Schweres Gewitter
Amtliche Unwetterwarnung für Teile des Münsterlands

Münster -

Der Deutsche Wetterdienst hat am Mittwochmittag eine amtliche Unwetterwarnung für Teile des Münsterlandes herausgegeben. Es werden schwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel erwartet.

Mittwoch, 19.06.2019, 14:33 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 14:37 Uhr
Schweres Gewitter: Amtliche Unwetterwarnung für Teile des Münsterlands
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Gewittern, die am Mittwoch (19. Juni) in NRW erwartet werden. Foto: dpa (Symbolbild)

Am Mittwochmittag hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine amtliche Unwetterwarnung für Münster und Teile der Kreise Steinfurt und Warendorf herausgegeben. Demnach sollten ab 13.30 Uhr vom Südwesten her einzelne Gewitter aufziehen, mit heftigem Starkregen, schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 100 km/h sowie größerem Hagel zwischen 2 und 3 cm. Die Unwetterwarnung galt bis 14.30 Uhr.

Laut Radarbildern der Seite Kachelmannwetter haben erste Gewitter am Mittwochmittag zunächst vor allem den Westen des Münsterlands getroffen und sind von dort weiter nach Nordosten gezogen.

In Gronau (Kreis Borken) riss ein Blitz am Mittag  ein paar Pfannen von dem Dach eines Gewerbebetriebs herunter. In Greven (Kreis Steinfurt) kam es am frühen Nachmittag bereits zu Hagelschauern.

Die Gewitter ziehen laut DWD-Prognose in mehreren Etappen durch NRW und dauern gebietsweise bis in die Nacht zum Donnerstag an. Die heftigsten Entwicklungen sind jedoch vom späten Nachmittag bis eingangs der Nacht zu erwarten. 

Jugendliche in den Niederlanden vom Blitz getroffen

In den Niederlanden sind am Mittwoch 14 Jugendliche bei einem Gewitter vom Blitz getroffen worden. Ein Jugendlicher sei schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte die Militärpolizei am Mittwoch über Twitter mit. Die übrigen seien nur leicht verletzt worden. Die Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren nahmen an einem Vorbereitungstraining für den Militärdienst in Ossendrecht nahe der belgischen Stadt Antwerpen teil. Sie seien vom Gewitter überrascht worden, hieß es.

So sollten Sie sich bei Unwettern verhalten

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  • Wie weit ist ein Gewitter weg? Darf ich währenddessen telefonieren? Und unter welchen Bäumen bin ich sicher? Wenn es blitzt und donnert, sind sich viele unsicher, wie sie sich richtig verhalten.

    Man kennt das und man weiß eigentlich, wie man mit Gewittern , Blitz und Starkregen umgeht - denken viele. Dabei sind so einigen Mythen unterwegs.

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  • Findet man Schutz unter Buchen?

    Auf keinen Fall! Zwar besagt ein Sprichwort: Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen. Aber grundsätzlich macht es keinen Unterschied, unter welchem Baum man steht. Man ist bei Gewittern hier immer in Gefahr, vom Blitz getroffen zu werden, erklärt die Landesforstanstalt  ThüringenForst  . Aber das Sprichwort kommt nicht von ungefähr. Blitzeinschlag ist an einigen Baumarten stärker zu erkennen als an anderen. Besonders gut etwa an Eichen, deren dicke und oft mit Moos bedeckte Borke Wasser wie ein Schwamm aufnimmt. Das leitet den Blitz im Rindenkörper ab. An glatten Rinden läuft das Wasser gut ab und damit wird der Blitz in den Boden geleitet.

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  • Kann man die Entfernung eines Gewitters abschätzen?

     

    Zählt man die Sekunden zwischen Blitzeinschlag und Donnerhall und teilt das Ergebnis durch drei, ergibt das die Entfernung in Kilometern, erklärt der  Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE)  . Allerdings darf man die Distanz nicht unterschätzen: Liegen zwischen Blitz und Donner zehn Sekunden und weniger, besteht Lebensgefahr.

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  • Soll man sich bei Gefahr im freien Feld auf den Boden legen?

    Zwar sollte man sich einen möglichst niedrigen Punkt im Gelände suchen, also etwa eine Mulde - und sich dort auch klein machen. Denn hohe Punkte ziehen Blitze an. Aber dort geht man am besten in die Hocke, stellt die Füße eng nebeneinander und legt die Arme um die Knie. Auf keinen Fall sollte man sich hinlegen, betont der VDE. Denn gefährlich sind nicht nur direkt einschlagende Blitze, sondern der Boden leitet auch die Energie von Blitzen aus der Umgebung. Die Berührungsfläche mit dem Boden muss man so klein wie möglich halten.

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  • Darf man bei Gewitter im Haus nicht telefonieren?

    Zwar sollte man am besten alle elektrischen Geräte vom Strom nehmen oder einen Überspannungsschutz verwenden - das betrifft also auch Festnetztelefone. Aber: Handys und schnurlose Telefone lassen sich gefahrlos benutzen, erklärt der VDE.

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  • Kann Regen nicht nur das Haus von außen fluten, sondern sich auch durch die Abflüsse drücken?

