Ladenlokal an der Hammer Straße
"Fairteilbar": Hier wird verkauft, was sonst liegen bleibt

Münster -

Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr in Deutschland weggeworfen. Und das, obwohl sie noch genießbar sind. In Münster gibt es jetzt eine "Fairteilbar", die genau dagegen ankämpft.

Montag, 24.06.2019, 16:15 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 16:31 Uhr
Angetreten, um der Verschwendung die Stirn zu bieten: Susanne Kemper und Claudia Thermann (v.l.) haben mit ihren Mitstreitern von Fairteilbar an der Hammer Straße ein Ladenlokal für Lebensmittel eröffnet.
Angetreten, um der Verschwendung die Stirn zu bieten: Susanne Kemper und Claudia Thermann (v.l.) haben mit ihren Mitstreitern von Fairteilbar an der Hammer Straße ein Ladenlokal für Lebensmittel eröffnet. Foto: Claus Röttig

Die Zahlen sind kaum vorstellbar: Jede Sekunde werden laut einer Studie des WWF in Deutschland 313 Kilogramm Lebensmittel einfach weggeworfen. Die sind nicht verdorben, sondern können einfach nicht mehr verkauft oder verwendet werden – aber sind noch genießbar. Das entspricht 18 Millionen Tonnen im Jahr.

Um gegen diese Verschwendung anzugehen, ist das Unternehmen Fairteilbar angetreten. An der Hammer Straße 60 hat das Team um Susanne Kemper (Vorsitzende) und Claudia Thermann (Stellvertreterin) ein Ladenlokal eröffnet, in dem Lebensmittel angeboten werden, die sonst in der Tonne gelandet wären.

Wir bieten Lebensmittel, die genießbar sind, zu kleinen Preisen an, ohne das Einkommen zu kontrollieren

Susanne Kemper

„Ich habe schon vor einigen Jahren angefangen, mich gegen die Lebensmittelverschwendung zu stellen“, so Kemper bei der Eröffnung. Während auf der einen Seite genießbare Lebensmittel einfach entsorgt werden, gebe es auf der anderen Seite aber auch immer mehr Menschen, die nur knapp an dem Bemessungsgrenze zur Unterstützung legen und kaum Zugang zu Lebensmittel haben. „Genau da setzen wir an. Wir bieten Lebensmittel, die genießbar sind, zu kleinen Preisen an, ohne das Einkommen zu kontrollieren.“

Um das Ziel umzusetzen, betreiben Fairteilbar einen großen Aufwand: Sie haben Kooperationen mit Landwirten, gehen auf die Felder und ernten nach, holen Lebensmittel ab und lagern sie bis zum Verkauf. „Oft bleiben Sachen einfach auf den Feldern liegen, weil sie vielleicht zu groß oder zu klein sind“, so Thermann.

Ergänzung zur Produktionskette

Das sei aber keine Aussage über die Qualität. „Solche Lebensmittel, oft Gemüse oder Obst, bieten wir dann an.“ Dabei trete man aber nicht in Konkurrenz zur Produktionskette der Industrie. „Vielmehr sehen wir uns als eine Ergänzung.“

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