Nutzungskonzept vorgestellt
Musik-Campus benötigt 17.500 Quadratmeter Fläche

Münster -

17.500 Quadratmeter und mindestens 160 Millionen Euro: Das sind die Größenordnungen, die für einen Musik-Campus in Münster benötigt werden. Stadt und Universität haben jetzt das Nutzungskonzept vorgestellt.

Donnerstag, 04.07.2019, 15:35 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 18:55 Uhr
Nutzungskonzept vorgestellt: Musik-Campus benötigt 17.500 Quadratmeter Fläche
Favorit für den Standort bleibt für Uni und Stadt die Hittorfstraße. Foto: Oliver Werner

17 500 Quadratmeter. So groß muss die Gesamtnutzfläche (Räume und Säle) sein, wenn die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) und die Stadt Münster einen gemeinsamen Musik-Campus  als „zeitgemäße Kulturimmobilie“, wie ihn die Gutachter beurteilen, realisieren wollen.

Dieser vergleichsweise hohe Flächenbedarf – dazu kommt noch die Infrastruktur – geht  aus dem Nutzungskonzept der „Metrum Managementberatung“ hervor, das Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels und Oberbürgermeister Markus Lewe am Donnerstagnachmittag vorstellten und das „vielfältige positive Effekte“ für Musiker und Münsteraner verspricht. Gutachter müssen nun beurteilen, ob sich ein kulturelles Bauvorhaben dieser Größenordnung und mit den drei Musikinstitutionen überhaupt an den zur Hittorfstraße alternativ diskutierten Standorten Hörster Parkplatz und Schlossplatz, wofür auch jeweils Anträge vorliegen, realisieren lässt.

Hittorfstraße bleibt Favorit

Favorit aus Sicht der Universität bleibt das Gelände des ehemaligen WWU-Institutes für Pharmazie an der Hittorfstraße, das wenige hundert Meter vom Schloss entfernt und direkt am Verkehrsknotenpunkt Coesfelder Kreuz mit Parkhaus und Busanbindungen liegt. Was vor allem aber für diesen Standort spricht: Er ist verfügbar, groß genug, und das Land plant, die Fläche auch zur Verfügung zu stellen

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Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels (l.) und Oberbürgermeister Markus Lewe (M.) stellten zusammen mit Uni-Pressesprecher Norbert Robers das Nutzungskonzept vor. Foto: Oliver Werner

Im Theater stellten Wessels und Lewe Kernaussagen des Nutzungskonzeptes vor. Danach soll für die drei Partner – Musikhochschule der WWU, Westfälische Schule für Musik und Sinfonieorchester – mit drei Hauptgebäuden ausreichend Platz und Raum geschaffen werden. Dass das möglich ist, sagen die Gutachter. „Über alle Professionalitäts- und Altersstufen hinweg, sollen hier Menschen von jung bis alt musizieren“, erläuterte Wessels den Ansatz. Für Lewe hätte der Musik-Campus, „der alle gesellschaftlichen Schichten einbindet, wegweisenden Pilotcharakter“.

Konzert- und Konferenzsaal als Herzstück

Herzstück soll ein Konzert- und Konferenzsaal mit 1200 Plätzen werden. Durch eine hervorragende Akustik soll eine Doppelnutzung möglich sein. Das Konzept hat sich mit dem Bedarf, nicht mit dem Standort und den Kosten beschäftigt. Die Uni hatte eigene Berechnungen in Anlehnung an ihre Erfahrung mit Baukosten für öffentliche Gebäude durchgeführt – und kam dabei auf 160 bis 180 Millionen Euro. Davon würden zwei Drittel auf die Uni entfallen, auf die Stadt etwa ein Drittel. Das Land stellt eine Förderung in Aussicht. Die Betriebskosten werden mit 2,1 Millionen Euro angegeben.

Der Stadtrat soll im Dezember einen Grundsatzbeschluss fassen. Baubeginn könnte 2023/24 sein, schätzte Lewe ein. 

Kommentar: Ouvertüre für den Musik-Campus

Eins ist klar, nachdem das Nutzungskonzept für einen Musik-Campus vorliegt: Mit einem gutachterlich bestätigten Gesamtnutzflächenbedarf von 17 500 Quadratmetern dürfte der um eine kulturelle Nutzung konkurrierende Hörster Parkplatz hier städtebaulich ins Stolpern geraten. Und auch vor dem Schloss mag sich ein so großer Flächenbedarf kaum behutsam einfügen lassen. Will Münster also ein gemeinsames Großprojekt von Universität und Stadt für die drei Musikinstitutionen, spricht vieles für das Areal an der Hittorfstraße. Vor allem: Es ist verfügbar und verkehrlich gut erschlossen.

Und die Finanzierung? Die Uni wird ihren Anteil über das Land schultern, die Stadt muss um die 60 Millionen Euro tragen. Fraglich, ob sie das – angesichts der zig Millionen, die in Schulen, Kitas, Verkehrswende, Bäder und Stadion fließen – kann. Die Politik muss jetzt Prioritäten setzen, will sie in drei oder vier Jahren einen Musik-Campus und keine Haushaltssicherung haben. (Von Ralf Repöhler)

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