Diskussion der Lokalpolitiker
Müll am Aasee: Viele Standpunkte, noch mehr Müll

Münster -

Die Diskussion um den 1. Mai am Aasee reißt nicht ab. Am Dienstagabend traten im Ordnungsausschuss ganz unterschiedliche Standpunkte zutage. Einmal wurde es sogar witzig.

Donnerstag, 23.05.2019, 09:00 Uhr
Nach dem Feiertag am 1. Mai waren die Aasee-Wiesen mit Müll übersät.
Nach dem Feiertag am 1. Mai waren die Aasee-Wiesen mit Müll übersät. Foto: ohw

Eigentlich wollte Hendrik Weihermann vom Ordnungsamt der Stadt im Ordnungsausschuss nur den Einsatz der Behörde am 1. Mai am Aasee skizzieren. Man ziehe ein relativ positives Fazit bei dem Vorhaben, „den Jugendlichen klar zu machen: Wir sind da.“ Vier Platzverweise seien erteilt worden, 36 Mal seien Identitäten kontrolliert worden. Doch die Vertreter der Parteien gaben sich damit nicht zufrieden. Sie nahmen die Vermüllung ins Visier – mit unterschiedlichen Ansätzen.

Jörg Berens (FDP-Fraktionsvorsitzender) warf die Frage auf, was ein solcher Einsatz des Ordnungsamtes mit der Stadtgesellschaft mache. „Sind da vielleicht Grenzen erreicht?“, fragte Berens hinsichtlich persönlicher Freiheiten. Das wiederum rief den sicherheitspolitischen Sprecher der CDU, Stefan Leschniok, auf den Plan. Er glaube, verschärfte Kontrollen seien der richtige Weg, denn: „Die Bevölkerung will vor Exzessen geschützt werden.“ Leschniok stellte auch die Frage in den Raum, ob es nicht Sinn mache, mit Bußgeldern gegen die Müllsünder vorzugehen. Das kommentierte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer abschlägig. Auch wenn er einräumte, dass die Situation am Aasee „noch im Rahmen“ sei – „außer bei der Vermüllung“.

Berlin: „Law und Order ist grandios gescheitert"

Dieses Problem, so Heuer, sei allerdings auch an anderen Tagen festzustellen, etwa an Rosenmontag. Die Bereitschaft, im angetrunkenen Zustand Spielregeln zu vergessen, bezeichnete Heuer als Massenphänomen, er glaube nicht, dass Bußgelder daran etwas ändern würden.

Leschniok entgegnete, er erwarte sehr wohl, dass die Behörde dafür sorge, das Recht und Ordnung eingehalten würden – und erntete unter anderem Widerspruch von Rüdiger Sagel (Linke). Der referierte, dass man in Berlin längst zu anderen Konzepten übergegangen sei: „Law und Order ist da grandios gescheitert.“ Den Müll bezeichnete Sagel als ganz unterschiedliches Zeug, „auf das die Leute keinen Bock“ mehr hatten. „Ich habe mir einen Grill mitgenommen. Super Grill, top Zustand“, so Sagel. Und Stefan Leschniok? Auch der konnte sich da ein Grinsen nicht verkneifen.

Müll am Aasee nach dem 1. Mai 2019

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  • Nachdem am 1. Mai 2019 Tausende am Aasee den Feiertag verbrachten, sind am Morgen danach die Grünflächen rund um den See stark vermüllt.

    Foto: Oliver Werner
  • Leere Flaschen, Einweggrills, Plastikteller - am Aasee quollen die Müllbehälter am 2. Mai über.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Stadtwerke haben in diesem Jahr eine Aktion zur Sensibilisierung für das Müllproblem gestartet: Mit Absicht ließen sie den Müll zunächst liegen un reinigten die Grünflächen erst am Nachmittag, um den Menschen die Verschmutzung vor Augen zu führen.

    Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
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