Debatte über Polizei-Neubau
Präsidium am Friesenring ist ein Auslaufmodell

Münster -

Kein Polizeipräsidium im Hafenviertel, das sagt Münsters Oberbürgermeister. Zum Leidwesen der Gewerkschaft der Polizei. Denn die sieht dort große Vorteile.

Mittwoch, 22.05.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 18:01 Uhr
Debatte über Polizei-Neubau: Präsidium am Friesenring ist ein Auslaufmodell
Das Polizeipräsidium am aktuellen Standort am Friesenring in Münster. Foto: Matthias Ahlke

Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) handelt es sich um eine „überstürzte Absage“ – „ohne sich mit den Tatsachen zu beschäftigen“, wie deren Geschäftsführer Arnd Breitkopf verärgert feststellt. Das öffentliche Nein des Oberbürgermeisters zum Neubau eines Polizeipräsidiums im Hafenviertel lässt unter den Beamten, die in einem in die Jahre gekommenen Gebäude am Friesenring und über mehrere Dienststellen in der Stadt verteilt arbeiten, durchaus Unmut laut werden.

„In einer offenen Diskussion sollte man anders damit umgehen“, ergänzt Münsters GdP-Vorsitzender Yannik Plümpe , der sich vor allem über die pauschale Absage ärgert. „Jetzt wollen wir die Bürger über den Stand des Projekts informieren.“ Deshalb plant die Gewerkschaft am 28. Mai eine Podiumsdiskussion zum geplanten Neubau eines Polizeipräsidiums.

Kostenschätzung: 150 Millionen Euro

Landesweit stehen demnach für Neubauten bei der Polizei fast eine Milliarde Euro zur Verfügung. Und vom Land ist die Polizei in Münster aufgefordert worden, im Rahmen einer eigens eingerichteten Projektgruppe entsprechende Pläne auszuloten, wie es heißt.

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Hadern mit den Äußerungen des Oberbürgermeisters: die GdP-Vertreter Arnd Breitkopf (l.) und Yannik Plümpe Foto: Dirk Anger

Ziel ist es dabei, bis zu 1300 Mitarbeiter an einem Standort unterzubringen. Rund 150 Millionen Euro würde Schätzungen zufolge ein zeitgemäßer Neubau kosten, der angesichts der veränderten Sicherheitslage, zunehmenden Austauschs untereinander und des Personalzuwachses aus GdP-Sicht dringender denn je nötig ist.

Bauliche Schwächen

„Der Friesenring ist nicht mehr für diesen Betrieb ausgelegt“, sagen Breitkopf und Plümpe nicht zuletzt unter Verweis auf die Vielzahl baulicher Schwächen. „Wenn im Schießstand im Keller geübt wird, hört man das in den Stockwerken darüber.“ Als eine von sechs Mega-Polizeibehörden in NRW, die zentrale Funktionen im Land übernehmen, sei der jetzige Zustand in Münster nicht länger hinnehmbar.

Außer Frage steht für die Gewerkschaft, dass ein neues Polizeipräsidium in die Stadt gehört. Der Hafen wäre laut GdP ideal, zumal ein schneller Anschluss zur Autobahn gegeben sei. Auch über eine intensivierte Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Ordnungsdienst und eine Kooperationsleitstelle wie andernorts mit der Feuerwehr könne in neuen Räumen nachgedacht werden. Das angesichts des steigenden Aus- und Fortbildungsbedarfs ein Präsidiumsneubau auf dem Gelände der Polizeischule an der Weseler Straße möglich sein könne, hält die GdP für ausgeschlossen.

Zum Thema

Podiumsdiskussion zum geplanten Präsidiumsneubau mit vier Ratsfraktionsvorsitzenden und dem stellvertretenden Polizeipräsidenten, Dienstag (28. Mai), 19 Uhr Café Colibri, Stadtbücherei

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