Nach gescheitertem Abschiebeversuch
Bündnis gegen Abschiebungen ruft zu Mahnwache auf

Münster -

Am Sonntag ruft das Bündnis gegen Abschiebungen zu einer Mahnwache vor der Flüchtlingsunterkunft in Gremmendorf auf. Anlass ist ein gescheiterter Abschiebeversuch in der vergangenen Woche.

Freitag, 12.07.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 12.07.2019, 17:05 Uhr
Vor der ZUE in Gremmendorf findet am Sonntag eine Mahnwache statt.
Vor der ZUE in Gremmendorf findet am Sonntag eine Mahnwache statt. Foto: Oliver Werner

Das Bündnis gegen Abschiebungen ruft am Sonntag (14. Juli) um 16 Uhr zu einer Mahnwache vor der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) am Albersloher Weg 450 auf. Anlass sei – so heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses – ein „gewaltsamer“ nächtlicher Abschiebeversuch durch die Ausländerbehörde Coesfeld in der vergangenen Woche. Die Behörde weist die Darstellungen des Bündnisses zurück.

„Zutiefst inhuman“

Beim Aufbrechen einer Zimmertür soll ein zwölfjähriges Mädchen verletzt worden sein, so das Bündnis. Die psychisch labile Mutter habe sich nach dem Abschiebeversuch in ärztliche Behandlung begeben müssen. Das Bündnis fordert von der Ausländerbehörde einen sofortigen Stopp von Abschiebungen aus der ZUE. Sie seien „zutiefst inhuman“.

Auch das Netzwerk Kirchenasyl Münster hatte in einem offenen Brief an den Kreis Coesfeld appelliert, „dass sich solche unmenschlichen Vorfälle nicht wiederholen“.

Notarzt untersuchte Mädchen

Der Kreis Coesfeld wies am Freitag die Vorwürfe zurück. Die ZUE sei mit Einverständnis der Bezirksregierung um 4.30 Uhr morgens betreten worden. Die Uhrzeit hing von den von der Zentralen Flugabschiebung vorgegebenen Abflugzeiten und Meldezeiten am Flughafen ab. Es sei falsch, dass die Tür zum Zimmer der Familie so massiv beschädigt wurde, dass sich das Kind dadurch verletzte. Ein Notarzt habe das Kind untersucht, es habe keinerlei Hinweise auf mögliche Verletzungen gegeben.

Zudem betont der Kreis Coesfeld, dass sich die Mutter freiwillig in fachärztliche medizinische Behandlung begeben habe. Im Vorfeld sei die Familie zudem intensiv über Möglichkeiten einer freiwilligen Rückkehr beraten worden.

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