Eichenprozessionsspinner-Plage
Veranstaltungen und Feste werden abgesagt oder verlegt

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Mehrere hundert Grundschulkinder würden sich am heutigen Mittwoch im Freibad tummeln und anschließend durch die Hohe Ward joggen und radeln. Wegen des Eichenprozessionsspinners musste die Sportveranstaltung erstmals abgesagt werden.

Mittwoch, 03.07.2019, 07:30 Uhr
Gestrichen: Der für heute geplante BASF-Triathlon für Grundschulkinder wurden wegen des Eichenprozessionsspinners abgesagt.
Gestrichen: Der für heute geplante BASF-Triathlon für Grundschulkinder wurde wegen des Eichenprozessionsspinners abgesagt. Foto: mlü

Wolfram Schier, Werkleiter der BASF , die seit Jahren zum Schultriathlon in die Hohe Ward einlädt, sagte bei der Absage völlig treffend: „Wir möchten, dass die Kinder positive Erinnerungen an die Veranstaltung und das gemeinsame Sporterlebnis mitnehmen und nicht unerfreuliche Hautausschläge.“

Es ist nicht die erste Veranstaltung, die abgesagt wurde. Das 24-Stunden-Schwimmen fiel bereits am vergangenen Wochenende ins Wasser . Der Bereich der Alten Fahrt des Kanals ist besonders stark betroffen. Die Ruderer des ARC können ein Lied davon singen.

Jetzt müssen die Hiltruper Bürgerschützen umdisponieren. Der Vorstand hat es beschlossen. Am angestammten Platz an der Vogelstange in Sandfortsbusch wird kein Königsschießen stattfinden. Wohin man geht, ist aktuell noch Gegenstand von Verhandlungen.

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Die Bürgerschützen wollen ihr Königsschießen nicht mehr im Wald durchführen. Foto: Grottendieck

Die Schützen werden die Eichen meiden und sich auf keinen Fall ähnlichen Ärger einhandeln wie die Schützenbrüder in Amelsbüren. Dort klagten die meisten nach dem Schießen im Wald über juckende Pusteln. Manche litten sogar an Atemnot. Seitdem überlegt die St.-Sebastian-Bruderschaft, ob sie demnächst besser im Dorf feiern solle.

Kinder trifft es besonders schlimm

Spielplätze und Schulhöfe sind betroffen. Am KvG-Gymnasium trifft es die Kinder besonders schlimm. Der Innenhof ist wegen der Eichen nahezu komplett gesperrt, die Sportfläche ist wegen des Turnhallen-Neubaus nicht zugänglich.

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Der Schulhof des KvG-Gymnasiums ist seit Wochen weitgehend gesperrt. Foto: Grottendieck

Drei Mal wurden auf dem Friedhof Hohe Ward Nester und Gespinste entfernt. Die kursierenden Gerüchte, der Friedhof sei nunmehr ausschließlich für Beerdigungen geöffnet, weist Felix Erhart, Betriebsleiter der städtischen Friedhöfe, ins Reich der Legende.

„Was juckt es die stolze Eiche, wenn der Eber sich an ihr reibt“, sagt eine bekannte Redensart. Wie sehr es der Eiche zusetzt, wenn sie vom Eichenprozessionsspinner heimgesucht wird, ist an dem (eigentlich) prächtigen Baum am E-Center an der Meesen­stiege abzulesen.

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An den ersten Bäumen werden bereits die massiven Schäden sichtbar, die die Raupen anrichten. Foto: Grottendieck

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde
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