Stromversorgung im Katastrophenfall
Erste Hilfe beim „Blackout“

Münster -

Wenn beispielsweise nach schweren Unwettern die Stromversorgung über eine längere Zeit ausfällt, kann die Feuerwehr mit mobilen Aggregaten helfen. Einsatzkräfte und Netzbetreiber Westnetz bereiten sich gemeinsam auf einen möglichen „Blackout“ vor.

Dienstag, 02.07.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 17:02 Uhr
Auf dem Westnetz-Ausbildungsgelände am Daimlerweg wurden gestern Wehrleute an den neuen Notstrom-Aggregaten geschult. Im Ernstfall müssen Helfer und Stromversorger eng zusammenarbeiten.
Auf dem Westnetz-Ausbildungsgelände am Daimlerweg wurden gestern Wehrleute an den neuen Notstrom-Aggregaten geschult. Im Ernstfall müssen Helfer und Stromversorger eng zusammenarbeiten. Foto: hpe

Wenn über einen längeren Zeitraum in Münster nach einem extremen Unwetter oder wegen Störungen im Netz der Strom ausfällt, kann sich das schnell zu einer regionalen Katastrophe ausweiten. Handynetze brechen zusammen, Computer-Bildschirme bleiben dunkel, Tankstellen und Supermärkte fallen zur Versorgung aus, Altenheime, Firmen und die eigene Wohnung sind dunkel und der Bauer kann sein Vieh nicht mehr melken.

Um für einen „Blackout“ besser gerüstet zu sein, werden aktuell vom in Münster ansässigen Institut der Feuerwehr in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium spezielle Notstromaggregat-Anhänger für die Feuerwehren im Land beschafft. Entwickelt wurden sie gemeinsam mit Westnetz Münster und der Herstellerfirma Polyma, ein bundesweit bislang einmaliges Projekt.

Mobile Stromversorgung für viele Tage

Mit den mobilen Generatoren, die mit schadstoffarmer Dieseltechnik funktionieren, können Behandlungsplätze an großen Einsatzstellen, ganze Zeltstädte oder Betreuungseinrichtungen autark und über viele Tage mit Strom versorgt werden.

Im Ernstfall müssen Feuerwehr und Netzbetreiber eng zusammenarbeiten.

Westnetz-Betriebsleiter Michael Mühlenkamp

Neben der Einweisung in die Geräte beim Feuerwehr-Institut schult Westnetz am Standort Daimlerweg die Anbindung der Aggregate an die Ortsnetzstationen. „Im Ernstfall müssen Feuerwehr und Netzbetreiber eng zusammenarbeiten, darum ist die Einweisung für alle wichtig“, so Westnetz-Betriebsleiter Michael Mühlenkamp.

Mit Elektrofachkräften unterstützt Westnetz die Retter, im Katastrophenfall würden auch die eigenen Aggregatfahrzeuge den Einsatz der Wehren schlagkräftiger machen. „Beispielsweise, um im Münsterland ein Kreishaus als regionale Koordinierungsstelle für Hilfsmaßnahmen durch eine störungsfreie Stromversorgung wieder handlungsfähig zu machen“, so Sebastian Datema vom Feuerwehr-Institut.

„Kritische Infrastrukturen“ beleuchtet

Seit 2016 wird bei der Stadt Münster das Thema „Kritische Infrastrukturen“ im Rahmen der Gefahrenabwehr systematisch beleuchtet. Ein Grund dafür war der „Jahrhundertregen“ Ende Juli 2014 mit knapp 4000 Einsätzen. Mehr als 900 Helfer waren damals im Dauerseinsatz. Mehr Tauchpumpen sind angeschafft, weiteren Notruf-Plätze in der neuen Leitstelle eingerichtet und eine Prioritätenliste für den Katastrophenfall ist aufgestellt.

Die mobilen Notstrom-Aggregate sind ein weiteres Puzzleteil im Katastrophenschutz-Konzept für extreme Wetterlagen und daraus resultierende mögliche Netzausfälle, die auch Münster empfindlich treffen könnten.

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