LBS stellt ihre Sammlung vor
Kunst von Weltrang am Aasee

Münster -

Kunst von Weltrang hängt normalerweise im Museum oder im Wohnzimmer wohlhabender Sammler. Dass auch die LBS an der Himmelreichallee eine Sammlung der Superlative besitzt, ist weniger bekannt. Beim Schauraum wird sie vorgestellt.

Mittwoch, 28.08.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 28.08.2019, 18:55 Uhr
Besucher der LBS werden in der Lobby von diesem Kunstwerk des weltberühmten US-Künstlers Frank Stella begrüßt.
Besucher der LBS werden in der Lobby von diesem Kunstwerk des weltberühmten US-Künstlers Frank Stella begrüßt. Foto: kal

Kaum hat man das Foyer der LBS an der Himmelreichallee betreten, blickt man auf Kunst von Weltrang. Hinter einer Sitzgruppe hängen zwei farbenfrohe Quadrate, „Double Gray Scramble“ heißt das Werk des US-amerikanischen Künstlers Frank Stella aus dem 1970. Es hat Museumsqualität, könnte auch im MoMA oder im Guggenheim Museum in New York hängen, zu deren Sammlungen etliche Stella-Werke zählen.

Skulpturen, Gemälde, Fotografien, Objekte

Nicht nur im Foyer der LBS befindet sich Kunst – sondern im gesamten Gebäude. Skulpturen, Gemälde, Fotografien, Objekte. Am Schauraum-Wochenende wird die Bausparkasse ihre beeindruckende Sammlung zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.

1969, also vor genau 50 Jahren, wurde der Grundstein für das von Harald Deilmann entworfene Gebäude gelegt. Er baute es für die West LB, der alte Zoo musste dafür vom Aasee an seinen heutigen Standort umziehen. Seit 2002 gehört die Immobilie der LBS. Sie kaufte damals nicht nur den einstigen West-LB-Sitz, sondern auch deren Kunstsammlung.

Schauraum 2018: Die Highlights vom Samstagabend

1/57
  • Höhepunkt des Schauraums ist die Nacht der Museen und Galerien, die traditionell auf dem Roten Platz ihren Ausklang findet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Bis tief in die Nacht hinein ist hier noch ein Abschlusstänzchen möglich.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Durchgehend von der Salzstraße über den Ehrenhof in den Erbdrostenhof decken die Gastronomen die lange Tafel, öffnen die barocken Tore und...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... verzaubern den Platz mit italienischer Musik und stimmungsvollem Ambiente in eine italienische Piazza.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die folgenden Bilder zeigen die Höhepunkte des Schauraums am Samstagabend.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke

Wurzeln reichen bis ins Jahr 1970 zurück

Deren Wurzeln reichen bis ins Jahr 1970 zurück. Wesentlichen Anteil am Aufbau der Sammlung hatte der kunstsinnige West-LB-Chef Ludwig Poullain . Viele Exponate wurden in den folgenden Jahren in Abstimmung mit den Künstlern für einen konkreten Platz ausgewählt – darunter Henry Moores Bronze-Skulptur „Large Vertebrae“ (1974). Moore wollte dieses Werk zunächst gar nicht an ein Bank verkaufen, ließ sich allerdings von Poullain umstimmen, nachdem ihm dieser den heutigen Standort unweit der Aa gezeigt hatte.

Neben der Moore-Skulptur befinden sich weitere herausragende Kunstwerke in den Außenanlagen der LBS – darunter ein etwa 15 Meter hoher Brunnen, der 1976 von Heinz Mack geschaffen wurde. Wenn die Sonne scheint, erzeugt das Wasser einen wunderbaren Regenbogen. Gleich drei Werke von Friedrich Gräsel finden sich rund um das Gebäude: zwei Röhrenskulpturen sind unbeweglich, die dritte kann per Knopfdruck zum Tanzen gebracht werden. Die Technik ist komplex, entsprechend selten ist das Röhren-Ballett in Bewegung.

Sammlung ist kein Zufallsprodukt

Die Kunstwerke im Freien sind weithin sichtbar, jene im Gebäude nur für Mitarbeiter und Gäste der LBS. Die Zusammenstellung der Sammlung ist kein Zufallsprodukt. Der Schwerpunkt liegt auf Malerei und Objekten der konkreten Kunst sowie Stilrichtungen, die von ihr maßgeblich beeinflusst wurden – wie Op-Art und Minimal Art. Den geografischen Schwerpunkt bilden Werke von Künstlern, die in NRW geboren wurden, lebten oder arbeiteten. Der größte Teil der Werke wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren angeschafft, es gab aber auch Neuerwerbungen in den vergangenen 20 Jahren.

Die Liste der Künstler, deren Werke sich in der Sammlung der LBS befinden, ist lang – und beeindruckend. Neben Stellas Quadraten ist auch Ellsworth Kellys „Two panels blue-green“ Kunst von Weltrang. Der amerikanische Minimalist zählt zu den bedeutendsten US-amerikanischen Künstlern des 20. Jahrhunderts.

Stark vertreten ist die Gruppe „Zero“, zu der mit Otto Piene, Günther Uecker und Heinz Mack einige der bedeutendsten Künstler der Nachkriegszeit gehörten. Von Piene besitzt die LBS das Objekt „Metallisches Licht“, von Mack den Brunnen im Außenbereich und sein Gemälde „Die Kaskade der Farben“, von Uecker das Nagelbild „Hommage à Malevich“.

Große Namen sind vertreten

Weitere große Namen sind in der Sammlung vertreten: Jean Arp, Horst Antes, Max Bill, Alexander Calder, Eduardo Chillida, Joan Miró, Thomas Schütte, Victor Vasarely – um nur einige zu nennen. Für nicht wenige Künstler stellten die Ankäufe durch die West LB eine wichtige finanzielle Unterstützung am Beginn ihrer Karriere dar. Dass die meisten Namen der Künstler, deren Werke an der Himmelreichallee hängen, heute national und zu einem großen Teil sogar international bekannt sind, zeigt, mit wie großem künstlerischen Gespür die Sammlung einst aufgebaut wurde. Tatsächlich kümmerte sich noch bis vor wenigen Jahren eine eigene Kuratorin um die beeindruckende Kollektion.

Gegenständliche Werke sucht man bei der LBS vergeblich. Doch es gibt eine Ausnahme: In einem der Obergeschosse hängt neben einer Durchgangstür ein farbenfrohes, expressives Gemälde von Ernst Günter Hansing. Es stammt aus dem Jahr 1977 und zeigt jenen Mann, ohne den es diese Sammlung heute womöglich gar nicht geben würde: Ludwig Poullain, einstiger West-LB-Chef. „Ich kaufte die Bilder aus Lust und Freude“, sagte der Banker, der 2015 im Alter von 95 Jahren verstarb.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6882676?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Genehmigung ja – aber viele offene Fragen
Das Windrad in Loevelingloh, hier ein Foto aus der Zeit der Abschaltung, ist am 4. Oktober wieder ans Netz gegangen. Seitdem flammt auch wieder die Lärmschutzdebatte in der Nachbarschaft auf.
Nachrichten-Ticker