Stadtförster in Sorge
Hitze, Trockenheit, Parasiten: Wälder im Dauerstress

Münster -

Münsters Wälder leiden nicht nur unter Regenmangel und Hitze – auch Parasiten setzen ihnen immer mehr zu. Seit Wochenbeginn wurden allein in der Hohen Ward 45 Fichten gefällt, die von Borkenkäfern befallen waren. Der Stadtförster wünscht sich dringend lang andauernden Regen, doch der ist nicht in Sicht.

Dienstag, 23.07.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 25.07.2019, 14:35 Uhr
Seit Anfang der Woche sind in der Hohen Ward 45 Fichten gefällt worden. Sie waren von Borkenkäfern befallen. Diese vermehren sich bei hohen Temperaturen besonders stark.
Seit Anfang der Woche sind in der Hohen Ward 45 Fichten gefällt worden. Sie waren von Borkenkäfern befallen. Diese vermehren sich bei hohen Temperaturen besonders stark. Foto: ah

Zwei bis drei Jahre noch, schätzt Stadtförster Hans-Ulrich Menke . „Dann wird es in Münster keine Fichten mehr geben.“ Ein paar Meter entfernt drehen Waldarbeiter in der Hohen Ward ihre Motorsägen hoch, um nach und nach 45 Fichten umzulegen. „Die waren allesamt von Borkenkäfern befallen“, sagt Menke und hält ein löchriges Stück Rinde in die Höhe. „600 Käfer bringen eine Fichte um.“

Der Stadtförster schätzt, dass in einem Hektar Wald bis zu vier Millionen Käfer den Bäumen zusetzen – und das in rasantem Tempo. Menke zeigt auf einen Baum, der vor vier Wochen noch gesund war. Jetzt liegt er am Boden, seine Nadeln sind braun. Allein in der Hohen Ward werden wohl 5000 bis 10 000 Fichten fallen, befürchtet er.

Neue Hiobsbotschaft

Als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es eine neue Hiobsbotschaft. „Wir haben nun auch die ersten Fraßschäden an Kiefern und Lärchen entdeckt.“ Baumarten, die normalerweise von Borkenkäfern verschont bleiben. Sollten auch sie wie die Fichten massenhaft befallen werden, „dann wäre das eine Katastrophe“, sagt Menke.

Münsters Wälder leiden unter der Trockenheit

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  • Münsters Wälder leiden unter der Trockenheit. In der Hohen Ward mussten 45 Fichten gefällt werden. Foto: ah
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  • Münsters Wälder leiden unter der Trockenheit. In der Hohen Ward mussten 45 Fichten gefällt werden. Foto: ah

Dabei ist die Lage schon jetzt dramatisch. Seit Anfang 2018 hat es in etlichen Monaten weniger geregnet als üblich, hinzu kamen Hitzeperioden und ein viel zu warmer Winter. Der Grundwasserspiegel in der Hohen Ward ist mittlerweile um etwa 1,50 Meter, an einigen Stellen sogar noch stärker gesunken, berichtet Menke. Bäumen mit flachen Wurzeln falle es zunehmend schwer, an lebenswichtiges Wasser zu kommen. „Weniger Feuchtigkeit bedeutet weniger Harz – und damit weniger Schutz gegen Parasiten“, erläutert der Stadtförster. Gleichzeitig bieten Hitze und Trockenheit beste Bedingungen für Parasiten, sich zu vermehren. Ein Teufelskreislauf.

Es fehlt Wasser

Menke zeigt auf eine Birke, ihre Blätter sind braun – der Baum ist tot. „Viele Bäume können einfach nicht mehr, weil ihnen das Wasser fehlt“, stellt der Stadtförster nüchtern fest. Andere Bäume verlieren an Standfestigkeit, weil ihre Wurzeln nicht mehr in die Tiefe, sondern in die Breite wachsen, um besser an Oberflächenwasser zu kommen. „Da reicht ein mittelschwerer Sturm“, sagt Menke, „und sie stürzen um.“

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Foto: Grafik: Lisa Stetzkamp

Immerhin: Wo Fichten oder andere Bäume verschwinden, lassen sie keine Ödnis zurück. Anfang der 1990er-Jahre hatte sich die Stadt entschieden, die Nadelwälder Schritt für Schritt in widerstandsfähigere Mischwälder umzuwandeln. Und so wachsen nun Ahorne, Rotbuchen, Robinien und andere Arten dort nach, wo zuvor Fichten gestanden haben. Münsters Wälder werden in der Zukunft nicht verschwinden, aber anders aussehen als heute.

Sorge um Stadtbäume

Für Menke ist das nur ein schwacher Trost, zumal auch die Laubbäume zunehmend unter Parasiten leiden, die es ohne Hitze und Trockenheit nicht gäbe. Er zeigt in Baumkronen, die nur noch aus vertrockneten Blättern bestehen, zeigt auf Bäume, denen man auf den ersten Anblick ansieht, dass sie nicht gesund sind. Zur Sorge um die Wälder kommt die Sorge um 110.000 Stadtbäume. „Auch sie leiden zunehmend unter der Trockenheit“, sagt Menke.

Vier Wochen Regen und mäßige Temperaturen, das würde vielleicht helfen, betont der Stadtförster. Doch so ein Wetter ist nicht in Sicht. Bis zu 40 Grad sagen die Meteorologen für Donnerstag voraus. Das Leiden der Wälder wird also weitergehen.

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