Aufblasbare Leinwand vor 25 Jahren erfunden
Airscreen-Modelle stehen auf Felsen und in der Wüste

Münster -

1994 wurde die erste aufblasbare Leinwand der Welt erfunden. Eine solche Leinwand des münsterischen Unternehmens Airscreen ist auch der Mittelpunkt des Freiluftkinos vor dem Schloss. Die Airscreen Company aus Münster vertreibt die Leinwände heute weltweit.

Freitag, 09.08.2019, 11:00 Uhr
Christian Kremer
Christian Kremer Foto: Airscreen

Er habe sich selbst etwas erschrocken, sagt Christian Kremer , dass das Kinovergnügen vor dem münsterischen Schloss mit der aufblasbaren Leinwand schon 20 Jahre existiert. 1999 erweckte der Geschäftsführer und Inhaber der Firma Airscreen das Freiluftkino in Münster zum Leben. Bis zum Jahr 2005 begleitete er die Veranstaltung vor dem Schloss, das heute von Familie Esch von den Münsterschen Filmtheaterbetrieben betrieben wird.

Aufblasbare Leinwände, sagt Kremer, existieren dagegen schon 25 Jahre. 1994 wurde die erste Leinwand dieser Art, wie sie auch in Münster eingesetzt wird, erfunden, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens Airscreen, das seit 2001 in Münster existiert.

Prototyp von 1994

Die international agierende „Airscreen Company“ hat ihren Sitz am Hafen und beschäftigt in Münster fünf Mitarbeiter. Das Unternehmen produziert und vermarktet die aufblasbaren Leinwände und ist mittlerweile weltweit in mehr als 120 Ländern tätig. Sei es beim Filmfestival auf dem Markusplatz in Venedig, an den Stränden der Karibik in Cancún oder in den Parks und Straßen von San Francisco.

1994 entstand ein erster Prototyp der aufblasbaren Leinwand – gebaut von dem Techniker Günter Ganzevoort. Eine Weltneuheit im Bereich der mobilen Bildwände war erfunden, die vormals durch ein arbeitsintensiv aufzubauendes Gerüst getragen wurden, betont Christian Kremer, der seit 2003 Geschäftsführer und Gesellschafter von Airscreen ist.

Bis zu 40 Meter breit

„Der Zeitpunkt war ideal, da in diesen Jahren in Deutschland der Open-Air-Kino-Boom seinen Anfang nahm.“ Um der Nachfrage nach Freiluftkinos, Autokinos und Übertragungen von Sportveranstaltungen nachzukommen, wurde ein Netzwerk aufgebaut. Immer häufiger wird in letzter Zeit dabei auch das Autokino gebucht, heißt es.

Die verschiedenen Modelle der Leinwand sind zwischen drei und 40 Meter breit. Die Kernmärkte für das Unternehmen, das in Marburg gegründet wurde, liegen nach eigenen Angaben in USA, Mexiko und den südeuropäischen Ländern. Kremer: „Unsere Exportquote liegt momentan bei fast 90 Prozent.“

Premiere auf einem Felsvorsprung

„Einen Airscreen bei 45 Grad Celsius im Schatten in der Wüste Arabiens aufzubauen, verlangt unseren Technikern manchmal schon einiges ab“, so Kremer. Möglichen Locations seien aber (fast) keine Grenzen gesetzt. Jüngst fand zum Beispiel die Premiere von „Mission Impossible 6“ auf einem Felsvorsprung in einem norwegischen Fjord statt.

Direkt neben der Leinwand ging es senkrecht über 600 Meter in die Tiefe. „Ein englischer Kunde“, so Kremer, „veranstaltet ein „Rooftop-Cinema“ über den Dächern Londons. Andere transportieren Leinwand und Projektor im Einbaum über den Amazonas in Peru und Kolumbien und organisieren Open-Air-Kino – unterstützt mit Geldern der Unesco.  

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