Regisseur-Gespräch zur Premiere
Organspende als Leinwanddrama

Münster -

Was ist ein Mensch bereit zu tun, um das Leben eines nahen Angehörigen zu retten? Um diese Frage geht es in dem Film „Das Leben meiner Tochter“, der am Donnerstag, 6. Juni, bundesweit in den Kinos anläuft und der jetzt vorab im Schlosstheater in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt wurde.

Mittwoch, 05.06.2019, 12:00 Uhr
Steffen Weinert (2.v.l.) stellte sich den Fragen. Es diskutierten mit (v.r.) Sarah Wortmann und Ronja Geller (Studenteninitiative), Dorothee Lamann (UKM). Daniel Wolter (Schlosstheater) moderierte.
Steffen Weinert (2.v.l.) stellte sich den Fragen. Es diskutierten mit (v.r.) Sarah Wortmann und Ronja Geller (Studenteninitiative), Dorothee Lamann (UKM). Daniel Wolter (Schlosstheater) moderierte. Foto: klm

„Das Leben meiner Tochter“ heißt die von Steffen Weinert aus Berlin entworfene Geschichte der acht Jahre alten Jana. Weil für sie kein Spenderherz über Wartelisten verfügbar ist, wendet sich der Vater an einen illegalen Organhändler.

„Es gibt Einrichtungen, die mit uns nicht kooperieren wollten, weil auf das Thema auch ein negatives Licht geworfen wird“, sagte Weinert nach dem Film bei einer Diskussion mit Gästen und Zuschauern. Das Drama thematisiere illegalen Handel aber lediglich als Motiv, um ethische und moralische Grenzen zu zeigen, an die die Eltern geraten, erklärte er.

Zuschauer sollen über Spendenbereitschaft nachdenken

„Der Film ist nicht laut, er ist nicht reißerisch. Er zeigt das Schicksal des Mädchens und das Verhalten der Eltern“, befand Dorothee Lamann , Organspendebeauftragte des Uni-Klinikums. Für die „Studenteninitiative Organspende“ erklärte Ronja Geller, dass auch sie erst „Bedenken“ wegen des Organhandels als Teilaspekt gehabt habe. Tatsächlich bewege die Handlung Zuschauer aber dazu, über Spendenbereitschaft nachzudenken.

Lamann erläuterte, dass „etwa 4000 Menschen“ in Deutschland jährlich überhaupt als passende Organspender infrage kämen. „Eine persönliche Haltung, selbst im Notfall ein Spenderorgan haben zu wollen, aber nicht zur Spende bereit zu sein, halte ich für nicht solidarisch“, sagte sie.

Der Film „Das Leben meiner Tochter“ entstand in Zusammenarbeit mit den Sendern Arte, SWR und WDR. Münster war Station einer deutschlandweiten Kinotour vor dem eigentlichen Programmstart.

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