Stadtforum in der Aasee-Mensa
Rege Diskussion über Zukunft von Münsters Innenstadt

Münster -

Über Münsters Innenstadt kann man gar nicht oft genug reden. So auch vier Stunden lang am Donnerstagabend in der Mensa am Aasee. Das „Stadtforum“ förderte einige Erkenntnisse zutage.

Freitag, 14.06.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 14.06.2019, 17:05 Uhr
Sie diskutierten über Münster (v.l.): Kunibert Wachsten, Anna Bernegg, Robin Denstorff, Jörn Walter und Klaus Selle.
Sie diskutierten über Münster (v.l.): Kunibert Wachsten, Anna Bernegg, Robin Denstorff, Jörn Walter und Klaus Selle. Foto: Matthias Ahlke

Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, mit welcher Leidenschaft Münsteraner über Dinge diskutieren können, die man eigentlich schon weiß oder doch zumindest erahnt.

Am Donnerstagabend saßen weit über 100 Menschen, darunter viele Mitarbeiter der Stadt Münster und Vertreter von Organisationen und Verbänden, in der Mensa am Aasee zusammen, um im Rahmen der Reihe „Stadtforum“ über die weitere Entwicklung der Innenstadt zu reden.

Hier wichtige Erkenntnisse des Abends:

► Die Digitalisierung und der zunehmende Online-Handel stellen die Städte, insbesondere den Einzelhandel, vor große Herausforderungen.

► Der zunehmende Verkehrsdruck in den Innenstädten wird eine Neuaufteilung des Verkehrsraumes erforderlich machen. Die Dominanz des Autos wird schwinden.

► In Zeiten der Politikverdrossenheit muss jede Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden, weil sonst die öffentliche Akzeptanz fehlt.

Der heimliche Star des Abends war Jörn Walter, Oberbaudirektor in Hamburg von 1999 bis 2017. Er machte zum Beispiel den Vorschlag, leerstehende Ladenlokale mit Kitas zu füllen, sofern der Standort es zulasse. Auf jeden Fall müsse jede Kommune die Frage beantworten: „Wie füllen wir die Erdgeschosse?“

Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern

Darüber hinaus empfahl er, in zentralen Lagen kein Gebäude mehr mit nur einer Nutzung zu bauen und plädierte für einen Mietausgleich, um auch in teuren Lagen Geschäfte ansiedeln zu können, die nicht so viel Umsatz erzielen.

Eine weitere These von ihm, die in Münster längst eine Tatsache ist: „Wir bekommen verstärkt Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern.“ Sein Rezept: Die Ordnungsbehörden müssten die Radler zwingen, „disziplinierter zu werden“.

Anna Bernegg aus Berlin, Expertin für „offene Räume“ und Kreativwirtschaft, legte ihren Zuhörern ans Herz, bei allen Diskussionen nicht die Ziele aus den Augen zu verlieren: „Jeder Diskurs braucht eine klare Steuerung.“

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