Das Schiller-Gymnasium pflegt noch das Altgriechische
Münsters letzte Philhellenen

Münster -

Während andere Englisch, Französisch, Spanisch, Latein oder vielleicht sogar Chinesisch lernen, entscheiden sich ein paar Oberstufenschüler für Altgriechisch. Lernen können sie das in Münster nur noch im Schillergymnasium.

Mittwoch, 28.08.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 28.08.2019, 12:20 Uhr
Lehrer Guido Gunderloch mit seinen Altgriechischschülern am Schiller-Gymnasium
Lehrer Guido Gunderloch mit seinen Altgriechischschülern am Schiller-Gymnasium Foto: Vera Szybalski

Es ist wie eine Reise in eine längst vergangene Welt, die Welt von Homer, Platon und Plutarch und damit zu den Wurzeln der westlichen Kultur. Die „Reisegruppe“ bestand im vergangenen Schuljahr aus sieben Schülern. „Reiseleiter“ war Guido Gunderloch, der Lehrer des Griechischkurses am Schillergymnasium in Münster. Im kommenden Schuljahr leitet Dr. Dörte Teske den Kurs.

Offen für alle Schüler

Während andere Englisch, Französisch, Spanisch, Latein oder vielleicht sogar Chinesisch lernen, entscheiden sich ein paar Oberstufenschüler für Altgriechisch. Der Kurs steht allen Schülern offen, die in Münster auf ein Gymnasium oder zur Gesamtschule gehen. Im kommenden Schuljahr besteht der Kurs wohl aus mehr als 15 Schülern. Dennoch kommt er nicht jedes Jahr zustande. Er sei nur wenig bekannt, sagt Lehrer Guido Gunderloch: „Das erreicht wohl nicht jeden Schüler.“

Es ist eine bunte Mischung, die im vorherigen Schuljahr zusammengekommen ist: Vom Schiller-Gymnasium kommen Schüler ebenso wie vom Kardinal-von-Galen-Gymnasium Hiltrup, dem Paulinum, dem Schlaun- und dem Hittorf-Gymnasium. Mit Caterina Battaglia nimmt sogar eine Schülerin aus Florenz am Kurs teil. Zumindest für zweieinhalb Monate, so lange ist sie in Münster zu Gast.

Grundlegende Fragen im Blick

Die Gruppe beansprucht nur einen kleinen Teil des Klassenzimmers für sich. An einem Gruppentisch sitzen sie dort vor einem Text von Xenophon. Die Schüler lesen die Sätze auf Altgriechisch vor, übersetzen sie ins Deutsche und suchen stilistische Mittel im Text, die sie interpretieren. Sie widmen sich grundlegenden Fragen: Was ist die Welt? Was ist der Mensch? Es ist ein anderer Zugang als bei modernen Sprachen.

Die großen Linien werden deutlich, Zusammenhänge klar.

Guido Gunderloch, Lehrer des Griechischkurses

„Wir lesen viel weniger, aber genauer“, sagt Gunderloch. Kein anderes Fach blickt auf 3000 Jahre Geschichte zurück. „Die großen Linien werden deutlich, Zusammenhänge klar“, sagt Gunderloch. „Wir durchleuchten die Kultur von innen. Die Botschaften der Texte stehen in dem Unterricht im Vordergrund.“ Es bestehe zudem noch ein praktischer Nutzen, sagt Gunderloch: Die Schüler erarbeiten sich ein sprachliches Feingefühl. „Das sind praktisch Originaltexte“, berichtet der Lehrer über den Lesestoff in seinem Unterricht. Antike Texte stehen im Mittelpunkt, „wirkliche Höhepunkte der Weltliteratur.“

Sprachen gehören am Schiller zum Schulprofil

Der Griechisch-Unterricht ist nicht Teil einer AG, sondern ein regulärer Kurs, der auch als Abi-Fach gewählt werden kann. Im Schiller gehören alte Sprachen zum Schulprofil, neben Griechisch können Schüler auch Hebräisch und Latein lernen. Übrigens: Gunderloch unterrichtet alle drei Sprachen. Griechisch kann zu Beginn der Oberstufe als neu einsetzende Fremdsprache gewählt werden. Der Kurs findet üblicherweise als Blockveranstaltung statt, schließlich müssen die Schüler für den Unterricht von ihrer jeweiligen Schule zum Schillergymnasium kommen. Zum Kurs gehört traditionell auch eine Griechenland-Fahrt. Die Schüler reisen an die Schauplätze der Texte, die sie im Unterricht lesen.

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