Eichenprozessionsspinner in Münster
Stadtförster warnt vor Panik

Münster -

Der Eichenprozessionsspinner hat sich über Münster breit gemacht. Die Lage sei dramatisch, so der Stadtförster. Zugleich warnt er aber vor Panikmache.

Dienstag, 04.06.2019, 19:00 Uhr
In Münster hat sich der Eichenprozessionsspinner flächendeckend ausgebreitet. 
In Münster hat sich der Eichenprozessionsspinner flächendeckend ausgebreitet.  Foto: Oliver Werner

Nachdem bekannt geworden ist, dass sich der Eichenprozessionsspinner im gesamten Stadtgebiet ausgebreitet hat, warnt der städtische Förster Hans-Ulrich Menke vor unnötiger Panik. „Solange man die Dinger nicht berührt, besteht nur ein sehr kleines Risiko.“

Am Dienstag hatten sich Menke zufolge bis zu 100 Münsteraner per Mail oder telefonisch mit Hinweisen auf ein Vorkommen des Eichenprozessionsspinners bei der Stadtverwaltung gemeldet. Es sei sogar eine Klage angedroht worden, „wenn wir nicht von jetzt auf gleich tätig werden“. Menke verwies noch einmal darauf, dass die Stadt öffentliche Spielplätze, Kindergärten und Schulen sowie Sportanlagen vorrangig abarbeite.

Es bestehe trotz der Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners kein Grund, Waldflächen gänzlich zu meiden, erklärte Menke. „Man sollte aber gucken, wo Eichen stehen“, mahnte der Förster und ergänzte: „Bitte keine Panik!“

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

1/7
  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6666570?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Debatte um unzufriedene Mitarbeiter: Bewohner-Angehörige schalten sich ein
In der DKV-Residenz am Tibusplatz gibt es Ärger. Die Leitung lädt ihre Bewohner am Montag zum Austausch ein.
Nachrichten-Ticker