50 Jahre Mondlandung
Mit dem Planetarium eine Zeitreise in die „Sixties“

Münster -

Das Planetarium im LWL-Museum für Naturkunde zeigt normalerweise tagsüber den Blick in den nächtlichen Himmel. Am Samstag war das Museum nachts für Besucher Anziehungspunkt. Es galt, den 50. Jahrestag der Mondlandung zu feiern.

Sonntag, 21.07.2019, 19:00 Uhr
50 Jahre Mondlandung – dieses Jubiläum wurde im LWL-Planetarium ausgiebig gefeiert. In einer Mondlandschaft galt es dabei, Selfies zu schießen.
50 Jahre Mondlandung – dieses Jubiläum wurde im LWL-Planetarium ausgiebig gefeiert. In einer Mondlandschaft galt es dabei, Selfies zu schießen. Foto: Maria Conlan

Das war ein Höhepunkt im Mond-Sommer des LWL Museums und Planetarium: der lange Abend zum Jubiläum „50 Jahre Mondlandung, 50 Jahre Apollo 11“. Fünf Stunden lang wurde das Ereignis stilecht mit Infos und Kultur gefeiert. Über 800 Besucher vom Kind bis zum Rentner genossen die Jubelfeier.

Schon auf dem Museumsvorplatz stimmten VW-Käfer Isetta, und andere antike Vehikel als Oldtimer-Parade auf die 60er-Jahre ein. Im Foyer war eine Selfie-Mondlandung-Ecke eingerichtet.

Schon auf dem Museumsvorplatz konnten Besucher mit Oldtimern in die 60er-Jahre eintauchen.

Schon auf dem Museumsvorplatz konnten Besucher mit Oldtimern in die 60er-Jahre eintauchen. Foto: Maria Conlan

Dies nutzte auch Eugen Kühn , der eigens aus Duisburg angereist war. „Next man on the moon“ war der Satz, der ihm einfiel, wäre er auf dem Mond gelandet. Jetzt sprach er das ins Mikrofon für die Sternenfreunde Münster, denen er einst selbst angehörte und das Ereignis nutzte, um alte Bekannte wieder zu treffen.

Museumsmitarbeiterin Bianca Fialla war begeistert von den 60er-Jahre-Möbeln und Alltagsgegenständen, die das Museum Hiltrup und Privatpersonen für eine Vitrine zur Verfügung gestellt haben: „Da erkenne ich selbst noch Dinge aus meiner Kindheit.“

Bei den tollen Sounds aus den 60ern, die DJ Cut Spencer auflegte, musste sie auch mitwippen. Ein Hingucker im Foyer war zudem der große Perry Rhodan aus Pappe. Der Terranische Club EdeN (TCE) präsentierte den Infostand mit alten Buch- und Heftschätzen.

Schnupfenbakterien überleben drei Jahre auf dem Mond

Die Vorträge waren so gut besucht, dass Nachzügler mit Stehplätzen vorlieb nehmen mussten. Fesselnd berichtete zum Beispiel Hans-Georg Pellengahr, dass Schnupfenbakterien drei Jahre auf dem Mond überlebten, dass ein Mondanzug zwei Millionen US-Dollar kostete und wie schwierig es war, beim Ausflug das Gleichgewicht zu halten. Er illustrierte dies mit passendem Bildmaterial.

Um 22 Uhr wurde es noch mal richtig spannend: 50 Jahre zeitversetzt erlebten die Besucher die Mondlandung „live“ mit – entweder im Planetarium, wer hier durch Schlangestehen einen Platz ergattert hatte, oder auch im Foyer auf der großen Leinwand.

„Buzz“ Aldrin lässt grüßen: Im Planetarium konnten die Besucher noch einmal „live“ dabei sein, als die Astronauten auf dem Mond landeten.

„Buzz“ Aldrin lässt grüßen: Im Planetarium konnten die Besucher noch einmal „live“ dabei sein, als die Astronauten auf dem Mond landeten. Foto: Maria Conlan

Zum Abschluss des Abends gab es den ersten Schritt von Armstrong „live“ - exakt 50 Jahre minus fünf Stunden. Und wer sich für all diese Infos stärken wollte, konnte im Café Pommes in der Tüte und Bowle genießen.

Die Sonderveranstaltungen zur Mondlandung werden noch bis November fortgesetzt und am 15. November ihren Abschluss mit einer Mondgeschichten-Lesenacht von Kindern für Kinder finden.

Die erste Mondlandung im Faktencheck

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  • 1. Behauptung: Die „wehende“ Flagge

    Die „wehende“ US-Flagge ist das anschaulichste Beispiel für die angeblich gestellte Mondlandung. Da auf dem Mond kein Wind bläst, dürfe die Fahne nicht wehen, monieren Kritiker. Allerdings: Die Bewegungen des Stoffes, der an einer Querstrebe hängt, stammen von keiner Brise, sondern von Erschütterungen des Fahnenmastes - etwa beim Einstecken oder Ausrichten, wie Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betont. Da der Mond keine Atmosphäre hat, wird das Wackeln des Stoffes kaum gebremst.

