Debatte über Kosten für das neue Stadthaus
„90 Millionen kaum vermittelbar“

Münster -

Die politische Debatte über das geplante neue Stadthaus am Alberlsoher Weg hat gerade erst angefangen. Aber sie wird bereits sehr laut geführt. Wie etwa im Liegenschaftsausschuss.

Donnerstag, 16.05.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 19:15 Uhr
Wie groß darf das Bürogebäude sein, das auf diesem Grundstück am Albersloher Weg entstehen soll? Darüber wird diskutiert.
Wie groß darf das Bürogebäude sein, das auf diesem Grundstück am Albersloher Weg entstehen soll? Darüber wird diskutiert. Foto: Matthias Ahlke

Als die Debatte ihren Höhepunkt erreichte, da platzte dem Personaldezernenten Wolfgang Heuer der Kragen: „Ich unterschreibe bald keine Stellenausschreibung mehr“, keifte er am Mittwochabend im Liegenschaftsausschuss, „weil wir neue Mitarbeiter gar nicht mehr unterbringen können.“

Die Raumnot der Stadt ist groß, der Verdruss aber auch. CDU-Ratsherr Laurenz Peter Börgel ließ in der Aussprache über das geplante neue Stadthaus neben dem Stadthaus 3 am Albersloher Weg keinen Zweifel daran, dass die von der Stadtverwaltung geschätzten 90 Millionen Euro Investitionskosten „der Bevölkerung kaum vermittelbar“ seien.

Kosten steigen

Börgel brachte für CDU und Grüne einen eigenen Antrag ein, aus dem hervorgeht, dass die Kosten bei 50 Millionen Euro gedeckelt werden sollen. Das wieder­um rief den SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung auf den Plan. Er erinnerte daran, dass das schwarz-grüne Ratsbündnis vor einigen Jahren der Stadtverwaltung „aus politischen Gründen“ vorgeschrieben habe, die Kosten für die geplante Gesamtschule im Ostviertel von 55 Millionen auf 50 Millionen Euro zu senken. Inzwischen lägen die Kosten bei über 60 Millionen Euro.

Diesem Vergleich widersprach Börgel heftig. Parallel zu der Kostendeckelung möchten nämlich CDU und Grüne der Stadtverwaltung vorschreiben, die geplante Bürofläche von 23 000 Quadratmeter auf 16 000 Quadratmeter zu senken. Mehr lasse das Grundstück am Albersloher Weg ohnehin nicht zu. In diesem Zusammenhang zeigte sich Börgel auch verärgert darüber, dass in dem vorliegenden Beschlusspapier nicht erwähnt sei, dass das neue Bürogebäude in seiner geplanten Dimension mit dem bestehenden Bebauungsplan gar nicht vereinbar sei.

Heftige Reaktionen

Recht heftig waren die Reaktionen, als die CDU vorschlug, man könne gegebenenfalls am Hafen noch ein städtisches Bürogebäude bauen, sollte das jetzt geplante den Bedarf an Büroflächen nicht decken.

In dem Neubau, der 2023 bezugsfertig sein soll, möchte die Stadtverwaltung laut Heuer unter anderem Job-Center, Sozialamt und Wohnungsamt unterbringen. Eine Entscheidung fällt in der nächsten Ratssitzung am 22. Mai.

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