Zentrum kooperiert europaweit
Lehrer-Ausbildung wird international

Münster -

Das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung setzt auf eine stärkere Internationalisierung. Aktuell bereitet es zwei Projekte mit Partnern in Polen, Frankreich, Spanien und Israel vor.

Donnerstag, 23.05.2019, 11:00 Uhr
Ulrich Speckenwirth leitet das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Münster
Ulrich Speckenwirth leitet das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Münster Foto: kal

„Junge Menschen sollten aus eigener Anschauung ins Ausland reisen, damit sie erfahren, dass es überall Mut, Weisheit, Talente und Tatkraft gibt, und sie das Vorurteil ablegen, es sei anderswo schlechter als in ihrem Vaterland.“ Dieser Satz stammt vom französischen Philosophen Denis Diderot – und ist mehr als 250 Jahre alt. Nach Einschätzung von Ulrich Speckenwirth, Leiter des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung (Zsfl) in Münster, ist er heute aktueller denn je. Und so setzt Speckenwirth seit einiger Zeit verstärkt darauf, die Lehrerausbildung an seinem Zentrum gemeinsam mit Partnern in Europa und Israel in Richtung Demokratie und Menschenrechtspädagogik auszurichten – zusammen mit der Universität Münster.

Das Zsfl ist eine Landeseinrichtung, ihr Sitz befindet sich in der Coerder Speicherstadt. 160 Ausbilder betreuen von hier aus 600 bis 700 Referendare. Noch mehr als bisher soll hier künftig der Fokus auf eine Internationalisierung gelegt werden.

Zwei Projekte sollen in nächster Zeit anlaufen. Bei dem einen geht es um Inklusion und Digitalisierung, das Zentrum wird sich hier mit Partnern in Polen, Spanien und Israel zusammentun. Das Geld wird die EU zur Verfügung stellen, es fehlt allerdings noch die endgültige Zusage der zuständigen Behörde, die sich in diesem Fall in Polen befindet. „Wir hoffen, dass wir bis zum Sommer grünes Licht bekommen“, sagt Speckenwirth. Das Projekt soll zwei Jahre laufen, geplant sind unter anderem gegenseitige Besuche von Ausbildern und Referendaren. „Ziel ist es, am Ende ein Handbuch für künftige Lehrer zu erstellen, in dem geschildert wird, wie sie mit digitalen Medien neue Konzepte für die individuelle Förderung von Schülern umsetzen können“, betont er.

Daneben bereitet das Zsfl gerade ein weiteres Projekt vor, für das schon in der kommenden Woche in Nizza die Vorverträge vom Zentrum, von der Bezirksregierung und von der Universität zusammen mit den französischen Partnern unterschrieben werden sollen. Hierbei geht es um das Thema „Internationalisierung durch Digitalisierung“. Die Lehrer von morgen sollen unter anderem für die Vermittlung von Medienkompetenz fit gemacht werden.

„Bislang hingen internationale Kontakte stark von einzelnen Lehrern ab“, sagt Speckenwirth. Mit den nun angestoßenen Projekten sollen sie auf ein breites Fundament gestellt werden.

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