Arbeiten im St.-Paulus-Dom
Das "Paradies" wird saniert

Münster -

Der Haupteingang des Doms, das sogenannte Paradies, wird bis Oktober saniert. Unter anderem wird der Boden erneuert. Und auch um die mittelalterlichen Skulpturen werden sich Experten kümmern.

Dienstag, 30.07.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 30.07.2019, 07:10 Uhr
Das Paradies – der Haupteingang des Doms – wird derzeit saniert. Unter anderem wird ein neuer Fußboden verlegt. 
Das Paradies – der Haupteingang des Doms – wird derzeit saniert. Unter anderem wird ein neuer Fußboden verlegt.  Foto: ah

Bauzäune versperren derzeit den Haupteingang des Domes, das sogenannte Paradies an der Südseite des Gotteshauses. Bis Oktober wird es umfassend saniert. Das Bistum Münster investiert eine halbe Million Euro.

Im Innenbereich laufen die Arbeiten bereits auf Hochtouren. Ein Großteil der Bodenplatten ist verschwunden, sie stammten aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg und waren zuletzt in schlechtem Zustand, berichtet Sabine Friedrich von der Abteilung Bauunterhaltung des Bistums. Auf jenen Platten, die noch liegen, sind etliche Risse und Absplitterungen zu erkennen.

Unter Beobachtung der Archäologen

Der nunmehr frei liegende Untergrund wird regelmäßig von Archäologen der Stadt Münster in Augenschein genommen, berichtet Dombaumeisterin Anette Brachthäuser . Das Paradies, dessen Baugeschichte im 13. Jahrhundert beginnt, sei nämlich nicht nur ein Bau-, sondern auch ein Bodendenkmal. Bislang, so Brachthäuser, seien aber noch keine nennenswerten Funde ans Tageslicht gekommen.

Ebenfalls aus dem 13. sowie aus dem 16. Jahrhundert stammt der Figurenschmuck im Paradies. Die zwölf Apostel sind hier vertreten, ein Fries erinnert an den Heiligen Paulus, also den Namenspatron des Bauwerks. Die Skulpturen werden in den kommenden Monaten gereinigt, berichtet Friedrich.

Reinigen oder austauschen?

Daneben werden die Außenmauern des Haupteingangs zum Dom überarbeitet. Das Gerüst steht bereits, die Arbeiten sollen in Kürze starten. Zuvor wird die Südfassade von Denkmalschützern der Stadt und der Bezirksregierung in Augenschein genommen, erläutert die Dombaumeisterin. In enger Abstimmung werde dann entschieden, welche Steinelemente nur gereinigt, welche in Teilen ersetzt und welche komplett ausgetauscht werden.

West- und Ostfassade des Doms waren bereits vor einigen Jahren saniert worden. Im Zuge der aktuellen Sanierung werden die fünf Fenster der Südfassade gereinigt und anschließend von außen mit einer Schutzverglasung gesichert.

Keine Routine-Arbeit

Schließlich werden auch die Außentüren des Paradieses überarbeitet. Sie sind verunreinigt, einige Verzierungen wackeln. Kein Wunder, dass die Türen nicht in allzu gutem Zustand sind, betont Friedrich: „Schließlich stehen sie fast das ganze Jahr über offen.“

Für Brachthäuser sind die Arbeiten alles andere als Routine, sondern „eine Herausforderung“: „Schließlich wissen wir nicht, wie genau es unter den Bodenplatten aussieht.“ Überraschungen scheinen also noch nicht ausgeschlossen.

Der Dom ist natürlich weiterhin erreichbar – durch die Eingänge an der Westseite, am Uhrenportal und an der Marienkapelle (Horsteberg). Im Oktober soll dann auch das Paradies wieder zugänglich sein.

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