    Eine Nebenwirkung von Unwettern sind oft Überschwemmungen durch Starkregen. Und dieser läuft in der Tat nicht nur über Kellerabgänge, durch Fenster und Türen ins Haus. Oft kann die Straßenkanalisation so viel Regen nicht schnell aufnehmen, und dann drückt das Wasser durch die Abflüsse ins Haus. Eine Rückstauklappe verschließt bei solchem Druck von unten die Rohre. Für Regenwasser reicht eine normale Klappe, erklärt die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz. Sie öffnet und schließt sich allein durch den Wasserdruck. Für Schmutzwasser mit Fäkalien ist eine motorbetriebene Klappe sinnvoll, sie schließt im Ernstfall absolut dicht. Wichtig ist aber nicht nur ihre Installation, bei Gewitterwarnung sollte man ihre Funktion überprüfen.

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  • Schutz vor Gewitter: Ist das Auto sicher? 

    Autofahrer sind bei Gewittern auch dann geschützt, wenn ein Blitz direkt ins Auto einschlägt. Das Fahrzeug wirkt wie ein Faradayscher Käfig und die Entladung, die bis zu einigen hundert Millionen Volt erreichen kann, fließt über die Gitterstruktur des Blechgehäuses in den Boden. Doch wie sieht es mit Wohnwagen und Wohnmobilen aus? Der ADAC klärt auf.

    Wohnmobile aus Kunststoff bieten keinen Schutz vor Blitzen

    Vorsicht ist allerdings bei Wohnwagen und Wohnmobilen geboten, die aus reinem Kunststoff bestehen, wie etwa Wohnmobile in GFK-Bauweise. Sie bieten keinen Schutz bei Blitzeinschlag. Eine Aluminium-Außenhaut oder eine Kunststoff-Beplankung auf einem Metall-Gerippe wirken bei Wohnmobilen jedoch ebenfalls wie ein "Faradayscher Käfig".

    Wohnwagen oder Wohnmobil bei Gewitter sichern

    Bahnt sich ein Gewitter an, sollten Camper offene Fenster, Türen und Klappdächer schließen und die Bettnische meiden. Geschirr spülen oder duschen ist tabu. Das 230-V-Kabel, außen am Wagen angebracht, sollte wegen der Überspannungsgefahr abgezogen werden. Camper sollten zudem keine metallischen Teile der Einrichtung anfassen und mit dem Kopf nicht in den Bereich des Dachs kommen.

    Fahrerkabine im Wohnmobil bei Gewitter sicherster Ort

    Einen sicheren Aufenthaltsort bietet in jedem Fall die Fahrerkabine. Trotz der Sicherheit sollten Autofahrer bei einem Gewitter keinen erhöhten Parkplatz aufsuchen, die Fenster sowie das Schiebedach schließen und alle Antennen (soweit möglich) einziehen. Im Innenraum sollten Metallteile, die mit der Karosserie in Verbindung stehen, nicht berührt werden.

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  • Autofahren während eines Unwetters: Was muss ich beachten?

    Tempo reduzieren: Bei Starkregen sofort abbremsen. Auf der Autobahn fährt man mit Warnblinkanlage weiter und orientiert sich dabei am Standstreifen. Aber niemals sollten Autofahrer jetzt dort stehenbleiben. Am besten steuert man die nächste Ausfahrt an.

    Schwimmen vermeiden: Bei Regen droht Aquaplaning. Dabei schwimmt das Auto auf einem Wasserfilm auf, da die Reifen zeitweise den Kontakt zur Fahrbahn verlieren. Mit ABS sollte man nicht zu zaghaft bremsen und erst lenken, wenn die Reifen wieder Kontakt haben. Ansonsten lassen sich die Lenkbewegungen auf dem Wasser erst gar nicht übertragen. Aber bekommen dann die Reifen mit eingeschlagener Lenkung Grip, könnte das Auto abrupt die Richtung ändern.

    Profiltiefe checken:Das Reifenprofil spielt beim Aquaplaning eine wichtige Rolle. Ein neues Profil mit sieben Millimetern und mehr leitet noch bei etwa 80 km/h Wasser ab. Mit der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesttiefe von 1,6 Millimetern kann das Auto schon bei 50 km/h aufschwimmen. Experten raten ab drei bis vier Millimetern Profiltiefe zum Reifenwechsel.

    Unterführungen meiden: Voll gelaufene Unterführungen bei Hochwasser oder nach Starkregen sollte man meiden. Beim Durchfahren könnte Wasser in den Motor eindringen und schwere Schäden anrichten.

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Hitzewelle in der nächsten Woche

In der Nacht zum Donnerstag lassen die Gewitter laut DWD in Nordrhein-Westfalen nur langsam nach. Und auch am Tag bleibe es wolkig bis stark bewölkt mit einzelnen Schauern und Gewittern. Die Temperaturen erreichen am Donnerstag nur noch Höchstwerte von 20 bis 24 Grad. Und auch am Freitag bleibt es etwas kühler bei 21 bis 23 Grad. Dann werde es wieder sonniger, so der DWD.

In der kommenden Woche steht Deutschland dann große Hitze bevor. Ab Dienstag werden Höchstwerte zwischen 38 und 39 Grad erreicht. 

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