Eltern zum Anmeldeverfahren
Gesamtschulen weiter vorschalten

Münster -

An Münsters Gesamtschulen gibt es viel zu wenig Plätze für die viel zu große Nachfrage. Deshalb beginnt das Anmeldeverfahren auch immer vor den anderen weiterführenden Schulen. Das finden diese nicht wirklich gut – die Stadtelternschaft will aber am Verfahren festhalten.

Sonntag, 23.06.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 23.06.2019, 17:37 Uhr
Eltern zum Anmeldeverfahren: Gesamtschulen weiter vorschalten
Foto: Matthias Ahlke

Die Stadtelternschaft in Münster ist sich einig: Sie möchte weiterhin ein zeitlich vorgezogenes Anmeldeverfahren für die städtischen Gesamtschulen. Dies wurde bei der Versammlung des Gremiums in dieser Woche deutlich, wie Karla Förste betont.

Der stellvertretende Leiter des Schulamtes, Wolfgang Wimmer , hatte das Thema in der Stadtelternschaft zur Diskussion gestellt, nachdem Schulleiter der Gymnasien und der Realschulen bei der Stadt eine Änderung des Verfahrens ins Gespräch gebracht hatten.

Weil in Münster bisher immer viel zu wenige Plätze an den Gesamtschulen vorhanden sind und Hunderte von Kindern abgewiesen werden, haben die Stadt Münster und die bischöfliche Friedensschule das Anmeldeverfahren der Fünftklässler zeitlich vor die Anmeldungen an den anderen Schulen gesetzt.

Hintergrund des Vorstoßes

Die vielen Abgewiesenen sollen so die Chance haben, sich einfach an einer anderen Schule anzumelden. „So verfahren übrigens die meisten Städte in NRW“, betont Schulamtsleiter Klaus Ehling .

Hintergrund des Vorstoßes von Gymnasien und Realschulen ist die Überlegung, dass sich unter anderen Voraussetzungen vielleicht von vornherein mehr Eltern für eine dieser beiden Schulformen entscheiden würden – und die Gesamtschulen weniger überrannt würden.

Die städtische Schulverwaltung und auch die Stadtelternschaft sehen aber in einem gleichzeitigen Verfahren die Gefahr, dass noch deutlich mehr Kinder als bisher an ihrer Wunschschule eine Absage bekämen und immer neue Verteilrunden angestoßen werden müssten.

Anregung: Wunschliste mit mehreren Schulen

Genau das wollen die Eltern ganz und gar nicht, wie es in einer Pressemitteilung der Stadtelternschaft heißt. Sie regen bei der Verwaltung an, etwa durch die Einführung einer Wunschliste mit mehreren Schulen Verfahren zu finden, die es eher gewährleisten, dass einzelne Kinder nicht mehrere Absagen hintereinander erhalten müssen.

Ein solches Verfahren hatte die Stadt vor Jahren vorübergehend ausprobiert. Ehling erinnert sich: „Die Verteilung wurde dadurch noch komplizierter.“

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