Büromarktbericht der Wirtschaftsförderung
Leerstandsquote beängstigend gering

Münster -

Auf dem Büromarkt sinkt die Leerstandquote immer weiter. Der Wirtschaftsförderer Dr. Thomas Robbers findet das gar nicht gut.

Montag, 17.06.2019, 22:00 Uhr
Sie stellten die aktuelle Büromarktstudie vor: Dr. Thomas Robbers (l.) und Mathias Kersting.
Sie stellten die aktuelle Büromarktstudie vor: Dr. Thomas Robbers (l.) und Mathias Kersting. Foto: kb

„Stabil, aber eng“, mit diesen Worten skizzierte Münsters Wirtschaftsförderer bei einem Pressegespräch am Montag die Situation am Büromarkt. Und in der Tat: Wiegt man weggefallene und neu dazu gewonnene Flächen gegeneinander auf, so gab es im vergangenen Jahr keinerlei Veränderung. Das Angebot von 2,25 Millionen Quadratmeter Fläche blieb konstant, die Leerstandsquote sankt von 1,6 auf 1,5 Prozent, auch bei den Mieten gab es kaum Veränderungen.

Doch hinter diesen unspektakulären Zahlen verbirgt sich großes Problem. Denn während die Wohnungsnot in der münsterischen Öffentlichkeit als ein zentrales Problem der Stadt wahrgenommen wird, erreicht die Debatte über die Büroflächenknappheit nur Insiderkreise.

Standortsuche unter Hochdruck

Gleichwohl hielt Robbers fest: „Die Beschäftigtenzahl wächst schneller als die Einwohnerzahl.“ Sollten nicht zügig neue Projekte umgesetzt und generell neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden, seien Abwanderungen unvermeidbar. Denn anders als beim Wohnungsmarkt, wo die Mieten dramatisch steigen, gebe es auf dem Markt für Büroimmobilien bei den Unternehmen nur eine „begrenzte Zahlungsbereitschaft“. Mathias Kersting, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wirtschaftsförderung, wurde sogar noch etwas konkreter: „Münster muss in die Fläche wachsen.“

Auf Nachfrage ging Thomas Robbers auch auf die Diskussion über eine mögliche Verlagerung des Polizeipräsidiums ein. Bekanntlich ist das bestehende Bürogebäude am Friesenring zu klein und sanierungsbedürftig. Da das Land die Finanzierung eines Neubaus in Aussicht gestellt hat, erfolgt aktuell die Standortsuche unter Hochdruck.

Wohnnutzung geplant

Der Wirtschaftsförderer vertrat die These, dass ein Neubau dieser Größenordnung – wenn eben möglich – auf einem Grundstück des Landes realisiert werden solle. Sollten sich Stadt und Land auf den im Raum stehenden Standort am Stadthafen II einigen, werde man das akzeptieren, so Robbers. Dessen ungeachtet falle dann natürlich eine für weitere Gewerbeansiedlungen wichtige Fläche weg.

Anders bewertete Robbers den geplanten Neubau eines Stadthauses 4 am Albersloher Weg. Hier erfolge der Bau tatsächlich auf einem eigenen Grundstück. Überdies würden bei einem Umzug dezentrale Büroflächen freigeräumt werden, die dann dem Büromarkt wieder zur Verfügung stünden. Auf dem Gelände des alten Polizeipräsidiums hingegen sei im Fall einer Umsiedlung eine Wohnnutzung geplant.

Gute Entwicklung

Sehr erfreut zeigte sich der Wirtschaftsförderer über die Pläne, auf dem alten Pebüso-Gelände an der Robert-Bosch-Straße ein großes Büroquartier zu errichten. Im Kombination mit weiteren Investitionen am Dreieckshafen ergebe sich eine sehr gute Quartiersentwicklung.

Den Leerstand von aktuell 1,5 Prozent bewertete Robbers als zu niedrig. Konkret stehen aktuell gut 33 000 Quadratmeter Büros leer. Das Problem dabei: Nachgefragt werden überwiegend neuwertige Flächen, angeboten werden überwiegend Flächen im mittleren und unteren Bereich.

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