Straßentheaterfestival „Flurstücke 019“
Die Stadt wird süß und stürmisch

Münster -

Es wird zuckersüß auf der Stubengasse, es wird romantisch im Preußenstadion, und münsterische Zungenbrecher-Sprecher sprechen unzählige Zungenbrecher in den Sprachen dieser Stadt. Die „Flurstücke“ sind zurück.

Donnerstag, 16.05.2019, 19:05 Uhr aktualisiert: 17.05.2019, 12:13 Uhr
Die Kuratoren (v.l.) Clair Howells und Uwe Köhler (Theater Titanick), Winfried Bettmer (Filmwerkstatt), Ludger Schnieder (Pumpenhaus) sowie Merle Radtke (Kunsthalle) bescheren Münster einige Turbulenzen.
Die Kuratoren (v.l.) Clair Howells und Uwe Köhler (Theater Titanick), Winfried Bettmer (Filmwerkstatt), Ludger Schnieder (Pumpenhaus) sowie Merle Radtke (Kunsthalle) bescheren Münster einige Turbulenzen. Foto: Oliver Werner

Es wird zuckersüß auf der Stubengasse, es wird romantisch im Preußenstadion, und münsterische Zungenbrecher-Sprecher sprechen unzählige Zungenbrecher in den Sprachen dieser Stadt. Die „ Flurstücke “ sind zurück. Das internationale Festival für Theater, Tanz, Film und Performance will nach 2011 und 2015 zum dritten Mal die Stadt mit ihren Räumen und Menschen vier Tage lang neu und anders spürbar werden lassen. Vom 20. bis 23. Juni wird der öffentliche Raum bespielt. Man darf sich auf was gefasst machen.

Das Festival mit einem Gesamtetat von 500 000 Euro (die Hälfte kommt von der Stadt, die andere von Land, Stiftungen und Sponsoren) bietet 14 Projekte höchst unterschiedlicher Art. Diesmal weitet sich das Festival nach Norden und Süden aus. Das Preußenstadion wird zum Konzertsaal, bei dem die Sonne dirigiert.

Keine Sonne, keine Töne

Die US-Künstlerin Adrian Williams lässt in „The Curve“ sechs Musiker (überwiegend Blechbläser) mit Beginn des Sonnenuntergangs ein Wechselspiel mit unserem Zentralgestirn beginnen. Ist die Sonne weg, verstummt der Klang. Unter anderem auf dem Hamannplatz (Coerde) soll waghalsige Tanz-Artistik auf 20 grauen Klötzen im Beton-Look für Atemlosigkeit sorgen.

Ausblick auf die Flurstücke 019 in Münster

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  • „Creatures“ und Fässer gaben bei der Programmvorstellung einen ersten Eindruck der „Flurstücke 019“

    Foto: Oliver Werner
  • Punch Agathe Parade wird durch die Stadt ziehen.

    Foto: Oliver Röcke
  • Punch Agathe Parade wird durch die Stadt ziehen.

    Foto: Oliver Roeckle
  • Die „Creatures“ von Titanick und bodytalk aus Münster werden ALLES in der Stadt erkunden, als hätten sie noch nie so etwas gesehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Vincent de Rooij lädt zum schrägen Kurztrip in eine flügellose Antonov 2 ein.

    Foto: Patrick Cooper
  • Das Ka ‘et Tanz-Ensemble besteht ausschließlich aus jüdisch-orthodoxen Männern.

    Foto: Flurstücke
  • Die „Creatures“ von Titanick und bodytalk aus Münster werden ALLES in der Stadt erkunden, als hätten sie noch nie so etwas gesehen.

    Foto: Uwe Köhler
  • Angie Hiesl und Roland Kaiser thematisieren mit Tonnen von Zucker dicke Menschen und was sie erdulden müssen.

    Foto: Roland Kaiser
  • Angie Hiesl und Roland Kaiser thematisieren mit Tonnen von Zucker dicke Menschen und was sie erdulden müssen.

    Foto: Roland Kaiser
  • Mit „BLOCK“ sind waghalsige Artisten auf verschiedenen Plätzen der Stadt zu bestaunen.

    Foto: Dan Tucker
  • Mit „BLOCK“ sind waghalsige Artisten auf verschiedenen Plätzen der Stadt zu bestaunen.

    Foto: Dan Tucker
  • Mit „BLOCK“ sind waghalsige Artisten auf verschiedenen Plätzen der Stadt zu bestaunen.

    Foto: Dan Tucker
  • Friederike Koch und Christof Debler lassen in vielen Sprachen Zungenbrecher-Sprecher „Die Geste des Sprechens“ hörbar werden.

