Münster kooperiert in Abfallwirtschaft mit niederländischen Gemeinden
Mit Sortierresten nach Hengelo – mit Bioabfall zurück

Münster -

Rund 5000 Tonnen Bioabfall aus der Region Twente werden jetzt jährlich in Münster verwertet. Das ist der zweite Baustein einer Kooperation der Stadt mit Gemeinden in den Niederlanden.

Mittwoch, 03.07.2019, 14:30 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 16:11 Uhr
Drei Walking-Floor-Fahrzeuge haben die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster angemietet, die täglich bis zu zehn Touren nach Hengelo und zurück fahren.
Drei Walking-Floor-Fahrzeuge haben die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster angemietet, die täglich bis zu zehn Touren nach Hengelo und zurück fahren. Foto: Stadt Münster

Ende 2018 haben die Stadt Münster und zwölf niederländische Gemeinden der Region Twente mit der Unterzeichnung einer öffentlich-rechtlichen Kooperation in der Abfallwirtschaft die deutsch-niederländische Zusammenarbeit intensiviert. „Seit Anfang Juli setzen wir offiziell den zweiten Baustein der Vereinbarung um. Rund 5000 Tonnen Bioabfall aus der Region Twente werden jetzt jährlich in Münster verwertet“, freut sich Patrick Hasenkamp , Betriebsleiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster, in einer Pressemitteilung.   

Strom für Hengelo aus münsterischen Sortierresten

Der erste Baustein der Kooperation: Das kommunale Entsorgungsunternehmen Twence mit Sitz in Hengelo verwertet jährlich rund 45.000 Tonnen Sortierreste aus der mechanischen Restabfallaufbereitungsanlage in Münster und produziert daraus unter anderem Strom und Wärme für die Industrie sowie für Tausende Haushalte in Hengelo.

Bis zu zehn Touren täglich

Bislang sind die Transporte von Münster ins rund 80 Kilometer entfernte Hengelo mit Containerfahrzeugen durch eine von der Twence beauftragte Firma erfolgt. Jetzt übernehmen die AWM die Transporte selbst und bringen auf dem Rückweg direkt Bioabfälle der Twence mit. „Wir haben drei Walking-Floor-Fahrzeuge angemietet. Diese Spezialfahrzeuge haben nicht nur weitaus größere Kapazitäten und sparen so jährlich rund 500 Touren ein, sie sind auch sehr flexibel einsetzbar“, erklärt Hasenkamp. Bis zu zehn Touren täglich fahren die AWM nach Hengelo und zurück.

Nur auf Hauptstraßen in Kinderhaus

Hasenkamp hat noch eine gute Nachricht für die Bürger in Kinderhaus: „Der Großteil der bisherigen Durchfahrten von der Westfhoffstraße zur Wilkinghege fällt jetzt weg, da wir mit den Walking-Floor-Fahrzeugen ausschließlich über Hauptverkehrsstraßen fahren.“

Aus Bioabfällen wird Kompost

Die Bioabfälle der Twence werden in Münster in der biologischen Verwertungsanlage zu Kompost verarbeitet. Im Verwertungsprozess entsteht außerdem Biogas, das im AWM-eigenen Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt und direkt für die Versorgung des Anlagenverbundes in Münster-Coerde genutzt wird.    

Start wegen Brand vorgezogen

„Bei der Unterzeichnung unserer Vereinbarung Ende 2018 hatte ich spontan gesagt, dass ich den ersten Transport mit Bioabfällen selbst von Hengelo nach Münster fahre. Streng genommen hat das allerdings nicht geklappt“, so Hasenkamp. Tatsächlich verwerten die Münsteraner nämlich bereits seit Ende Mai rund 50 Tonnen Bioabfälle der Twence pro Tag. Ursache für den vorgezogenen Start war ein Brand in der Kompostierungsanlage der Niederländer. „Natürlich haben wir unseren Kooperationspartner sofort unterstützt. Neben dem ökonomischen und ökologischen Nutzen der interkommunalen Zusammenarbeit ist es eben auch ein großer Vorteil, dass wir uns in Notfällen sehr schnell und effektiv helfen können“, unterstreicht Hasenkamp.    

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