Götz Alsmann bei „Versehen Sie Spaß?“
Laerer Lockvogel hat kein schlechtes Gewissen

Münster -

Eine Mini-Kamera im Hemdknopf, ein von innen verspiegeltes Kamerafenster: Götz Alsmann wurde für die heutige Sendung Verstehen Sie Spaß? an der Nase herumgeführt. Alsmanns Percussionist Markus Paßlick aus Laer fungierte dabei als Lockvogel.

Samstag, 15.06.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.06.2019, 06:02 Uhr
Götz Alsmann wird am Samstagabend von Bandkollegen Markus Paßlick bei „Verstehen Sie Spaß“ hereingelegt.
Götz Alsmann wird am Samstagabend von Bandkollegen Markus Paßlick bei „Verstehen Sie Spaß“ hereingelegt.

Mr. Q hatte seine Finger nicht im Spiel. Die technischen Tricks, mit denen Markus Paßlick seinen Bandleader Götz Alsmann heute Abend vor einem Millionen-Publikum aufs Glatteis führt, würden dem Haus-und-Hof-Tüftler von Meisterspion James Bond aber zur Ehre gereichen. Eine Mini-Kamera im Hemdknopf, ein von innen verspiegeltes Kamerafenster oder die beiden Käfige mit funkgesteuerten Klappen, die per Fernbedienung die kleinen nagenden Ungeheuer in die Freiheit der Künstlergarderobe entlassen, könnten auch der filmischen Ideenschmiede des britischen Geheimdienstes entsprungen sein.

Sind sie aber nicht, sondern Werkzeuge, um den musikalischen Tausendsassa Götz Alsmann aus Münster vor einem Konzert im brandenburgischen Luckenwalde für die Fernsehshow „Verstehen Sie Spaß?“ an der Nase herumzuführen. Alsmanns Percussionist Markus Paßlick aus Laer fungiert dabei als Lockvogel. Eine Rolle, die der 55-jährige Musiker und Autor so perfekt spielt, dass sein „Opfer“ erst lange nach dem Dreh dahinterkommt, dass er, also Paßlick, ihn mit voller Absicht in die missliche und darum telegene Lage manövriert hat.

Denkt Bandkollege Paßlick an die elendig langen Minuten mit Alsmann in ihrem gemeinsamen Gefängnis zurück, bekommt er immer noch tellergroße Schweißflecken unter den Armen. „Im Keller das gesamte Fernsehteam samt Regisseur, vor der Tür die verschiedenen Darsteller, die Götz aus der Reserve locken sollen, und ich mittendrin, die versteckte Kamera vor der Brust. Anweisungen an mich kamen per Whatsapp, ein Knopf im Ohr, der wäre Götz sofort aufgefallen“, erklärt Markus Paßlick die aufreibende Situation. „Wenn ich irgendwas falsch gemacht hätte, wäre alles für die Katz gewesen.“ War es aber nicht . . .

Der Percussionist kennt das Fernsehgeschäft, ist schließlich nicht nur als Musiker oft auf der Bühne, sondern schreibt selbst immer wieder Texte und Gags für verschiedene TV-Produktionen. Vor dem Team rund um Moderator Guido Cantz zieht er trotzdem seinen Hut: „Wie die Jungs solche Drehs vorbereiten, das ist schon unglaublich professionell.“ Nichts, aber auch wirklich gar nichts dürfe dem Zufall überlassen werden. Ein Beispiel von vielen: Das Hemd, das mit der Kamera präpariert wurde, musste er schon morgens tragen. „Hätte ich es tagsüber erst angezogen, hätte Götz sofort gefragt, warum ich plötzlich ein neues Hemd angezogen habe.“

So liefen die Planungen für den Streich fast ein halbes Jahr. „Den ersten Kontakt mit dem Team hatte ich im Dezember“, erläuterte Alsmann-Freund Paßlick. Nachdem die Idee für den Streich gemeinsam geboren war, musste ein passender Ort für die filmische Umsetzung gefunden werden. „Das war dann unser Konzert in Luckenwalde Anfang April“, erzählt der Lockvogel.

Ein schlechtes Gewissen, weil er seinen Kumpel da voll in sein Unglück hatte rennen lassen, das hat Markus Paßlick nicht. „Bei Guido Cantz ist alles darauf angelegt, die Hereingelegten nicht bloßzustellen.“ Und Götz Alsmann sei mit dem passenden Humor gesegnet. So flogen Paßlick und der münsterische Bandleader auch gemeinsam nach München, wo die Show am 3. April vor großem Publikum in den Bavaria-Studios aufgezeichnet wurde. Markus Paßlick saß dort mit Mary Rose, Sky Dumont und all den anderen Lockvögeln und Gefoppten auf dem Sofa. „Viele kannte ich aus „Zimmer frei“, so war das eine lockere Angelegenheit“, erinnert sich Markus Paßlick. Er hat bei der Show übrigens einen musikalischen Auftritt. Mehr will der Wahl-Laerer aber nicht verraten. „Die Leute sollen ja schließlich noch die Show angucken.“ Ob er selbst heute Abend vorm Fernsehen sitzt? „Aber selbstverständlich. Gast in einer der letzten großen Samstagabend-Shows zu sein, empfinde ich als eine besondere Ehre.“ Und seinen guten Freund vor Publikum mal gehörig auf die Schippe genommen zu haben, natürlich auch. . .

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