„Münster vor Ort“ am Wochenende in Kinderhaus
Zwischen Dorfidylle und Wohnexperiment

Münster -

Wer in Münster auf der Suche nach architektonischen Besonderheiten ist, der kommt vermutlich nicht als Erstes auf Kinderhaus. Dabei hat der größte Stadtteil im Norden eine ganze Reihe öffentlicher und privater Bauten zu bieten, die in vielerlei Hinsicht experimentell sind. Die „Münster vor Ort-Touren am Wochenende (23. bis 25. August) geben einen guten Überblick.

Dienstag, 20.08.2019, 14:00 Uhr
Schulzentrum Kinderhaus: Blick von der Arena auf das pädagogische Zentrum, 1980/81 eröffnet. Derzeit wird es denkmalgerecht saniert.
Schulzentrum Kinderhaus: Blick von der Arena auf das pädagogische Zentrum, 1980/81 eröffnet. Derzeit wird es denkmalgerecht saniert. Foto: Stefan Rethfeld

Die „Münster vor Ort“-Touren ziehen weiter nordwärts. Am kommenden Wochenende (23. bis 25. August) können Architekturinteressierte Kinderhaus entdecken.

Als größter Stadtteil im Norden der Stadt bietet er überraschend viele Architekturexperimente, die sich in Einzelhäusern und Wohnsiedlungen sowie in öffentlichen Bauten, darunter ver schiedene Schulzentren, Kul turbauten und einem Bürgerzentrum samt Schwimmbad finden lassen.

Ein Haus für die „siechen Kin der Gottes“

Ebenso gut ablesbar sind die Entwicklungsschübe des über 15 000 Einwohner zählenden Stadtteils. Namensgebend wurde die Errichtung eines Hauses für die an Lepra erkrankten „siechen Kin der Gottes“ ab 1326 in der Talaue des heutigen Kin­der baches – weit vor den Toren der Stadt.

Aus diesem „Kinderhaus“ entwickelte sich später der Name des Stadtteils, der jedoch erst Jahrhunderte später mit der Eingemeindung 1903 vorstädtische Züge annahm. Flurnamen wurden zu Straßennamen, alte Güter oder Schulzenhöfe wie Gassel oder Idenbrock zu Benennungen zen­traler Straßenzüge.

Boom-Stadtteil der 60er- und 70er-Jahre

Auch in den 1950er-Jahren wuchs Kinderhaus um weitere Wohnstraßen. Doch erst hochverdichtete Wohnprojekte der 1960er- und 70er-Jahre ließen Kinderhaus zum Boom-Stadtteil werden. Die Nordwestschleife (1972-78) rund um den Sprickmannplatz mit bis zu zwölfgeschossigen Mehrfamilienhäusern stellte das Kernstück dieses Plans dar.

Auch wenn diese Pläne schnell Kritik auf sich zogen, lohnt noch heute ein genauer Blick auf einzelne Anlagen. So lassen sich im Block der Arnethstraße individuell gestaltete „Häuser im Haus“ von Architekt Friedrich Spengelin erkennen.

Auch das Schulzentrum, das 1980/81 nach Plänen von Harald Deilmann in den Münster-Farben Rot-Weiß-Gelb entstand, bietet mit Innen- und Außenflächen ungewöhnliche Raumfolgen.

Die weiteren Touren führen Mitte September zum Bröderichweg und schließlich im Oktober nach Sprakel.

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Tickets für die dreieinhalbstündige Tour unter der Leitung des Architekten und Autoren Stefan Rethfeld am Freitag (23. August) um 15 Uhr sowie am Samstag und Sonntag (24./25. August) jeweils um 11 Uhr sind im Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13 erhältlich. Treffpunkt ist die St.-Josef-Kirche, Kinderhaus 14.

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