Durchfahrtsscheune auf dem Emshof wird saniert
Mitarbeit als echte Chance

Münster -

Die große Durchfahrtsscheune des Schulbauernhofes in Lauheide war bereits seit Jahren in einem desolaten Zustand. Jetzt werden rund 500 000 Euro investiert, um die Substanz des über 100 Jahre alten Bauwerks zu erhalten. Was danach mit Gebäude geschieht, steht auch schon fest.

Donnerstag, 06.06.2019, 21:00 Uhr
Durchfahrtsscheune auf dem Emshof wird saniert: Mitarbeit als echte Chance
Die junge Frau (r.) ist eine von acht Langzeitarbeitslosen, die innerhalb eines Modellprojektes die alte Durchfahrtsscheune des Emshofes sanieren. Über das Projekt informierte Geschäftsführerin Ute Wichelhaus (Mitte) unter anderem Niko Lancier von der Fachstelle zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit (l.) und den GAL-Fraktionssprecher in Münster, Otto Reiners. Foto: Große Hüttmann

Das Dach ist undicht, das Mauerwerk stellenweise brüchig und auch die Holzkonstruktion alles andere als vertrauenserweckend: Die große Durchfahrtsscheune des Schulbauernhofes in Lauheide war bereits seit Jahren in einem desolaten Zustand, und Sturm „Friederike“ hat dem Bauwerk noch einmal kräftig zugesetzt.

Daher standen die Verantwortlichen der Stadt Münster, die Inhaber der Hofstelle ist, und des Emshof-Trägervereins vor der Entscheidung, die Scheune entweder komplett zu sanieren oder sie endgültig aufzugeben.

Halbe Million Euro für den Erhalt

Die Entscheidung fiel für den Substanzerhalt. Rund 500.000 Euro werden daher insgesamt in den nächsten Monaten in das über 100 Jahre alte Bauwerk, das zum Gesamtensemble der Hofstelle gehört, investiert. Denn die Scheune wird nicht nur saniert, sondern zugleich durch verschiedene Umbauten so umgestaltet, dass sie multifunktional genutzt werden kann – unter anderem als Lagerraum für landwirtschaftliche Geräte.

In einem anderen Abschnitt des rund 450 Quadratmeter großen Bauwerks wird eine Werkstatt eingerichtet, in der die Kinder und Jugendlichen auch bei schlechtem Wetter handwerklich tätig werden können.

Acht Langzeitarbeitslose beteiligt

Und Freiraum für zukünftige Veränderungen ist auch eingerechnet. Denn da die Ölheizung des Emshofes mittelfristig durch eine alternative Art der Energieerzeugung ersetzt werden soll, werden dort ebenfalls bereits die Voraussetzungen dafür geschaffen.

Das Besondere an dem Sanierungsprojekt sind aber weniger die architektonischen Feinheiten, sondern vielmehr die Art und Weise, wie der Umbau teilweise gestemmt wird. Denn in Kooperation mit dem Jobcenter sowie der Fachstelle zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit sind an dem Projekt insgesamt acht Langzeitarbeitslose beteiligt, die so wieder an den sogenannten ersten Arbeitsmarkt herangeführt werden sollen. Ein Teil der Mittel aus dem Gesamt-Sanierungstopf werden dafür verwandt.

Emshof

Der Emshof ist ein Schulbauernhof, der nach den Richtlinien von Bioland ökologisch bewirtschaftet wird. Träger ist der gemeinnützige Verein Emshof e.V. Zum Hof gehören rund acht Hektar Fläche.Auf den Weiden und in den Stallungen leben Bentheimer Landschafe, Angler Sattelschweine, Zweinutzungshühner und zwei Esel. Der Hof ist ausgestattet mit einer professionellen Küche und Essbereich sowie einer auch im Winter nutzbaren Tenne, einem Raum für Kleingruppen, einer Werkstatt sowie Sanitäranlagen und Lagerräumen. Das Angebot richtet sich an Schulklassen und Kitas, Eltern und Kinder sowie Gruppen. Die Inhalte orientieren sich an den jahreszeitlichen Abläufen rund um den landwirtschaftlichen Betrieb.

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Die Teilnehmer der Maßnahme erhalten durch die Fachstelle zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit nicht nur eine fachliche Anleitung und sozialpädagogische Begleitung, sondern auch einen Einblick in die Abläufe auf einer größeren Baustelle.

Tonpfannen statt Asbestplatten

Die Motivation der Betreffenden sei groß, erzählt Ute Wichelhaus, Geschäftsführerin des Emshofes. Immer wieder würden die Langzeitarbeitslosen begeistert von ihrer Arbeit berichten. Und der eine oder andere habe bereits Freunden oder Bekannten das gezeigt, woran er einen Anteil hab.

Bereits im Herbst soll die Scheune fertig sein. Die Sanierung erfolgt nach alten Vorbildern. Das bedeutet auch, dass die Asbestplatten auf dem Dach gegen Tonpfannen ersetzt werden. Zudem werden Fenster und Tore wieder so aufgearbeitet wie vor 100 Jahren.

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