Ausverkauftes Vainstream Rockfest
Hitziges Spektakel am Hawerkamp

Münster -

Glühende Hitze, harte Rockmusik, ausgelassene Stimmung: 16.000 Besucher haben am Hawerkamp ein in diesem Jahr nahezu perfekt organisiertes Vainstream-Rockfest gefeiert. Nur einmal bekam Münster „sein Fett weg“.

Sonntag, 30.06.2019, 12:15 Uhr
Crowdsurfing: Jahrelang auf vielen deutschen Festivals geächtet – nicht zuletzt aufgrund der Verletzungsgefahr – ist dennoch nicht klein zu kriegen. Hunderte ließen sich am Samstag auf der Menge tragen und untermauerten so, wie ausgelassen die Stimmung am Hawerkamp war.
Crowdsurfing: Jahrelang auf vielen deutschen Festivals geächtet – nicht zuletzt aufgrund der Verletzungsgefahr – ist dennoch nicht klein zu kriegen. Hunderte ließen sich am Samstag auf der Menge tragen und untermauerten so, wie ausgelassen die Stimmung am Hawerkamp war. Foto: Oliver Werner

Das 14. Vainstream Rockfest , das am Samstag 16.000 Besucher und 30 Bands im Hawerkamp feierten, wird in Erinnerung bleiben. Wieder einmal wegen der hohen Temperaturen, noch mehr aber aufgrund ausgelassener Stimmung, perfekter Organisation und nicht zuletzt politischer Statements.

Vainstream Rockfest 2019

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  • Seit Samstagmorgen läuft am Hawerkamp das Vainstream Rockfest.

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  • Bereits am Vormittag hatten sich Tausende Fans von Metal-, Hardcore- und Punk-Musik auf dem Gelände eingefunden.

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  • Insgesamt werden rund 16.000 Besucher erwartet.

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  • Vainstream Rockfest 2019 Foto: Oliver Werner
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Ausgelassenen Party und bemerkenswerte Konzerte

Das bestimmende Thema am Samstag, das wird früh klar, ist das Wasser. Nahezu unaufhörlich wird es vor der Bühne aus einem großen Wasserschlauch auf das Publikum befördert, unweit davon herrscht an einer der kostenlosen Trinkwasserstellen Hochbetrieb. Viele Gäste nehmen den Ratschlag des Veranstalters, es bei Temperaturen von über 30 Grad mit dem Alkohol nicht zu übertreiben, offenbar ernst. Wohl auch deshalb kann die 14. Auflage des einst aus der Not geborenen und mittlerweile aus dem Rock-Kalender nicht mehr wegzudenkenden Festivals zu der ausgelassenen Party werden, zu der bemerkenswerte Konzerte beitragen.

Pfandsystem

Die im Vorfeld viel diskutierte Umstellung auf ein Pfandsystem hat beim Vainstream reibungslos funktioniert. Lange Schlangen, wie sie bei anderen Festivals immer mal wieder bemängelt werden, blieben an den Theken ebenso aus wie an Imbissständen und den Toiletten. Im Zuge der Änderung ließ Veranstalter Timo Birth durchblicken, dass er davon ausgeht, dass in den kommenden Jahren auch eine Umstellung vom Wertmarkensystem auf bargeldloses Bezahlen erfolgen wird. Noch allerdings, so Birth, gebe es hierzulande kein Festival, wo das fehlerfrei funktioniere. Eine verfrühte Einführung will der Veranstalter hinsichtlich möglicher Umsatzeinbußen, vor allem aber unzufriedener Kunden, nicht riskieren.

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Die Donots begeistern ihre Fans

„Die Donots werden ein fettes Heimspiel-Konzert geben“, ist sich Veranstalter Timo Birth schon am Mittag sicher. Vermutlich weiß er da schon, was die Besucher zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Denn die international bekannte Band aus Ibbenbüren spielt nicht nur das versprochen starke Konzert, sondern hat noch eine ganz besondere Überraschung in petto. Urplötzlich überlässt Sänger Ingo Knollmann das Mikro dem auf die Bühne geeilten Wolfgang „Wölfi“ Wendland, Frontmann der Satire-Punkband „Die Kassierer“. Der singt den bandeigenen Song „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ und wird dafür von einem Großteil des Publikums frenetisch gefeiert. Wölfi, einst unabhängiger Bürgermeisterkandidat in Bochum und etwas unkonventionell mit Textzettel in der Hand, genießt die ihm zuteil werdende Begeisterung sichtlich.

Die größte Show liefern Feine Sahne Fischfilet

Richtig gut aufgelegt sind auch die beiden auf dem Vainstream schon häufiger zu Gast gewesenen Irish-Folk-Punk-Bands Flogging Molly und als Headliner Dropkick Murphys. Doch, und so ist das in diesem Sommer nicht nur in Münster, für die größte Show sorgen Feine Sahne Fischfilet. Die Gruppe also, die den meisten Deutschen vor zwei Jahren noch völlig unbekannt war, im Zuge der Vorfälle in Chemnitz und anschließender bundesweiter Diskussion um das „Wir sind mehr“-Konzert in den Fokus der Öffentlichkeit geriet.

Hintergrund: Noch 2015 war die links positionierte Band im Bericht des Verfassungsschutzes Mecklenburg-Vorpommern erwähnt. Spätestens seit diesem Sommer zeigt sich derweil, das Feine Sahne Fischfilet offenbar das in ihren Zeilen besingt, was viele Rock-Fans zumindest in Ansätzen teilen. Die Show aus Punk-Musik, Trompeten und Liedern für eine offene Gesellschaft versetzt am Hawerkamp jedenfalls Tausende in Ekstase. Die Texte derweil, die der Band einst ihren Ruf einbrachten, sind, so viel Betrachtung darf sein, inhaltlich nicht weit entfernt von denen früherer Songs der Toten Hosen, bei deren Konzerten Feine Sahne Fischfilet häufiger als Vorgruppe fungierte.

Es ist die Band der Stunde, auch weil die Leute wieder merklich politischer werden.

Timo Birth

„Es ist die Band der Stunde, auch weil die Leute wieder merklich politischer werden“, schätzt auch Timo Birth, dass nicht zuletzt die Band aus Mecklenburg-Vorpommern dafür gesorgt hat, dass das Vainstream vier Monate vor Beginn ausverkauft war – ein Rekord.

Ein Seitenhieb auf Münster

Einen augenzwinkernden Seitenhieb auf Münster kann sich Sänger Jan „Monchi“ Gorkow derweil nicht verkneifen. Wieder im Mittelpunkt: das Wasser. Man sei schon seit morgens in Münster und habe aufgrund der Hitze nach einem See gesucht. „Man hat uns gesagt, der beste Badeplatz in der Stadt ist dieser erbärmliche Kanal. Ehrlich Münster, mein Mitleid“, sagt Gorkow. Es ist der einzige Moment, in dem sich leichter Widerspruch im Publikum regt. Sekunden später besingen viele Westfalen dann in „Wo niemals Ebbe ist“, die Ostsee. Musik verbindet eben.

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