Forschungsprojekt zum Produzieren und Konsumieren
Weniger Fleisch auf dem Mensa-Teller

Münster -

Ein geringerer Fleischkonsum spart CO² – das ist längst kein Geheimnis mehr. In der Mensa am Ring des Studierendenwerks Münster soll das jetzt während eines Forschungsprojekts ausprobiert werden.

Montag, 24.06.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 16:22 Uhr
Silke Friedrich von der FH Münster koordiniert die zweite Runde des Forschungsprojekts „Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren in der Außer-Haus-Gastronomie“. Es hat eine Laufzeit von Juni 2019 bis November 2020.
Silke Friedrich von der FH Münster koordiniert die zweite Runde des Forschungsprojekts „Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren in der Außer-Haus-Gastronomie“. Es hat eine Laufzeit von Juni 2019 bis November 2020. Foto: FH

Sie gehören zu den beliebtesten Gerichten in der Gastronomie: Hähnchenschnitzel und Bratwurst. Wie würden die Gäste wohl reagieren, wenn die Kantine die Fleischportion von 140 auf 120 Gramm verkleinert? Würde sich das überhaupt nennenswert auf die Umwelt auswirken? Das Studierendenwerk Münster hat das als Praxispartner in einem Forschungsprojekt erprobt.

Die Gäste haben auch die kleineren Portionen als ausreichend bewertet, heißt es in einer Mitteilung der Fachhochschule Münster , die das Projekt leitet. Zukünftig könnten bei zwei Standardgerichten mit Hähnchenschnitzel und Bratwurst in nur einer Kantine, der Mensa am Ring, jährlich 3,6 Tonnen CO-Äquivalente eingespart werden, schreibt das Studierendenwerk in dem Buch „Nachhaltig außer Haus essen“.

Prof. Dr. Petra Teitscheid von der FH Münster hatte es mit Kollegen zum Abschluss der ersten Runde im Forschungsprojekt Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren in der Außer-Haus-Gastronomie (Nahgast) herausgegeben. Das Projekt ist nun in die zweite Runde gestartet. Auch bei Nahgast II ist das Studierendenwerk als Praxispartner dabei, ebenso wie etwa der Mensaverein der Euregio-Gesamtschule Rheine. Insgesamt hat sich die Zahl der teilnehmenden Betriebe von sechs auf mehr als 20 erhöht.

„Wir möchten auf Augenhöhe mit ihnen zusammenarbeiten“, sagte Silke Friedrich von der FH Münster bei einem Kick-off-Treffen für die Praxispartner aus der Region. Die Wissenschaftlerin vom Institut für Nachhaltige Ernährung koordiniert das Verbundprojekt, Prof. Dr. Petra Teitscheid leitet es. Forschungspartner sind die Technische Universität Berlin und das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie. „Alle globalen Nachhaltigkeitsziele sind direkt oder indirekt mit dem System Ernährung verknüpft. Der Gastronomie kommt dabei eine immer wichtigere Rolle zu, denn etwa jede zweite Mahlzeit nehmen wir inzwischen außerhalb unserer eigenen vier Wände ein“, so Teitscheid. Was in Kantinen und Restaurants auf den Tisch kommt, wirkt sich deutlich auf Umwelt, Gesundheit sowie auf Fairness gegenüber Mensch und Tier aus.

Vier Arbeitspakete stehen bei Nahgast II nun auf dem Programm. Themen sind dabei die Evaluation des Nahgast-Rechners, die Kommunikation mit den Kunden, Informationen zu Lebensmittelabfällen und die Evaluierung des Transfers in die Praxis.

Mit dem Rechner hat das Nahgast-Team ein Online-Instrument entwickelt, mit dem Gastronomiebetriebe die Nachhaltigkeit von einzelnen Speisen bewerten lassen können: Wie verträglich ist das Gericht für Umwelt und Gesundheit, wie fair ist es gegenüber Mensch und Tier? Der Rechner ist kostenfrei online abrufbar. Nahgast II wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.  

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6720635?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
RWI-Studie: Wohnen wird im Münsterland extrem teuer
Immobilienpreise: RWI-Studie: Wohnen wird im Münsterland extrem teuer
Nachrichten-Ticker