Richtig oder falsch?
Rätsel um Beflaggung am Prinzipalmarkt

Münster -

In den vergangenen Wochen hat sich der Prinzipalmarkt von seiner besten Seite gezeigt – mit einem imponierenden Flaggen-Meer. Doch hingen die Flaggen in den Stadt-Farben Gold-Rot-Silber richtig? Eine Spurensuche.

Freitag, 31.05.2019, 21:00 Uhr
Wie hängen die Münster-Flaggen richtig?
So hingen die Flaggen in den vergangenen Wochen. Foto: Ahlke

In den vergangenen Wochen hat sich der Prinzipalmarkt wieder mal von seiner besten Seite gezeigt – mit einem imponierenden Flaggen-Meer an den prächtigen Giebelhäusern, wechselnd aus blauem Tuch mit zwölf Sternen für Europa und in den Stadt-Farben Gold-Rot-Silber.

Doch einige eingefleischte Münsteraner wunderten sich. Denn die Münster-Flaggen hingen diesmal nicht so wie in der Vergangenheit, als sich der goldene Streifen zur Mitte des Prinzipalmarkts neigte. In diesem Jahr waren die neuen Flaggen erstmals umgekehrt gehisst worden, nämlich mit dem Weiß, das für Silber steht, nach außen.

Irrtum?

Ein fataler Irrtum? Man könnte es im ersten Moment fast glauben. Schließlich finden sich auf den Bildern vergangener Jahre die güldenen Streifen immer Richtung Straßenmitte.

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Foto: Stadt Münster

Eine Nachfrage bei Münster-Marketing, das für die Stadt die Werbetrommel rührt, soll Aufklärung bringen: Der stellvertretende Leiter Fritz Schmücker muss bei der Frage ein wenig schmunzeln. „Eine schöne Diskussion, ganz lustig.“ Er verweist an die Kaufleute, die die neuen Fahnen hätten herstellen lassen und diese diesmal bewusst so aufgehängt hätten.

Und selbige haben für den neuen, umgedrehten Aushang gute Gründe. Einer lautet einer wohl alten Regel folgend: „Weiß reitet immer aus“, will meinen: Trägt eine Fahne Weiß in sich, ist dieser Streifen nach außen gewandt.

Die Fassade ist der Mast

Erklärung Nummer zwei: Die oberste Farbe einer Fahne soll immer am Mast hängen. Da hier nun die Fassade quasi diese Rolle übernehme, hänge eben das Gold symbolisierende Gelb nah am Haus.

Ob das Münsters Puristen zufriedenstellt, sei dahingestellt. Aber wer weiß nun im Flaggen-Wirrwarr wirklich weiter, was richtig oder falsch sein könnte. Womöglich das Bundespräsidialamt: Schließlich ist überall protokollgerecht gehisst, wenn das Staatsoberhaupt unterwegs ist.

Doch dort verweist man sogleich auf das sich in ordnungsgemäßer Beflaggung mit der Deutschland-Fahne auskennende Bundesinnenministerium.

Botschaft aus der Hauptstadt

Aus Berlin kommt postwendend eine Antwort auf die Mail mit dem Bild vom Prinzipalmarkt-Flaggenmeer – samt einer Erklärung, die einleuchtet, nur leider in der besagten Causa nicht wirklich weiterhilft: „Da es sich augenscheinlich im von Ihnen übersandten Fall um Auslegerflaggen handeln dürfte, wären diese im offiziellen Gebrauch für die Bundes- und/oder Bundesdienstflagge durch Bund, Länder und Gemeinden nicht zulässig (vgl. Abschnitt I. Nr. 1 und 3 der Anordnung über die deutschen Flaggen).“

Übersetzt bedeutet die Botschaft aus der Hauptstadt ungefähr so viel: Liebe Münsteraner, so wie Ihr eure Stadt-Flaggen hisst, dafür gibt es nun mal gar keine Regeln! Das mag zumindest die eingefleischten Bürger angesichts der umgedrehten Fahnenpracht auf dem Prinzipalmarkt ein wenig trösten. Denn die wissen zumindest: Münster steckt voller Merkwürdigkeiten. 

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