Per Ratsbeschluss festgehalten
Der „Wesenskern des Münsterlandes"

Münster -

Ratssitzungen bieten nur selten die Gelegenheit zu rhetorischen Höhenflügen, Ratspapiere sind – sprachlich betrachtet – nur selten anspruchsvoll, eher technisch und administrativ.

Samstag, 06.07.2019, 20:00 Uhr
Der Rat der Stadt Münster hat sich mit dem „Wesenskern des Münsterlandes“ befasst.
Der Rat der Stadt Münster hat sich mit dem „Wesenskern des Münsterlandes“ befasst. Foto: Oliver Werner

Unter Tagesordnungspunkt 18 hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung den „bisherigen Verlauf des Markenbildungsprozesses Münsterland zur Kenntnis genommen“ und zugleich beschlossen, dass die Regionalagentur Münsterland e.V. künftig mit 75 Cent je Einwohner und Jahr gefördert wird.

So weit, so nüchtern. Auf Seite drei des Beschlusspapieres folgt dann die literarische Sensation. Dort wird festgehalten, dass die Beratungsagentur Brand Trust in Nürnberg den „Wesenskern des Münsterlandes“ ermittelt habe. Was dabei herausgekommen ist, ist so schön, dass es hier im Wortlauf und in voller Länge kommuniziert werden soll:

„Wesenskern des Münsterlandes“

„Im Münsterland zeigen die Menschen Haltung, sie sind souverän und sie führen ein selbstbestimmtes Leben auf gehobenem Standard. Konkret hebt sich das Münsterland von anderen in der Wahrnehmung eher ländlich geprägten Regionen aus Sicht auch der Markenberater durch ein hohes Maß an Kultiviertheit ab. Schlösser und Burgen, Pferde und Reitrouten, gepflegte Parkanlagen, (Vor-)Gärten und Ortsbilder sowie ein hochwertiges kulturelles Angebot: Diese Kultiviertheit sei eine regionale Spitzenleistung, ein Alleinstellungsmerkmal und unentdecktes Markenpotenzial.

Zudem wurde als eine herausragende Qualität des Münsterlandes die Besonderheit des positiven Wechselspiels zwischen Stadt (insbesondere – aber nicht nur – Münster) und Land (ländlicher Raum) und insofern auch zusammenpassend die jeweils kultivierteste Lebensart Münsters und Landlust des ländlichen Münsterlandes herausgearbeitet.

Unternehmerisch überdurchschnittlich erfolgreiches Handeln entspringt der Möglichkeit, die das Münsterland in nahezu einzigartiger Weise wie kaum eine andere Region bietet, selbstbestimmt zu agieren und Entwicklungsmöglichkeiten auch in Zusammenarbeit mit den Hochschulen zu nutzen.“

Bleibt zum Schluss nur die Frage: Wer sorgt jetzt eigentlich dafür, dass auch die Menschen außerhalb Münsters und des Münsterlandes von unserem „Wesenskern“ erfahren?

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