Prozess vor dem Landgericht
25-Jähriger muss jahrelang hinter Gitter

Münster -

Urteil im Fall eines Tankstellen-Raubs: Ein 25-Jähriger muss lange ins Gefängnis. Doch das ist noch nicht alles.

Montag, 03.06.2019, 21:00 Uhr
 
  Foto: dpa

Im Fall des Raubes auf die Tankstelle an der Kreuzung Westfalenstraße/Marktallee in Hiltrup im Februar vergangenen Jahres hat das Landgericht am Montag den Täter verurteilt. Drei Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen schwerer räuberischer Erpressung legte die Kammer als Strafmaß fest. Außerdem muss der 25-Jährige aus Ascheberg Wertersatz für die Beute – Geld und Zigaretten – in Höhe von über 1300 Euro leisten.

Der drogensüchtige Mann war nachts um kurz vor drei Uhr mit einer schwarzen Maske vor dem Gesicht und in einer Paketzusteller-Uniform als Verkleidung in den Verkaufsraum getreten und hatte Geld gefordert. Dabei richtete er eine Pistole, die sich später als Schreckschusswaffe herausstellte, erst auf zwei Kunden und dann auf die Kassiererin. Mit Bargeld und einigen Stangen Zigaretten flüchtete er in Richtung „Zum Roten Berge“.

Unter Drogen Tankstelle überfallen

Auf die Spur kam die Polizei dem Täter Wochen später nach einem Tankstellenraub in Ascheberg. Dort fuhr der 25-Jährige unter Drogeneinfluss mit seinem Cross-Motorrad in einen Straßengraben. Anlieger halfen ihm heraus. Nach dem Raub auf die Tankstelle sahen sie ihn zurückfahren und gaben der Polizei einen Hinweis.

Ermittler entnahmen dem Ascheberger nach seiner Festnahme damals DNA, die für den Raub in Münster zum Ermittlungserfolg führte. Auf der Flucht von der Westfalenstraße hatte der Täter die Dienstkleidung eines Paketzustellers und weitere Kleidungsstücke am Dortmund-Ems-Kanal „an Bäume und Sträucher“ gehängt“, wie der Vorsitzende Richter am Montag erklärte. Passanten fanden sie und informierten die Polizei. An Jacke, Hose, Hemd und Schuhen befanden sich DNA-Spuren hauptsächlich des 25-Jährigen.

Fünf Jahre und drei Monate

Das Urteil für den Ascheberger Fall lautete im Oktober fünf Jahre und drei Monaten Haft wegen besonders schweren Raubes. Am Montag legte das Gericht eine Gesamtstrafe für beide Überfälle fest: sechs Jahre und sechs Monate Freiheitsentzug. Bestehen bleibt die Entscheidung aus dem ersten Urteil, dass der Mann eine Entziehungsbehandlung im Maßregelvollzug durchlaufen und Wertersatz in Höhe von 500 Euro leisten muss.

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