Gedenkveranstaltung am Sonntag
Franciszek Banas und Waclaw Ceglewski – hingerichtet in den Bockholter Bergen

Münster -

Zwei polnische Zwangsarbeiter wurden vor 77 Jahren in den Bockholter Bergen, unweit der Rieselfelder, hingerichtet. In Erinnerung an die grausame Tat findet am Sonntag eine Gedenkveranstaltung statt.

Samstag, 10.08.2019, 16:00 Uhr
Im Naturschutzgebiet Bockholter Berge unweit der Rieselfelder wurden 1942 Franciszek Banas (Foto) und Waclaw Ceglewski hingerichtet.
Im Naturschutzgebiet Bockholter Berge unweit der Rieselfelder wurden 1942 Franciszek Banas (Foto) und Waclaw Ceglewski hingerichtet. Foto: kal

Im beschaulichen Naturschutzgebiet Bockholter Berge unweit der Rieselfelder trafen am 14. August 1942 mehrere Autos aus Münster ein. Neben Gestapo-Leuten und Zivilisten stiegen zwei Männer aus, deren Hände auf dem Rücken gefesselt waren: Franciszek Banas (28) und Waclaw Ceglewski (21). Nach Verlesung eines Schreibens wurde den beiden ein Strick um den Hals gelegt, dann wurden sie gehängt. Ihre sterblichen Überreste kamen ins Anatomische Institut der Universität, später wurden sie auf dem Grevener Friedhof bestattet.

Warum mussten die beiden Männer sterben? Der münsterische Historiker Christoph Leclaire beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit NS-Zwangsarbeitern im Münsterland. „Dabei lag mir besonders das Schicksal von Banas und Ceglewski am Herzen“, berichtet der 54-Jährige. Inzwischen hat er auch schon Gedenkveranstaltungen für die beiden hingerichteten Polen initiiert. Die nächste findet am Sonntag (11. August) um 15 Uhr in den Bockholter Bergen statt.

Tausende Zwangsarbeiter im Münsterland

Tausende Zwangsarbeiter wurden während des Zweiten Weltkrieges in Münster und im Münsterland eingesetzt. „Polnische und sowjetische Zwangsarbeiter waren von der Verfolgung am stärksten betroffen. Schon bei ,Disziplinlosigkeit‘ oder ,Unlust‘ wurde die Gestapo eingeschaltet“, berichtet Le­claire. Den Zwangsarbeitern drohte dann die Einweisung in ein Arbeitslager oder ins KZ – oder sogar eine „Sonderbehandlung“: Todesstrafe ohne Gerichtsverfahren.

Stolperstein-Projekt

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  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
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  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
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  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
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  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: privat
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: privat
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz
  • Die Azubis der Grevener Stadtverwaltung haben das Projekt Stolpersteine vorbereitet und eine Ausstellung dazu konzipiert. Foto: Monika Gerharz

So war es vermutlich auch bei Franciszek Banas und Waclaw Ceglewski, die wohl hingerichtet wurden, weil sie freundschaftlichen Kontakt, vielleicht sogar eine Beziehung zu deutschen Frauen hatten – was im Dritten Reich als besonders verwerflich galt. Bevor sie in den Bockholter Bergen gehängt wurden, hatten sie bereits mehrere Monate in den Händen der Gestapo verbracht, berichtet Leclaire. Bei der Hinrichtung waren neben einigen Deutschen auch polnische Zwangsarbeiter vor Ort. „Die Nazis wollten damit klar machen, dass sich beide Seiten nicht aufeinander einlassen sollten“, vermutet der Historiker.

Erinnerungen wachhalten

Hinrichtungen seien kein Einzelfall gewesen, betont Leclaire. „In Münster wurden viele Zwangsarbeiter ermordet, im Innenhof des Landgerichts, im Polizeigefängnis am Syndikatsplatz, in der Justizvollzugsanstalt am Bohlweg“ – um nur einige Orte zu nennen. Die Gründe waren in der Regel banal, einen Prozess gab es meist nicht.

Die Recherchen zu der Hinrichtung von Banas und Ceglewski führten Leclaire nicht nur in Archive – sondern auch nach Polen, wo er Nachfahren von Franciszek Banas traf. Sie gaben Leclaire ein Foto des Verwandten, so bekam zumindest einer der beiden Toten aus den Bockholter Bergen mit einem Mal ein Gesicht.

„Ich hoffe, dass mir das bei Ceglewski auch noch gelingt“, sagt Leclaire, dessen Ziel es ist, mit seinen Recherchen die Erinnerung an eine schreckliche Vergangenheit wachzuhalten.

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