„Open Piano“ für den guten Zweck
Alle können spielen, alle können zuhören

Münster -

Ein Klavier, ein Klavier: Die Organisation „Open Piano for Refugees“ hat einen frei zugänglichen Flügel auf der Ludgeristraße platziert. Nicht ohne Wirkung, nicht ohne Hintergrund.

Donnerstag, 22.08.2019, 22:00 Uhr
Ganz verschiedene Menschen zieht es an das Open Piano. Leon Jaecel (25) ist Musikpädagogik-Student und möchte seinen Teil dazu beitragen, dass das Projekt auch in Münster gut ankommt.
Ganz verschiedene Menschen zieht es an das Open Piano. Leon Jaecel (25) ist Musikpädagogik-Student und möchte seinen Teil dazu beitragen, dass das Projekt auch in Münster gut ankommt. Foto: Oliver Werner

Die Melodie des Klavier-Meisterstücks „River flows in you“ von Yiruma hallt über den Vorplatz der Ludgeri-Kirche. Viele Münsteraner bleiben neugierig stehen. Einige holen ihre Handys heraus und filmen. Die Passanten sind begeistert und spenden beim Abschluss des Liedes Applaus, einige auch ein bisschen Geld. „Ganz große Klasse“, ruft eine Dame und reckt den Daumen nach oben.

Auf den ersten Blick wirkt es wie die Darbietung eines x-beliebigen Straßenkünstlers. Ein schwarzes Piano steht auf der Ecke vor der St. Ludgeri-Kirche, quer gegenüber von Nanu-Nana und McDonald‘s. Davor ein offener Gitarrenkoffer, in dem sich das Kleingeld zu stapeln beginnt.

Premiere für Münster

Dabei handelt es sich um eine Aktion der Organisation „Open Piano for Refugees“, die frei zugängliche Flügel an öffentlichen Orten platziert. Alle können spielen, alle können zuhören. Gefördert werden soll dadurch die gesellschaftliche Teilhabe von sozial benachteiligten Menschen. In Münster ist das Projekt an diesem Wochenende zum ersten Mal.

Gerade haut Leon Jaecel in die Tasten. Der 25-jährige Musikpädagogik-Student aus Münster findet die Idee super: „Wenn man sich mal für eine gute Sache einbringen kann, dann sollte man das auch tun.“ Morgen kommt er wieder, denn gerade hat er mitbekommen, wie ein anderer seine WG zusammentrommelt und mit einem Kontrabass wiederkommen wird. „Da bin ich auf jeden Fall dabei“, sagt er.

Für den guten Zweck

Der Erlös aus dem Gitarrenkoffer fließt genauso wie sonstige Spenden in das seit 2018 existierende, soziale Musikinstitut DoReMi in Wien. Dort wird die Inklusion von geflüchteten und sozial benachteiligten Menschen (mit und ohne Migrationshintergrund) gefördert, sodass sie sich Musikunterricht leisten können. Inzwischen kann das Institut in seinem dritten Semester 160 Schüler unterrichten.

Der Grund für die Aktion sind aber natürlich nicht nur Spendengelder. „Menschen sollen sich hier begegnen, Spaß haben und Grenzen von Land, Sprache und Religion überwinden“, sagt Mario Takac, ein ehernamtlicher Helfer aus Wien.

Der Flügel wird noch bis Sonntag (25. August) täglich vor der St. Ludgeri-Kirche von 12 bis 21 Uhr zu finden sein.

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