RWE-Aktienpaket
Offener Brief von 19 Umweltgruppen

Münster -

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hält rund 6,6 Millionen Aktien am Energiekonzern RWE. Das missfällt den Umweltverbänden, wie 19 Initiativen der Region in einem gemeinsamen Brief schreiben.

Montag, 08.07.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 19:32 Uhr
Aktivisten von „Fossil Free Münster“ (v.l.): Deborah Größwagen, Leandra Praetzel und Jörg Rostek
Aktivisten von „Fossil Free Münster“ (v.l.): Deborah Größwagen, Leandra Praetzel und Jörg Rostek Foto: Dirk Anger

Im Mai ist das heikle Thema im Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) vertagt worden: An diesem Donnerstag steht der geplante Verkauf von RWE-Aktien wieder auf der Tagesordnung. Dann kommt es zum Schwur, ob der LWL Dreiviertel seiner insgesamt rund 6,6 Millionen Aktien des Energiekonzerns verkaufen wird, wie es LWL-Direktor Matthias Löb vorgeschlagen hat.

Dieser Vorschlag geht der Initiative „Fossil Free Münster“ dagegen nicht weit genug. Deshalb erhöht sie nochmals den Druck: In einem offenen Brief fordert die Initiative sowie 18 weitere Umweltgruppen und -verbände die LWL-Abgeordneten auf, vollständig aus Kohle-, Öl-, und Gasanlagen auszusteigen. Nach Ansicht der Aktivisten muss daher auch das komplette RWE-Aktienpaket, das sich noch in den Händen des Landschaftverbandes befindet, verkauft werden.

Die insgesamt 19 Umweltinitiativen aus den Kommunen im Bereich des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe wollen, dass sich die LWL-Finanzbeteiligungen künftig an ethisch-ökologischen Anlage-Richtlinien orientieren. Die Stadt Münster und die Universität seien in der Vergangenheit bereits diesem Aufruf von „Fossil Free“ gefolgt, betonte Jörg Rostek am Montag.

„Für 100 Prozent Klimaschutz muss man auch 100 Prozent Aktien verkaufen“, erklärte seine Mitstreiterin Leandra Praetzel. Mit dem offenen Brief wolle man einen Schubser in die richtige Richtung geben.

Die Initiative „Fossil Free Münster“ ist nach eigenen Angaben Teil der globalen Divestment-Bewegung, die öffentliche Institutionen dazu auffordert, kein Geld mehr in fossile Energieträger zu investieren. 2018 wurde der Initiative der Umweltpreis der Stadt Münster verliehen.

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