Kleingärten frei
Pioniere für Kleingartenanlage gesucht

Münster -

Die Kleingartenanlage „Damaschke“ an der Wolbecker Straße wächst. Neun neue Gärten sollen verpachtet werden. Die Holzhäuser stehen bereits. Nun werden „Pioniere“ im Kleingartenwesen gesucht.

Dienstag, 20.08.2019, 21:00 Uhr
Horst Stronk zeigt den neuen Teil der Anlage „Damaschke“, zu dem auch ein Spielplatz gehört. Bettina Sauer (kleines Foto) freut sich über den Neustart in ihrer neuen Parzelle, auf der auch ein neues Holzhaus steht.
Horst Stronk zeigt den neuen Teil der Anlage „Damaschke“, zu dem auch ein Spielplatz gehört. Bettina Sauer (kleines Foto) freut sich über den Neustart in ihrer neuen Parzelle, auf der auch ein neues Holzhaus steht. Foto: gh

Die Kleingartenanlage „Damaschke“ an der Wolbecker Straße wächst. Neun neue Gärten sollen verpachtet werden. Die Holzhäuser stehen auf jeweils rund 300 Quadratmeter großen Grundstücken, die noch nicht bepflanzt sind. Darum werden jetzt „Pioniere“ im Kleingartenwesen gesucht.

Gärten mussten Straßenbau weichen

Horst Stronk , Vorsitzender des Stadt- und Bezirksverbandes Münster der Kleingärtner, hofft, dass die Baustelle „Damaschke“ bald beendet sein wird. Über etliche Jahre zogen sich die Veränderungen in der Anlage hin. Einige Gärten mussten im Zuge des Ausbaus der Umgehungsstraße aufgegeben werden, dafür wurden neue Parzellen angelegt.

Sechs Kleingärtner aus der Anlage Friedland an der Dingstiege, ebenfalls betroffen vom Ausbau der Umgehungsstraße B 481n, siedelten dagegen in die „Damaschke“-Anlage um. Sie wurden vom Stadtverband laut Stronk mit einer Umzugspauschale von 600 Euro unterstützt. Allein in Friedland, erzählt der Verbandsvorsitzende, seien aufgrund der Baumaßnahmen 38 Gärten weggefallen. Der Straßenbau schlägt eine Schneise mitten durch die Gärten.

Anlage in zwei Teile geteilt

Der Stadtverband habe für Ersatz sorgen müssen, aber viele der Gärtner hätten aus Altersgründen aufgegeben, anderswo gepachtet oder innerhalb von Friedland getauscht, erzählt Stronk. Die Anlage Friedland an der Dingstiege wird künftig bedingt durch den Straßenbau in zwei Teile geteilt sein. Wobei die Gärtner auf der östlichen Seite demnächst nur noch über eine Brücke zum Vereinsheim gelangen können. Für diese Gärtner soll eine zusätzliche Toilettenanlage gebaut werden, so Stronk.

Der Umzug und die Teilung von Friedland beschäftigt den Stadtverband seit dem Jahr 2004, seitdem sei den Gärtnern – um alle Fristen zu wahren – drei Mal gekündigt worden. Zuletzt im Jahr 2016 mit der Option, die Gärten bis Herbst 2018 bewirtschaften zu können. Dann war Schluss, sechs Friedländer zogen in die „Damaschke“-Anlage um. Benachbarte Ackerflächen neben der Umgehungsstraße wurden dafür als Dauerkleingartenanlage neu ausgewiesen.

Vom Steinhaus ins Holzhaus

Rund 11 000 Euro kostet jeweils eines der neuen Holzhäuser in „Damaschke“. Die Kleingärtner selbst müssen rund 3500 Euro fürs Häuschen zahlen, den Innenausbau tragen und sich für mindestens fünf Jahre verpflichten. Strom und Wasser, Zäune und Hecken sind Standard in den Gärten, die momentan noch brach liegen.

Bettina und Ludger Sauer beackern bereits eine solche Fläche. Das Ehepaar, das seit 25 Jahren in „Damaschke“ einen Kleingarten besitzt, musste ebenfalls der Zufahrt zur Umgehungsstraße weichen. Vorrübergehend kam das Ehepaar in einem Ersatzgarten unter, jetzt freut sich Bettina Sauer über den Start im neuen Garten. Die Umstellung vom Steinhaus auf das Holzhaus sei ihr anfangs schwer gefallen, erzählt sie. Der Innenausbau sei komplett, jetzt fehle nur noch der Anstrich. Die Kleingärtnerin hofft, dass möglichst schnell auch der Wall der Umgehungsstraße bepflanzt wird, um die Distelplage loszuwerden.

Kartoffeln, Tomaten und Gemüse gedeihen aber schon, die Ernte ist gut. Und ohne ihren Kleingarten könne sie einfach nicht, meint die 53-Jährige.

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