    Foto: Nasa/EPA/pa
  • 2. Behauptung: Fußabdrücke im Mondstaub

    Viele Bilder zeigen Spuren der Raumfahrer im Mondstaub. Wie kann der knochentrockene Staub die Form halten, fragen Kritiker. Urs Mall vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung erklärt die gute Bindung vor allem mit der Konsistenz des extrem feinen Mondstaubs. Dessen Bausteine seien nie durch Wind oder Wasser abgeschliffen worden, kantig geblieben und hafteten daher besonders gut aneinander.

    Foto: Nasa dpa
  • 3. Behauptung: Zu niedrige Hüpfer

    Die Sprünge der Astronauten auf der Mondoberfläche seien zu niedrig, wenden Zweifler ein. Angesichts der geringen Gravitation - etwa ein Sechstel der irdischen Schwerkraft - hätten die Raumfahrer meterhoch springen können. Mall führt die niedrigen Hüpfer vor allem auf die etwa 85 Kilogramm schweren Raumanzüge und die eingeschränkte Beweglichkeit zurück. Jaumann ergänzt, es sei nicht um hohe Sprünge gegangen. Aus Sicherheitsgründen hätten sich die Raumfahrer mit kleinen Hüpfern oder Trippelschritten bewegt.

    Foto: Neil Armstrong/NASA/dpa
  • 4. Behauptung: Mangelnde Haftung des Mondfahrzeugs

    Die Astronauten fuhren mit Fahrzeugen über den Mond. Angesichts der geringen Schwerkraft hätten die Rover aus den Kurven rutschen müssen, meinen Zweifler. Die Fliehkraft hängt jedoch insbesondere von Radius und Geschwindigkeit ab. Das Höchsttempo der Fahrzeuge lag laut Nasa bei etwa 15 Kilometern pro Stunde. Das entspricht - bei ähnlichem Untergrund - rechnerisch etwa der Fliehkraft, die ein irdisches Auto bei gleichem Radius mit 37,5 Stundenkilometern hätte. Dass die Astronauten die Kurven mit Vollgas fuhren, ist äußerst unwahrscheinlich.

    Foto: Nasa dpa
  • 5. Wiederkehrende „Kulissen“

    Ähnlichkeiten der Mondlandschaft auf verschiedenen Bildern gelten als Beleg dafür, dass im Studio stets gleiche Kulissen verwendet wurden. Allerdings verwundern wiederkehrende Motive nicht, schließlich machten die Astronauten an ihren Landestellen Tausende Fotos aus verschiedenen Perspektiven, wie Mall erläutert. Zudem betont er, dass sich die Landschaften an den Landestellen ohnehin stark ähneln - auch weil markante optische Elemente wie auf der Erde fehlten.

    Foto: NASA dpa
  • 6. Behauptung: Fehlende Fadenkreuze auf den Bildern

    Die Linsen der Hasselblad-Kameras der Astronauten enthielten Fadenkreuze - etwa um Distanzen besser einschätzen zu können. Diese Fadenkreuze scheinen an manchen Stellen hinter Objekten zu verschwinden, was Kritiker als Fotomontage deuten. Bei näherem Hinsehen zeigt sich oft, dass die Kreuze durchaus da, aber vor dunklem Hintergrund kaum erkennbar sind. Allerdings, so Jaumann, wurden später auch bearbeitete Bilder veröffentlicht.

    Foto: EPA/NASA / HO
  • 7. Behauptung: Keine Sterne am Himmel

    Auf den Bildern der Astronauten sind am Himmel keine Sterne zu sehen. Die Astronauten betraten den Erdtrabanten tagsüber - ein Mondtag dauert zwei Wochen. Auf den Bildern ist der Kontrast zwischen der grellen Mondoberfläche und dem dunklen Himmel viel zu stark, als dass lichtschwache Pünktchen am Firmament sichtbar wären.

    Foto: /NASA/EPA/dpa
  • 8. Behauptung: Der Schattenwurf passt nicht

    Dass Schatten auf den Bildern in verschiedene Richtungen verlaufen oder gestaucht sind, führen Kritiker auf verschiedene Lichtquellen zurück. Grund dafür sind laut Mall vor allem Unebenheiten der Mondoberfläche. Dadurch können Schatten länger, kürzer oder verzerrt erscheinen.

    Foto: NASA/dpa
  • 9. Behauptung: Fehlender Landekrater

    Unterhalb der Landekapseln sieht man keinen Landekrater und kaum Staub. Kein Wunder, sagt Jaumann: Die Landestellen seien nicht senkrecht, sondern seitlich angeflogen worden. Die Triebwerke hatten demnach nicht die Kraft, Krater in das feste Mondgestein zu brennen.

    Foto: LWL Naturkundemuseum
  • 10. Behauptung: Tödliche Strahlung

    Beim Hin- und Rückflug waren die Besatzungen vor allem im Van-Allen-Gürtel, einem die Erde umgebenden Strahlungsring, erhöhter Teilchenstrahlung von der Sonne ausgesetzt. Diese Belastung hätte Stunden angedauert und tödlich sein können, wenden Kritiker ein. Mall schätzt die Dauer für die Durchquerung des Van-Allen-Gürtels auf etwa eine Stunde, wobei die Crew durch die Aluminium-Hülle der Raumkapsel geschützt war. Die Astronauten waren demnach zwar erhöhter Strahlung ausgesetzt, aber die Dosis war überschaubar. Die Nasa habe die Flugbahn der Missionen so gelegt, dass die intensivsten Strahlungsbereiche umflogen wurden.

    Foto: NASA
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