Stiftungsprofessur
Münster fährt auf Lehrstuhl für Radverkehr ab

Münster -

Fahrradfahren kann in Münster jeder – Uni und Fachhochschule wollen es wissenschaftlich erforschen. Darum haben sich die um eine Stiftungsprofessur beworben. Das Radfahren soll ein Studiengang werden.

Dienstag, 02.07.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 13:06 Uhr
In der fahrradaffinen Stadt Münster wollen die beiden Hochschulen einen Lehrstuhl für Radverkehr einrichten.
In der fahrradaffinen Stadt Münster wollen die beiden Hochschulen einen Lehrstuhl für Radverkehr einrichten. Foto: Matthias Ahlke

Wo sonst, wenn nicht im fahrradaffinen Münster? Die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) und die Fachhochschule Münster (FH) wollen getrennt voneinander einen Lehrstuhl für Radverkehr einrichten. Beide Hochschulen haben ihre Interessen­bekundungen für eine ausg eschriebene Stiftungsprofessur beim Bundesverkehrsministerium abgegeben.

Das Ministerium von Verkehrsminister Scheuer wird ab dem Sommersemester 2020 Professuren zu Radverkehrsthemen fördern, mit bis zu 400 000 Euro je Professur und Jahr. Damit werden auch Mitarbeiterstellen und Raumbedarfe abgedeckt. Die Förderdauer liegt bei fünf Jahren. Die Bundesregierung möchte mit den Professuren den Radverkehr in Deutschland aufwerten und wissenschaftlich begleiten.

Die WWU blickt optimistisch auf die Vergabe der Stiftungsprofessuren. „Wir fühlen uns dazu berufen und gut aufgestellt“, sagt Uni-Pressesprecher Norbert Robers. Der Lehrstuhl würde im Institut für Verkehrswissenschaften, das zum Fachbereich Wirtschaftswissenschaften zählt, verankert. Ein Kompetenzzentrum für den Radverkehr („Center of Cycling Research“) würde eingerichtet. Wissenschaftler mehrerer Fachbereiche wie Physik, Geografie, Informatik, Raumplanung und Klimatologie sollen dort zusammenarbeiten. Erforscht würden Faktoren, die das Umsteigen auf das Fahrrad fördern, Gesundheitsaspekte, Verdrängungseffekte von Pkw und auch Widerstände, die es bei einer Umstellung auf das Radfahren gibt. Ein Masterstudiengang „Mobilitätsmanager“ soll für Studenten eingerichtet werden.

Die FH Münster hat sich ebenfalls mit einem interdisziplinären Ansatz beworben. Aufgehängt am Fachbereich Bauingenieurwesen, sollen die weiteren Fachbereiche Architektur (Stadt- und Mobilitätsplanung), Wirtschaft, Elektrotechnik und IT zusammenarbeiten. Der Masterstudiengang Verkehrswesen soll einen Schwerpunkt Radverkehr bekommen. „Wir wollen ein Labor für die Radverkehrsforschung aufbauen“, erläutert der Prodekan des Fachbereichs Bauingenieurwesen, Prof. Dr. Frank Heimbecher.

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