisch.

    Foto: Stefan Werding
  • Während der Feier teilten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Brot und wünschten sich den Frieden.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Rund 200 Gläubige kamen am Samstagabend vor die Heilig-Kreuz-Kirche.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Das Medieninteresse war groß: Mehrere Kamerateams und Fotografen kamen ins Kreuzviertel.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Stefan Werding, Pjer Biedersädt

Große Mahnwache vor dem Dom

Einen Tag später und 1,3 Kilometer entfernt sind es etwa 800 Frauen und Männer, die sich zu einer Mahnwache zusammengefunden haben, um zu protestieren. Während der Mahnwache beten die Frauen unter anderem für alle Menschen, die „durch Amtsträger und Mitglieder der katholischen Kirche Leid ertragen mussten und müssen, (…) die weggeschaut haben und noch immer wegschauen angesichts des Unrechts, das geschieht (…) und für alle, die ausgegrenzt werden, weil sie offen eintreten für Veränderungen in der kirchlichen Lehre und im kirchlichen Leben“.

Maria 2.0-Mahnwache am Dom

1/41
  • Frauenprotest vor dem Dom in Münster:

    Foto: Matthias Ahlke
  • 700 bis 800 Frauen beteiligten sich an der Mahnwache, zu dem die Initiative maria 2.0 aufgerufen hatte.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Frauen protestieren gegen den Missbrauch in der Kirche und die von Männern beherrschten Strukturen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit der Mahnwache beginnt ein einwöchiger Streik, bei dem die teilnehmenden Frauen keine Kirche betreten und keine Dienste verrichten wollen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit der Mahnwache vor den Kirchenmauern wollen die Initiatorinnen aus Münster „die Realität der Frauen in der Kirche sichtbar machen, dass Frauen ausgeschlossen sind“.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Impressionen der Aktion auf dem Domplatz

    Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke

„Die Frauen haben meine volle Unterstützung“

Neben der zentralen Veranstaltung auf dem Domplatz solidarisieren sich zahlreiche Frauen aus den münsterischen Kirchengemeinden mit dem Streik. Mit vielfältigen Aktionen weisen sie auf ihre tragenden Rollen in den Gemeinden hin. So auch die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Bücherei Liebfrauen-Überwasser. Sie verweigern am Sonntagmorgen aus Protest den Dienst. „Wir bleiben draußen“, steht auf dem Plakat geschrieben, das an der Tür der Ausleih-Stelle am Katthagen klebt. „Die Strukturen sind verknöchert, die Kirche muss sich einfach öffnen“, fordert Bücherei-Mitarbeiterin Ursula Tiete-Hiesgen. Ihre Kollegin Monika Reidegeld-Knospe ist vor allem wegen des Umgangs mit Missbrauch in der Kirche bestürzt. Dass für den Papst innerkirchliche Verfahren die Lösung sind, sei zu wenig. „Die Fälle gehören vor Gericht“, sagt Reidegeld-Knospe. Die beiden Frauen haben die Hoffnung, dass die Bewegung etwas verändert. „Es wäre schön, wenn nicht mehr über die Köpfe der Frauen hinweg entschieden wird und sie mehr Rechte bekommen“, betont Reidegeld-Knospe.

Die Gäste der Bücherei bekommen am Sonntagmorgen aber trotz des Streiks ihren Lesestoff. Erst hatte das Bücherei-Team – 19 Frauen, zwei Männer – überlegt, gänzlich zu schließen. „Aber wir wollen die Menschen nicht bestrafen, deshalb haben die Männer den Job übernommen“, so Reidegeld-Knospe. Und die machen es gern: „Die Frauen haben meine volle Unterstützung. Es muss sich etwas tun“, sagt Otto Norda.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6607616?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Poller schützen bald den Domplatz
Der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer (l.) und Norbert Vechtel (Ordnungsamt) vor der längsten Sperranlage in der City an der Loerstraße. Bis 2021 sollen alle relevanten Innenstadt-Zufahrten mit Überfahrschutzpollern ausgestattet sein.
Nachrichten-Ticker