Wolbecker Straße: Brücke über B 51 abgerissen
Das große Knabbern läuft wie am Schnürchen

Münster -

Nur sieben Stunden haben knapp 30 Arbeiter in der Nacht zum Samstag benötigt, um die alte Brücke der Wolbecker Straße über die Umgehungsstraße B 51 in handliche Trümmer zu zerlegen.

Samstag, 24.08.2019, 12:01 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 13:24 Uhr
Wolbecker Straße: Brücke über B 51 abgerissen: Das große Knabbern läuft wie am Schnürchen
Rund 300 Kubikmeter Beton und Stahl mussten dem Boden gleich gemacht werden. Foto: Helmut Etzkorn

Wie beißfreudige Drachenköpfe wirken und knabbern sich die Betonscheren an den Auslegern der vier Hydraulikbagger durch den Beton, von massiven Erdstößen begleitet, hämmern sich die Feldmeißel in den Stein und überall staubt es gewaltig: Nur sieben Stunden brauchen die knapp 30 Arbeiter, um in der Nacht zum Samstag die alte Brücke der Wolbecker Straße über die Umgehungsstraße B 51 in handliche Trümmer zu zerlegen.

„Es läuft wie am Schnürchen, die Überführung ist gar nicht ein so zäher Brocken, wie wir erwartet haben“, meint Antonio Josefs von der Bauüberwachung des Landesbetriebs Straßenbau um kurz vor Mitternacht. Auf der Behelfsbrücke nebenan läuft der Verkehr weiter, an den Bauzäunen stehen rund 50 Schaulustige und machen mit ihren Handys Bilder vom großen Knabbern an der 26 Meter langen Einfeldbrücke von 1960.

Zuerst sind die Geländer demontiert worden, danach schrappt eine Fräse den Fahrbahnasphalt ab. Rund 300 Kubikmeter Beton und Stahl müssen in der Nacht dem Boden gleich gemacht werden. Auf der voll gesperrten Bundesstraße liegen ein Sandpolster und ein Vlies, damit die herabfallenden Betonteile nicht die Straßendecke durchschlagen.

Ab 21 Uhr haben wir richtig draufgehauen.

Antonio Josefs (Landesbetrieb Straßenbau)

„Ab 21 Uhr haben wir richtig draufgehauen, aber die eigentliche Arbeit beginnt erst am Samstag“, so Josefs. Wesentlich zäher sind die Beton-Widerlager, auf die früher einmal die Brücke aufgelegt war. Da muss schon die Abrissbirne aus Stahl ran, um die Wände der Festung, die 60 Jahre lang rund 300.000 Fahrzeuge im Monat aushalten musste, nachhaltig erschüttern und bis auf Straßenniveau abbrechen zu können. Am Samstag standen Reinigungsarbeiten auf der B 51 an. Rund 800 Tonnen Bauschutt mussten weggeräumt und abtransportiert werden, damit der Verkehr am Sonntag wieder planmäßig über die Umgehung laufen kann (Sonntags-Update: Die B 51 ist für den Verkehr wieder freigegeben).

Für die Autofahrer, die nicht schon frühzeitig den Umleitungen gefolgt sind und nun in der Schlange vor der letzten Ausfahrt Wolbecker Straße stehen, ein imposantes Schauspiel. Trotz Großbaustelle und Lärm, der den Anwohnern an Lohaus- und Damaschkeweg den Schlaf in den sommerlich warmen Wochenendnächten raubt, halten sich die Verkehrsbeeinträchtigungen in Grenzen.

Sandra Beermann, Sprecherin beim Landesbetrieb Straßenbau, führt das auf die umfangreichen Infomaßnahmen der Behörde zurück. „Wir haben rechtzeitig informiert, viele Vorwegweiser aufgestellt und die Umleitungen über Wolbeck sind gut ausgeschildert“, so Beermann.

Brücken-Neubau bis Mitte 2020

In den kommenden Wochen stehen eine weitere Kampfmittelsondierung im Bereich der Brücke sowie kleinere Abbrucharbeiten an, anschließend kann mit dem Neubau der Brücke, die eigene Abbiegespuren auf die bald vierspurige Umgehung bekommt, begonnen werden. Mitte 2020 soll sie für den Verkehr freigegeben werden, so lange rollt der Verkehr über die Behelfsbrücke aus Stahlbeton. Mitte 2021 will der Landesbetrieb mit allen Arbeiten am Knotenpunkt fertig sein, die Kosten liegen bei rund zehn Millionen Euro.

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