    Foto: Friederike Koch
  • Die „Creatures“ von Titanick und bodytalk aus Münster werden ALLES in der Stadt erkunden, als hätten sie noch nie so etwas gesehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Générik Vapeur schleppt mit „Bivouac“ mit Musikern und Komödianten über 100 Blechfässer donnernd durch die Stadt zum Domplatz.

    Foto: David Street
  • Thies Mynther und Veit Sprenger juckeln mit einem Klangwunderautomaten als Hommage an Moondog durch die Stadt.

    Foto: Flurstücke
  • Das Kuratorenteam (v.l.): Clair Howells und Uwe Köhler (Theater Titanick), Winfried Bettmer (Filmwerkstatt Münster), Ludger Schnieder (Theater im Pumpenhaus) und Merle Radtke (Kunsthalle Münster).

    Foto: Oliver Werner
  • Clair Howells (Theater Titanick)

    Foto: Oliver Werner
  • Uwe Köhler (Theater Titanick)

    Foto: Oliver Werner
  • Winfried Bettmer (Filmwerkstatt Münster)

    Foto: Oliver Werner
  • Merle Radtke (Kunsthalle Münster)

    Foto: Oliver Werner
  • Ludger Schnieder (Theater im Pumpenhaus)

    Foto: Oliver Werner
  • Fritz Schmücker und Thomas Schauder bei der Programmvorstellung mit „Creatures“.

    Foto: Oliver Werner
  • Frank Knura (Sparkassen-Stiftung) und Frauke Schnell (Kulturamt) bei der Programmvorstellung mit „Creatures“.

    Foto: Oliver Werner
  • Die „Creatures“ von Titanick und bodytalk aus Münster werden ALLES in der Stadt erkunden, als hätten sie noch nie so etwas gesehen.

    Foto: Uwe Köhler

Ein paar Highlights: Générik Vapeur planen nach ihren Autos an der Wäscheleine vorm Dom (2011) diesmal eine Street-Art-Attacke mit donnerndem Nachhall: 102 Blechfässer, 15 Komödianten und drei Musikern donnern und tönen durch die Innenstadt. Auf dem Harsewinkelplatz landet eine flügellose Antonov 2, in der der niederländische Pilot, U-Boot-Kapitän und Performancekünstler Vincent de Rooij zu einem der „schrägsten Kurztrips der Saison“ einlädt.

Tanzkompanie besteht aus jüdisch-orthodoxen Männern

Exklusiv für Münster und erstmalig in Deutschland wird „Ka’et“ aus Jerusalem in der Domstadt spirituell inspirierten Tanz aufs Pflaster bringen. Das Ungewöhnliche: Die Tanzcompagnie besteht ausschließlich aus jüdisch-orthodoxen Männern. In Münster ist der in Avantgardekreisen berühmte Moondog beerdigt. Zum 20. Todestag werden Thies Mynther und Veit Sprenger mit einem Klangwunder-Automaten durch die Stadt fahren.

Kommentar: Keine Engel über Münster

Sicherheit hat immer Recht. Aber zu welchem Preis. Ohne Risiko gibt es keine Lebendigkeit, von ein bisschen Abenteuer mal ganz zu schweigen. Da will das französische Theater „Gratte Ciel“ im Rahmen der „Flustücke019“ neun Engel zwischen St. Lamberti, Dom und Landesmuseum in luftiger Höhe über dem Domplatz spielen lassen.

Für die Sicherheitsexperten in Frankreich und England kein Problem: geprüft, genehmigt. In Deutschland ist die Genehmigung gescheitert. Hier wollten oder mussten die Statiker sämtliches Material noch einmal höchst selbst überprüfen. Zu langwierig und zu teuer für die Veranstalter. Aber Vorschrift ist Vorschrift. Kein Vertrauen in die europäischen Kollegen. Wirklich schade. Aber letztlich bekommt die Sicherheit immer Recht.

Die Freunde Münsters müssen sich jetzt darauf beschränken, sich die tollkühn balgenden Bengel-Engel vom „Place des Anges“ auf Youtube anzusehen. Vielleicht kommen sie bei den nächsten Flurstücken 023 in die Friedensstadt . . . Gerhard H. Kock

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Kuratiert haben das Festival diesmal Clair Howells und Uwe Köhler (Theater Titanick), Ludger Schnieder (Theater im Pumpenhaus), Winfried Bettmer (Filmwerkstatt Münster) und Merle Radtke (Kunsthalle Münster).

Zum Thema

Sämtliche Veranstaltungen sind öffentlich, das heißt: open air und freier Eintritt für alle. Die genauen Termine stehen ab sofort online unter  www.flurstuecke.com

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