Kirchort Erpho / Heilige Edith Stein
Frauen solidarisieren sich mit „Maria 2.o“

Münster -

Am Kirchort Erpho / Heilige Edith Stein sprachen Frauen über ihre Wünsche für eine veränderte Kirche – und solidarisierten sich mit der Aktion „Maria 2.0“.

Sonntag, 19.05.2019, 20:00 Uhr
In Gruppen sprachen Teilnehmer über ihre Wünsche für eine veränderte Kirche und schrieben sie auf Banner, die jetzt draußen an den Kirchenfenstern hängen.
In Gruppen sprachen Teilnehmer über ihre Wünsche für eine veränderte Kirche und schrieben sie auf Banner, die jetzt draußen an den Kirchenfenstern hängen. Foto: klm

„Warum sind wir heute draußen und der Pfarrer ist in der Kirche?“, fragte Ortrud Harhues . Sie gab die Antwort selbst: „Wir wollen uns solidarisieren mit der Aktion ,Maria 2.0‘. Deshalb wird die Kirche bestreikt.“

Zwar ging der offizielle, von Münster aus bundesweit angestoßene Protest von Frauen in der katholischen Kirche am Samstag zu Ende, der Kirchort Erpho/Heilige Edith Stein nutzte den Sonntag aber noch, um auch einen Impuls für eine Fortsetzung zu geben.

„Ich war die Woche über in Baden-Württemberg und im Süden von Nordrhein-Westfalen. Auch dort haben die Leute von ,Maria 2.0‘ gesprochen. Es gab viele Stimmen, die gesagt haben, es sei gut, dass es den Protest gibt. Es sei ein Stein ins Rollen gebracht worden, und es solle weitergehen“, sagte Harhues.

In Absprache mit dem Ortsgemeinderat der Pfarrei St. Mauritz hatten Harhues, die Sprecherin der Fachgruppe Kunst, Kirche, Kultur ist, sowie Anne Decamotan, ausgebildete Theologin, und Markus Paul, Mitglied im Pfarreirat, einen Wortgottesdienst organisiert. Auf der Wiese hinter der Kirche an der Ostmarkstraße wurden Bänke, eine Orgel und eine Mikrofonanlage platziert. In der Kirche hielt Pastor Robert Mensinck die sonntägliche Eucharistiefeier ab, an der etwa 20 Personen teilnahmen. Geschätzt 70 Gemeindemitglieder beteiligten sich am Wortgottesdienst draußen.

„Wir können nicht zusehen, wie die Kirche mit sich selbst beschäftigt ist, weltabgewandt und mit Skandalen“, sagte Harhues zur Einleitung. „Wir leiden unter den Missbrauchsfällen, der Benachteiligung der Frauen in der Kirche und einer verkrusteten Sexualmoral, die Menschen stigmatisiert und ausschließt.“

Anne Decamotan erklärte, dass sie „in letzter Zeit mit dem Gedanken gespielt“ habe, „aus der Kirche auszutreten“ und sagte auch, warum sie es nicht tue. „Gefühle der Ohnmacht, der Scham und der Trauer“ angesichts der Missbrauchsfälle durch Kleriker würden als Last empfunden, „wenn sie nie ausgesprochen werden“, sagte die Theologin. „Wut und Empörung zu artikulieren“, sei gut, „so lange sie zu einer guten Entwicklung“ beitrügen. Diese sehe sie in „Maria 2.0“ und den Unterstützern.

Pastor Robert Mensinck nahm nach der Eucharistiefeier am Wortgottesdienst teil, sagte zu den Forderungen aber nichts. Auf Anfrage erklärte er: „Wir brauchen die Frauen in unserer Kirche. Die Vielfalt der Kirche ist grenzenlos, und ich möchte sie bewahren.“ Man sollte Themen wie den Missbrauch und die Frauenpriesterschaft „nicht in einen Topf werfen“, sondern unabhängig voneinander über sie sprechen.

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