Quereinsteiger in die Pflege
Neustart in der Pflege – mit 55 Jahren

Münster -

Ulrich Herfert traut sich. Mit 55 Jahren steckt der gelernte Zerspannugnsmechaniker mitten in einer neuen Ausbildung. Er wird Altenpfleger.

Donnerstag, 22.08.2019, 20:00 Uhr
Ulrich Herfert absolviert noch einmal eine Ausbildung zum Altenpfleger. Früher war er im Handwerk beschäftigt.
Ulrich Herfert absolviert noch einmal eine Ausbildung zum Altenpfleger. Früher war er im Handwerk beschäftigt. Foto: gh

„Ich habe als Zerspannungsmechaniker sehr gut verdient“, zieht Ulrich Herfert Bilanz. Trotzdem sattelte der 55-Jährige beruflich um. Nicht zuletzt, weil die Metallbranche gewissen Schwankungen unterliege, aber auch – und das war der eigentliche Grund für ihn – weil er durch seine Frau Kontakte zum Patientenbegleitdienst bekam. Der Funke sprang über. Ulrich Herfert absolviert seit 2017 eine Ausbildung zum Altenpfleger und ist beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Münster beschäftigt.

Das persönliche Fazit des Quereinsteigers nach knapp zwei Jahren: „Die Pflege macht mehr Spaß.“ Es liege nicht nur am Geld, Herfert liebt nach eigenen Angaben vor allem die Arbeit mit Menschen und das Arbeiten im Team.

Rückkehr auf die Schulbank fällt schwer

Ulrich Herfert ist motiviert, aber er sagt auch, dass ihm die Rückkehr auf die Schulbank durchaus nicht leicht falle. Vor allem in den Fächern, die nicht direkt mit der Pflege zu tun haben. Aber der 55-Jährige, der zunächst als Hilfskraft beim ASB in der Pflege tätig war, um zu sehen, ob dieser Beruf für ihn geeignet ist, beißt sich durch. Er weiß, dass alles eine Sache der Übung ist. „Die Handgriffe lernt man.“

Die Agentur für Arbeit in Münster und der Arbeiter-Samariter-Bund ermöglichten dem Quereinsteiger den Neustart. Während der Ausbildung besucht Herfert jetzt das Fachseminar für Altenpflege im Bildungsinstitut im Zentrum Nord in Münster. Parallel arbeitet er alle 14 Tage am Wochenende für den ASB und ist in der ambulanten Pflege tätig.

Als krisensicher bezeichnet der angehende Altenpfleger seine neue Aufgabe. Und er sei glücklich, wenn er den Menschen helfen könne. „Für viele Menschen ist es am Tag ein Highlight, wenn wir kommen.“ Bei vielen Kunden würden sie wie ein Familienmitglied behandelt.

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