Millioneninvestitionen
Neue Zeiten auf dem Mühlenhof

Münster -

Der Mühlenhof wird in den nächsten zweieinhalb Jahren zwei Millionen Euro investieren. Dabei endete das Geschäftsjahr 2018 mit einem Minus. Wie der Spagat klappen soll, erläuterte der Vorstand auf dem Müelendag.

Donnerstag, 27.06.2019, 19:15 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 19:20 Uhr
Die Macher auf dem Mühlenhof (v.l.): Der wiedergewählte 1. Baas Dr. Markus Johow, Schatzmeister Heribert Aldejohann, 2. Baas Ralf Landwerth und das neu gewählte Vorstandsmitglied Gregor Bogatzki.
Die Macher auf dem Mühlenhof (v.l.): Der wiedergewählte 1. Baas Dr. Markus Johow, Schatzmeister Heribert Aldejohann, 2. Baas Ralf Landwerth und das neu gewählte Vorstandsmitglied Gregor Bogatzki. Foto: Matthias Ahlke

Die letzte Bilanz 2018 trübt ein wenig die durch die große Energie des neu zusammengestellten Vorstands entstandene Aufbruchstimmung auf dem Mühlenhof. Das Minus in der Kasse beträgt gut 65.000 Euro. Grund sind vor allem die um 65.000 Euro höheren Personalkosten und ein Umsatzrückgang von 46.500 Euro, erklärt Schatzmeister Heribert Aldejohann.

Doch im laufenden Geschäftsjahr soll alles besser laufen. Der Trägerverein „De Bockwindmüel“ kalkuliert mit einem Plus von 168.000 Euro durch höhere Einnahmen vor allem in der Gastronomie und Spenden, aber auch durch weniger Personalkosten.

Zuschuss deckt die Investitionen

Die Investitionen 2019 in Höhe von rund 800.000 Euro werden durch den Zuschuss der Stadt Münster für das laufende Jahr voll gedeckt. Insgesamt plant der Mühlenhof zwei Millionen Euro in den kommenden zweieinhalb Jahren zu investieren, sagt der 1. Baas Dr. Markus Johow . Darin enthalten ist ein städtischer Gesamtzuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro bis zum Jahr 2021. Die Stadt unterstützt zudem die Einstellung eines Museumsdirektors und den musealen Bereich jährlich mit einem weiteren Zuschuss in Höhe von 134.000 Euro bis zum Jahr 2021.

Mit einem harmonischen Müelendag hat der Trägerverein „De Bockwindmüel“ die Weichen für die nähere Zukunft des Hofes gestellt. Johow wurde für drei Jahre bestätigt und Gregor Bogatzki neu in den Vorstand gewählt. Die Versammlung ermächtigte den Vorstand, Kredite bis zu einer Summe von 350.000 Euro (bislang 250.000 Euro) aufnehmen zu können sowie den Erbpachtvertrag mit der Stadt neu zu verhandeln. Dabei geht es unter anderem um Grundstücksarrondierungen.

Einsparpotenzial bei Personalkosten

Die Mitglieder sprachen sich zudem dafür aus, die Gastronomie auszulagern. Sie soll eine eigene GmbH mit Gastronomieleiter Hagen Holtmannspötter als Geschäftsführer werden, der Verein wird Gesellschafter.

Einsparpotenzial sieht der Vorstand bei den Personalkosten, die über eine halbe Million Euro betragen und sowohl im gastronomischen als auch im musealen Bereich gesenkt werden sollen. „Wir wollen die Kosten reduzieren“, kündigte Johow an.

Die großen Bauvorhaben auf dem Hof

Wie viele Container mit Schutt und Krempel den Mühlenhof bereits verlassen haben, kann der 2. Baas Ralf Landwerth nicht mehr zählen. Der Wirtschaftshof im Norden des Freilichtmuseums wird entrümpelt – eine Mammutaufgabe. Dort entstehen Ackerflächen, Gemüse und Früchte sollen hier angebaut werden, Tiere grasen. „Wir haben gerade eine Kuh und ein Kalb gekauft“, sagt der 1. Baas Dr. Markus Johow. (rr)Der Aufbau des Feuerwehrgeräthauses, das mal am Schifffahrter Damm stand und nur wenige Meter vom Wirtschaftshof entfernt entsteht, ist fast abgeschlossen. Die Gefache sind ausgemauert, der Lehmputz innen aufgetragen, berichtet Landwerth. Der Gräftenhof soll neue Toilettenanlagen und bis November eine zeitgemäße Küche bekommen – jetzt allerdings nun doch ohne Keller, weil dort Leitungen verlaufen. Im Haupthaus und im Dorfkrug sollen neue Heizungen eingebaut werden. Die Reetdächer auf dem Hof müssen instand gesetzt werden, die Remise wird repariert. Die Mühle soll neuen Schwung bekommen und wieder mahlfähig werden. Über dem Hüsken im Osten des Hofes soll eine Ferienwohnung entstehen – als neue Einnahmequelle.

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Viel wichtiger ist es, dass wir das Vertrauen zur Politik und Stadt, zur Hausbank und zu Förderern wieder hergestellt haben.

Dr. Markus Johow

Auf dem Mühlenhof hat sich viel getan. Das beginnt mit neuem Geschirr und neuen Kirschholzmöbeln im Salon und endet mit den Bauten auf dem Gelände. „Viel wichtiger ist es, dass wir das Vertrauen zur Politik und Stadt, zur Hausbank und zu Förderern wieder hergestellt haben“, sagt Johow. Allein für den Neubau der Küche im Gräftenhof gebe es feste Spendenzusagen in Höhe von 200.000 Euro.

Der Hof ist mit zusätzlichen Veranstaltungen, wie einem Weihnachtsmarkt, belebt worden. Das Museum wurde mit Ausstellungen auch in Verbindung mit der Universität gestärkt. „Alle Geschäftsbereiche haben wieder Boden unter den Füßen“, sagt Johow.

Neuer Leiter für den Mühlenhof

Der Vorstand des Mühlenhofs entscheidet Anfang September darüber, wer neuer hauptamtlicher Geschäftsführer des Freilichtmuseums wird. Wie der wiedergewählte 1. Baas Dr. Markus Johow den Mitgliedern beim Müelendag mitteile, sind vier qualifizierte Bewerber im Rennen. Insgesamt hatten sich über 20 Interessenten beworben. Der hauptamtliche Museumsdirektor soll zum 1. Januar 2020 beginnen und in den kommenden vier Jahren ein zukunftsweisendes Konzept für das in der Vergangenheit häufig in Finanznot geratene Freilichtmuseum schreiben. Der Trägerverein „De Bockwindmüel“ hatte sich vom letzten hauptamtlichen Geschäftsführer Anfang 2015 im Streit getrennt. Der damalige 1. Baas Georg Berding und nun sein Nachfolger Johow führten den Hof seither ehrenamtlich. Neu ist ein Leiter für die Gastronomiebetriebe des Mühlenhofes: Hagen Holtmannspötter ist seit Mitte März im Amt. (rr)

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Für den Müelenrat bescheinigte dessen Vorsitzender Udo Mannefeld: „Die weitere Entwicklung des Mühlenhofes ist auf einem guten Weg.“ Der Müelendag erteilte dem Vorstand die Entlastung, Versammlungsleiter Heinz Heithoff zählte dabei acht Enthaltungen.

Impressionen: Mühlenhof-Freilichtmuseum Münster

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