Grüne besuchen Einrichtung ZUE
„Viele Flüchtlinge sind traumatisiert“

Münster -

Mehrere Grünen-Politikerinnen haben am Montag die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge in Gremmendorf besucht. Aktuell sind dort 265 Personen untergebracht, die ZUE steht damit halb leer.

Montag, 20.05.2019, 21:00 Uhr
Besuchten am Montag die ZUE (v.l.): die Grünen-Politikerinnen Maria Klein-Schmeink, Berivan Aymaz und Josefine Paul.
Besuchten am Montag die ZUE (v.l.): die Grünen-Politikerinnen Maria Klein-Schmeink, Berivan Aymaz und Josefine Paul. Foto: kal

Ortstermin in der ZUE: Die Grünen-Politikerinnen Maria Klein-Schmeink (Bundestagsabgeordnete) sowie Josefine Paul und Berivan Aymaz (beide Landtagsabgeordnete) haben am Montag die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Gremmendorf besucht. „Wir haben spannende Einblicke bekommen“, betonte Aymaz, Sprecherin für Flüchtlings- und Integrationspolitik der Grünen-Landtagsfraktion, im Anschluss.

Aktuell leben in der ZUE, die sich auf dem Gelände der früheren York-Kaserne befindet, 265 Flüchtlinge. Die Einrichtung ist damit nur knapp zur Hälfte gefüllt. Neben 54 Kindern sind dort 23 allein reisende Frauen und 101 allein reisende Männer untergebracht. Die zweitgrößte Gruppe bilden mit 21 Personen Türken. „Sie sind sehr gut ausgebildet, Rechtsanwälte, Lehrer, Polizisten“, so Berivan Aymaz. Gleich mehrere Personengruppen würden in Gremmendorf besonders geschützt. Dazu zählen die türkischen Flüchtlinge, da die Arme des türkischen Geheimdienstes bis in Flüchtlingseinrichtungen hineinreichten, wie Aymaz betonte. Ebenfalls besonders geschützt werden in der früheren Kaserne nach ihren Angaben LGBTQ-Geflüchtete. Familien mit Kinder werden aktuell nach durchschnittlich vier Monaten Kommunen zugewiesen. Andere Personengruppen leben zum Teil mehr als ein halbes Jahr in der ZUE, berichtet die Abgeordnete.

„Je schneller Geflüchtete Kommunen zugewiesen werden, umso schneller gelingt ihre Integration in die Regelsysteme“, betont Klein-Schmeink. In Gremmendorf informierte sie sich auch über die Lage von traumatisierten Flüchtlingen. „Ihr Anteil ist beträchtlich. Immer wieder werden Anträge auf Behandlung abgelehnt.“ Diesem Problem wolle sie verstärkt nachgehen.

Auch Josefine Paul fordert eine schnelle Eingliederung in die Regelsysteme – also in Kindertagesstätten und Schulen. „Verletzbare Gruppen“ wie allein reisende Frauen sollten auch am neuen ZUE-Standort am Pulverschuppen einen gesonderten Bereich erhalten. Beim Thema Gewaltschutz gelte es zudem, sich verstärkt um Kinder und Jugendliche zu kümmern. Alle drei Politikerinnen befürchten, dass sich die Situation der Flüchtlinge in den Einrichtungen nach Erlass neuer Gesetze auf Bundesebene verschlechtern könnte.

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