Familienfest zum 100-jährigen Bestehen der DLRG
Einsatz unter Wasser

Münster -

Mit Hundertjährigen soll man ja im Allgemeinen pfleglich umgehen. Die DLRG setzte am Samstag aber auf Spaß und Action. Beispielsweise mit Demonstrationen ihres Könnens in einem Tauchcontainer.

Montag, 24.06.2019, 08:00 Uhr
Beim Familienfest zeigten Taucher der DLRG in einem Container voller Wasser, wie sie arbeiten. Auf diesem Bild schaute ihnen unter anderem ein kleiner Junge zu. Sein Konterfei spiegelte sich in der Scheibe des Containers.
Beim Familienfest zeigten Taucher der DLRG in einem Container voller Wasser, wie sie arbeiten. Auf diesem Bild schaute ihnen unter anderem ein kleiner Junge zu. Sein Konterfei spiegelte sich in der Scheibe des Containers. Foto: klm

Vor den bodentiefen Fenstern stehen Kinder und schauen in den Tauchcontainer. Drinnen schrauben Taucher unter der Wasseroberfläche an einer Verrohrung. Ähnlich wie im echten Einsatz in offenem Gewässer stellt sich die Aufgabe für die Taucher – hier indes können die Besucher direkt sehen, wie die Arbeit abläuft.

„Die Taucher müssen gegen den Wasserwiderstand arbeiten. Die Schwerkraft fehlt dabei“, weiß Michael Schmidt , Vorsitzender der Deutschen Lebens Rettungs-Gesellschaft ( DLRG ), Bezirk Münster. Beim Sägen etwa müssten sie „die Säge erst einmal herunterbekommen“. Der Tauchcontainer war eine fachliche Demonstration beim Familienfest der DLRG am Samstag auf den Aaseewiesen in Höhe des Pardo-Stegs.

Zum 100-jährigen Bestehen des Bezirksverbandes feierte man im März mit einem Festakt im Rathaus, im Mai stieg eine Mitarbeiterfeier im Skaters Palace. „Das Familienfest heute ist ein Geschenk von uns an die Stadtbevölkerung. Die Leute sollen Spaß haben“, sagt Schmidt.

Dafür gab es viel Unterhaltung für Kinder mit Hüpfburgen, Spielen und Verlosungen. Parallel wurden Ausrüstung und Technik erklärt. Auf Einsatzbooten wurde gezeigt, wie Sprech- und Computervorrichtungen funktionieren. Kinder konnten sich – an Land – ans Steuer setzen oder auf dem Aasee mitfahren: „Viele sind sehr am Bootfahren interessiert. Im Rettungsboot können sie ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, auf dem Wasser unterwegs zu sein“, sagt Schmidt.

18 Taucher kann die DLRG bei Bedarf für Rettungs- und Sucheinsätze oder im Katastrophenfall einsetzen, wie Paul Kemper, Sprecher und Leiter der Kommunikation, erklärt. Angefordert wird man von der Feuerwehr zur Unterstützung. Für Ortungen von Vermissten kommt auch die Rettungshundestaffel der Ortsgruppe Ahaus zum Einsatz. Und das tat sie am Samstag auf dem Aasee: Eine Crew nahm etwa einen Königspudel an Bord und legte im Wasser eine getäuschte Spur. Der Hund blieb im Einsatz an Bord.

„Königspudel sind verspielte Hunde, die diese Arbeit gerne machen“, so Kemper. Obwohl die Aufgabe – einen womöglich leblosen Körper unter Wasser vom Boot aus per Geruchssinn festzustellen – für die Besatzung einen ernsten Hintergrund hat. „Die Hunde können feinste Partikel, die Menschen abgeben, über der Wasseroberfläche riechen.“

Ein Bootsunfall wurde auf dem Aasee nachgestellt, für die Zuschauer „nah unter Land“ gemacht, wie es hieß – also nah an den Wiesen. Die Besucher erfuhren, was Strömungsretter machen, Bootsführer, Rettungstaucher, Funker und Sanitäter. „Bei uns sind 400 bis 450 Personen in Ausbildung und Einsatz. Bis auf eine Teilzeitkraft arbeiten alle ehrenamtlich“, betont Kemper. Sie sind der aktive Teil der rund 2500 Mitglieder im Bezirk.

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