Batterie-Fabrik ist startbereit
Industrielle Forschungsfertigung könnte sofort aufgebaut werden

Münster -

Wenn die Antwort auf die 600-Millionen-Euro-Frage am 8. Juli Münster heißt, muss alles ganz schnell gehen. Kann es auch, gaben sich NRW-Forschungsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart am Montag optimistisch.

Dienstag, 28.05.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 28.05.2019, 07:40 Uhr
Das Zentrum „Meet“ der Universität am Orléansring ist bisher Zentrum der Batterieforschung in Münster. Sollten die Pläne der NRW-Landesregierung aufgehen, könnte die Batterieforschung in Münster bald auch einen industriellen Zweig bekommen.
Das Zentrum „Meet“ der Universität am Orléans-Ring ist bisher Zentrum der Batterieforschung in Münster. Sollten die Pläne der NRW-Landesregierung aufgehen, könnte die Batterieforschung in Münster bald auch einen industriellen Zweig bekommen. Foto: Oliver Werner

So schnell wie bei den oft beneideten Chinesen hätten Land und Stadt alle Voraussetzungen für die Bewerbung um die Forschungsfertigung Batteriezellen (FFB) des Bundes geschaffen. Die Landesregierung will den Wettbewerb mit fünf Bundesländern mit 200 Millionen Euro aus eigenen Mitteln für Münster entscheiden. Dazu kämen dann 400 Millionen als Investition des Bundesforschungsministeriums .

Konkurrenz von fünf Bundesländern

Um die Förderung konkurrieren Münster und NRW mit fünf weiteren Bundesländern, die sich beworben haben: Baden-Württemberg mit Ulm, Bayern mit München, Niedersachsen mit Braunschweig, außerdem Sachsen und Schleswig-Holstein. Baden-Württemberg und Niedersachsen wollen sich jeweils mit 185 Millionen Euro beteiligen.

Wir halten Münster als Standort für die Forschungsfabrik absolut für realistisch.

Meet-Sprecherin

Mit 100 Millionen Euro will die nordrhein-westfälische Landesregierung Grundstücke im Hansa Business-Park und Gebäude finanzieren, weitere 80 Millionen stehen für einen Erweiterungsbau bereit, wie Pfeiffer-Poensgen aufschlüsselte. Dazu komme eine Beteiligung am FFB sowie ein Zwölf-Millionen-Budget, mit dem Professor Martin Winter, Leiter des Batterieforschungszentrums der Universität, „Meet“, im Umfeld von „Meet“ und angrenzendem Helmholtz-Institut ein Graduierten-Kolleg zur Nachwuchsförderung gründen soll. „Wir halten Münster als Standort für die Forschungsfabrik absolut für realistisch“, erklärt eine Sprecherin des „Meet“.

Weitere Unternehmen anlocken

Pinkwart zufolge soll ein „Battery Campus“ auf 20 Hektar viele weitere Unternehmen anlocken. Das Interesse sei sehr groß, 75 Unternehmen hätten konkretes Interesse an praktischer Forschung unter Industriebedingungen bekundet – von Batteriesicherheit über Leistungsfähigkeit bis zur Zusammensetzung. „Vielleicht kommen wir zu völlig neuen Formen von Batterien oder Batterien mit anderer Zusammensetzung“, umriss Pinkwart das Potenzial.

Sofortiges Baurecht

Starten könnte Münster sofort. Im Hansa Business- Park 2 stehen vier Hektar und weitere 1,6 für die Erweiterung bereit. Dort bestehe nach genehmigtem Bauantrag sofortiges Baurecht, bestätigte Thomas Robbers, Chef der Wirtschaftsförderung, auf Nachfrage. Bis dahin können die Forscher Räume im Centech und im Technologiehof nutzen. Für die industriellen Anforderungen stehe zudem eine passende Fertigungshalle bereit.

Den Standort wollte Robbers nicht nennen. Die 20 Hektar für den „Battery Campus“ sollen im noch zu planenden Hansa Business- Park 3 entstehen.

Hilfe bei Wohnung, Kita und Arbeit für Partner

Den rund 150 neuen FFB-Mitarbeitern will die Wirtschaftsförderung ein Team an die Seite stellen, das bei der Suche nach Wohnung, Kitaplatz oder einer Arbeitsstelle für einen Partner sucht.

„Ich finde es ungeheuer wichtig, dass wir in dieser Stadt eine Willkommenskultur zeigen“, sagte Robbers. Wenn es gut läuft, könne das Team zum dauerhaften Angebot werden. Der Campus soll ja kommen . . .

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