Kita-Plätze
„Vergabeverfahren ist nicht transparent“

Münster -

Das Vergabeverfahren der Kita-Plätze ist nicht transparent. Das kritisiert der Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats (JAEB), Jens Taken.

Samstag, 13.07.2019, 12:00 Uhr
Jens Taken, Vorsitzender des Jugendamtselternbeirat
Jens Taken, Vorsitzender des Jugendamtselternbeirat Foto: bm

Die Stadt hat in den vergangenen neun Jahren die Zahl der Betreuungsplätze für unter Dreijährige von 1341 auf 2831 deutlich mehr als verdoppelt. Trotzdem hat nicht jede Familie, die sich beworben hat, auch einen Betreuungsplatz für ihr unter dreijähriges Kind bekommen, denn die Altersgruppe der Jüngsten in Münster steigt noch stärker an, seit 2010 um über 1600 Kinder. „Die Stadt kommt nicht hinterher“, stellt Jens Taken fest.

Taken ist Vorsitzender des Jugendamtselternbeirats (JAEB), und in dieser Inte­ressensvertretung kommt sehr häufig der geballte Unmut derer an, die keinen Betreuungsplatz erhalten haben oder über Monate mangels Zusage in Ungewissheit leben mussten, ob sie, wie mit ihrem Arbeitgeber verabredet, zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder in ihre Jobs zurückkehren können.

Verfahren nicht transparent

„Der offizielle neue Bericht zur Kindertagesbetreuung klärt nicht alles“, sagt Taken – und deshalb hat der JAEB über den Jugendausschuss einen Fragebogen an das Jugendamt herangetragen, nach dessen Beantwortung sich ein differenziertes Bild ergeben soll. Dass Eltern über lange Zeit vom Jugendamt vertröstet und hingehalten würden, findet er unzumutbar.

Das Vergabeverfahren der Plätze sei, so sieht es Taken, auch nach der Neufassung infolge eines höchstinstanzlichen Urteils, nach dem sich Eltern erfolgreich einen Platz erklagt hatten, nicht hinreichend transparent. „Jeder Träger hat andere Kriterien, die nicht offengelegt werden“, so Taken.

Platzvergabe ist „schwarze Kiste“

Es wäre hilfreich, wenn Eltern im Einzelnen nachvollziehen könnten, wie und anhand welcher Kriterien jede Kita die Auswahl bei der Platzvergabe treffe. „Das ist nach wie vor eine große schwarze Kiste“, sagt Taken. Er bekommt mit, dass es nicht selten vorkomme, dass Eltern in der Sorge, keinen Platz zu erhalten, der Stadt mit einem Anwaltsschreiben eine Klage androhen – „meistens reicht das schon“, sagt Taken.

Er sieht es sehr wohl: Die Stadt sei wirklich „bemüht und baut ja wirklich viele Plätze auf“. Im vergangenen Jahr waren es für die unter Dreijährigen immerhin gegenüber 2018 mit 163 gut dreimal so viele, wie in derselben Zeit zusätzliche Kinder in dieser Gruppe regis­triert wurden (plus 51).

Das Jugendamt will laut Taken im Laufe des Herbstes die Fragen der Elternvertretung beantworten. Taken: „Wir wollen zu dem Thema auch eine politische Diskussion anstoßen.“

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