Kita-Jahresbericht 2019
463 neue Plätze in Kitas und Tagespflege - weiterer Ausbau nötig

Münster -

Die Stadt hat den Kinderbetreuungsbericht vorgelegt. Viel wurde getan, noch mehr ist zu tun, damit es in der U3-Betreuung künftig genug Plätze in Münster gibt.

Dienstag, 25.06.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 21:00 Uhr
Bei der Betreuung der unter dreijährigen Kinder muss die Stadt die Betreuungsquote weiter nach oben schrauben.
Bei der Betreuung der unter dreijährigen Kinder muss die Stadt die Betreuungsquote weiter nach oben schrauben. Foto: dpa

Alle Jahre wieder stellt die Stadt den Kindertagesbetreuungsbericht vor: „Alle Jahre wieder brauchen wir noch mehr Plätze“, stellt Oberbürgermeister Markus Lewe fest, als er am Dienstag mit Jugenddezernent Thomas Paal und Jugendamtsleiterin Anna Pohl die Auflage 2019 erläutert.

Was den Oberbürgermeister auf der einen Seite freut, stellt seine Verwaltung auf der anderen vor eine große Herausforderung. Die fasst Dezernent Paal so zusammen: „Steigende Kinderzahlen und steigender Betreuungsbedarf, der immer früher einsetzt.“

Betreuungsquote nicht ausreichend

Dabei verweist Paal für 2019 auf „ein echt gutes Jahr“. In Münster stünden 163 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder unter drei und 300 zusätzliche Plätze für Kinder über drei Jahren zur Verfügung. Doch diese Anstrengungen reichen nicht aus: Bis zum Jahr 2028 würden mehr als weitere 3000 Plätze benötigt, sagt Anna Pohl unter Verweis auf die vorgenommenen Berechnungen.

Auch die NRW-weit herausstechende Betreuungsquote von 45,1 Prozent bei den unter dreijährigen Kindern ist nicht ausreichend, um die Nachfrage der Eltern zu decken. „Mit 50 bis 60 Prozent“ beziffert Paal den Bedarf in der U3-Betreuung. „Ich bin erst zufrieden, wenn wir überall in der Stadt leerstehende Plätze haben“, erklärt der Jugenddezernent und liefert die Erklärung für seine kühne Aussage hinterher. Zwar sei die Betreuungsquote für eine Großstadt wie Münster richtig gut. „Aber das hilft den Eltern gar nichts, die keinen Platz bekommen haben.“

Fachkräftemangel zunehmend eine Herausforderung

Vor allem in der Innenstadt, in St. Mauritz, im Bereich Gremmendorf/Angelmodde sowie in Coerde drückt der Schuh in der U3-Betreuung. Im Zentrum gebe zu wenig Grundstücke für Neubauten. Große Hoffnungen sind im Innenstadt-Bereich deshalb mit den geplanten Kitas an Sonnen- und Neubrückenstraße verbunden. Des Weiteren setzt die Stadt nach eigenem Bekunden auf leerstehende Ladenlokale für Kitas und zusätzliche Tagesmütter- oder -väter. Letztere stellten „eine wichtige Betreuungsform gerade für Kinder unter drei“ dar, betont Jugendamtsleiterin Pohl.

Der deutliche Ausbau der Betreuungsplätze schafft indes andere Probleme: „Der Fachkräftemangel ist das, was uns zunehmend drückt“, sagt der Jugenddezernent. Seine Forderung: „Wir müssen ein attraktives Berufsbild schaffen für Menschen, die Erzieherin oder Erzieher werden wollen.“ Das umfasse auch das Thema Bezahlung. „Wir verlangen hoch qualifizierte Bildungsarbeit“, begründet Paal.

In Münster leben nach Angaben der Stadt aktuell rund 17.064 Kinder unter sechs Jahren. Das sind 368 Kinder mehr als im vergangenen Jahr. Die beste Nachricht kommt aus dem Mund von Anna Pohl: „Alle Kinder, die über drei Jahre alt sind, bekommen einen Platz.“

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