Jugendkirche effata sucht nach neuem Konzept
Veränderter Jugendkultur gerecht werden

Münster -

Jugendliche mit zielgruppengerechten Angeboten erreichen: Das ist die Idee hinter der Jugendkirche effata. Doch die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Zeit für das Bistum, das Konzept aus dem Jahr 2013 zu überarbeiten – mit den Adressaten.

Samstag, 22.06.2019, 16:00 Uhr
zweites Bild von Domvikar Holger Ungruhe eingelesen –
zweites Bild von Domvikar Holger Ungruhe eingelesen – Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ladermann

„In der Geschichte der Jugendkirche effata ist es Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“ Das sagt Domvikar Holger Ungruhe , Leiter der Jugendkirche in Münster.

Um den Bedürfnissen einer sich immer wieder verändernden Jugendkultur gerecht zu werden, hätten die Bistumsleitung und das Pastoralteam der Jugendkirche gemeinsam beschlossen, diese einem „Re-Launch“ zu unterziehen. Auch der Beirat der Jugendkirche wünsche sich ausdrücklich eine Weiterentwicklung des Konzeptes, betont Ungruhe.

Bisheriges Konzept aus dem Jahr 2013

Er erläutert, dass das bisherige Konzept aus dem Jahr 2013 stamme. „Das ist für eine Jugendkirche ein langer Zeitraum“, sagt er. Viele Erinnerungen, nicht nur an kirchliche Großereignisse, blieben untrennbar mit der Jugendkirche effata verbunden. „Das zeugt von der jahrelangen guten Arbeit, die hier geleistet wurde“, dankt Ungruhe allen, die sich in vergangenen Jahren haupt- wie ehrenamtlich in der Jugendkirche engagiert haben.

Ziel des Veränderungsprozesses, der nach den Sommerferien beginnt, sei es, „die veränderten Lebenswirklichkeiten Jugendlicher wahrzunehmen und Schlüsse für die pastorale Arbeit zu ziehen.“ Dafür werde sich die Jugendkirche effata gemeinsam mit Jugendlichen auf einen Weg machen und zusammen mit der Zielgruppe neue Ideen entwickeln.

Neue Wege entwickeln und ausprobieren

„Hierfür gibt es keine Patentrezepte oder schon vorab vorformulierte Zielsetzungen. Vielmehr soll es ein Prozess sein, in dem in aller Freiheit neue Wege bedacht, entwickelt und ausprobiert werden können“, unterstreicht der Leiter der Jugendkirche.

Der Prozess werde fachlich begleitet vom Zentrum für angewandte Pastoralforschung (ZAP) aus Bochum. Durch das ZAP begleitet werde ebenfalls eine Evaluation der Sonntagsgottesdienste. Bis zur Auswertung dieser Studie würden die Sonntagsgottesdienste weiterhin angeboten werden.

Den nötigen Freiraum für diese konzeptionelle Grundlagenarbeit gewinne das Team der Jugendkirche dadurch, dass sonstige liturgische Angebote und andere Veranstaltungen nach den Sommerferien pausieren werden, kündigt Ungruhe an.

Auch diese Formate würden gemeinsam mit Jugendlichen überarbeitet und veränderten Bedürfnissen angepasst werden. Für die Jugendkatechesen und Jugendgebetsabende mit Bischof Dr. Felix Genn sei diesem bereits ein verändertes Konzept vorgelegt worden, das bald erstmals ausprobiert werden könne.

„Da die Veranstaltungen mit dem Bischof traditionell ein fester Bestandteil von Firmvorbereitungen im ganzen Bistum sind, finden die angekündigten Termine statt“, sagt Ungruhe.

Jugendpastoral geht nur gemeinsam mit Jugendlichen.

Domvikar Holger Ungruhe

Der Leiter der Jugendkirche macht zudem deutlich: „Wenn aus der Prozessgestaltung der Jugendsynode im vergangenen Jahr ein Schluss gezogen werden kann, dann dieser: Jugendpastoral geht nur gemeinsam mit Jugendlichen. Und Jugendliche sind eine Zielgruppe, die sich permanent verändert. Deshalb liegt es eigentlich schon in der Natur der Sache, dass sich eine Jugendkirche nach einer gewissen Zeit wieder neu fragen muss: Wie kann Partizipation funktionieren? Welche Themen bewegen die aktuelle Generation Jugendlicher? Was ist eine zeitgemäße Glaubenskommunikation? Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Jugendlichen Antworten auf diese Fragen zu suchen. Gleichzeitig gilt es die Zäsur zu nutzen, um allen zu danken, die sich bis heute in der Jugendkirche effata schon engagiert und diesen jugendpastoralen Ort mit viel Herzblut mitgestaltet haben.“

Die Jugendkirche effata

Die Jugendkirche effata wurde 2002 gegründet. Eigentümer des Gebäudes, der Kirche St. Martini in der Neubrückenstraße, ist die Kirchengemeinde St. Lamberti; Hauptnutzer ist seit 2014 das Bistum mit der Jugendkirche. Es kommt auch für die Unterhaltung des Gotteshauses auf. Ziel ist es, junge Christen zwischen 14 und 30 Jahren mit zielgruppengerechten Angeboten zu erreichen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, die Botschaft des Evangeliums als Anregung für ein gutes Leben zu erfahren.

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