Nur noch zwei bis drei kritische Tage pro Jahr
Weniger Ozon – trotz heißerer Sommer

Münster -

Klimawandel, CO², Feinstaub, Erderwärmung: Es gibt so viel Grund zur Sorge. Nur vor Ozon – vor 25 Jahren schwer angesagt – fürchtet sich kaum noch jemand. Eine Sorge weniger?

Donnerstag, 29.08.2019, 08:00 Uhr
 
 Anstrengende körperliche Arbeit und Sport sollten jenseits der 180 Mikrogramm Ozon zurückgestellt werden, warnen Ärzte. Foto: Matthias Ahlke

Wenn heute vor Feinstaub und Stickoxiden in der Luft gewarnt wird, sind die gefährlichen Stoffe andere als vor rund 25 Jahren. In den 90er-Jahren waren Ozon-Warnungen beinahe zwangsläufige Begleiter heißer Sommertage. Davon ist jetzt, trotz deutlich heißerer Sommer, nichts mehr zu hören.

Kein Wunder, denn die Zahl der Tage, an denen die Ozon-Konzentration die Alarm-Grenze von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschreitet, ist drastisch zurückgegangen, erklärt Ralf Besler vom städtischen Umweltamt.

Luft deutlich weniger belastet 

Gab es in den Sommern der 90er noch jeweils rund zwölf Tage, an denen diese Grenze gerissen wurde, erreicht der Ozongehalt jetzt nur noch zwei bis drei mal pro Jahr einen so hohen Gehalt des Gases, das die Schleimhäute reizen kann. Anstrengende körperliche Arbeit und Sport sollten jenseits der 180 Mikrogramm Ozon zurückgestellt werden, warnen Ärzte

Der Rückgang der Ozon-Konzentration, die bei starker Sonneneinstrahlung steigt, hängt mit dem Gehalt verschiedener Stickoxide und flüchtigen Kohlenwasserstoffen in der Luft zusammen. Die Luft sei heute mit diesen Stoffen deutlich weniger belastet als vor über 20 Jahren, so Besler. Wurde seinerzeit zuverlässig bei 28 Grad Celsius die Alarmschwelle überschritten, geschehe das heute nur bei ganz extremer Hitze. In Münster war das 2019 bisher einmal der Fall. Am 25. Juli, das Thermometer zeigte 38,4 Grad, lag der Ozon-Wert bei 216 Mikrogramm.

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