Auszeichnung für Camper-Küche
Kochen aus dem Kofferraum

Münster -

Ferien mit dem eigenen Bulli sind extrem beliebt: Um die Freiheit auch auf engem Raum genießen zu können, hat Megan Lumer eine ganz besondere Camper-Küche entwickelt. Die wurde jetzt sogar prämiert.

Dienstag, 03.09.2019, 08:00 Uhr
Megan Lumer hat mit ihrem Gesellenstück den ersten Platz beim Wettbewerb „Die gute Form“ der der Kreishandwerkerschaft Münster belegt.
Megan Lumer hat mit ihrem Gesellenstück den ersten Platz beim Wettbewerb „Die gute Form“ der der Kreishandwerkerschaft Münster belegt. Foto: Jan-Niklas Kippelt und Marcel Klaus

Anhalten, wo immer man will, mit dem Nötigsten klarkommen und neue, aufregende Erfahrungen machen – in diesen Genuss kommen alle, die ihren Bulli zum Camper umbauen. Leben auf engstem Raum – diesem Umstand im Camper widmete sich Megan Lumer : Sie baute als Gesellenstück in ihrer Tischlerlehre eine Campingküche, die sich um 90 Grad aus dem Bulli herausdrehen und auseinanderschieben lässt. So schafft sie einen Platz zum Kochen außerhalb des Campers, geschützt von der Heckklappe. Mit dieser Idee gewann Megan den ersten Preis beim Wettbewerb „Die gute Form“ der Kreishandwerkerschaft Münster, wie die Fachhochschule Münster (FH) berichtet .

Megan Lumer nennt ihre Arbeit „travel kitchen“, und die kann sich sehen lassen: Die 22-Jährige hat sich für Stäbchensperr holz als Grund material, beschichtet mit Eichenfurnier und HPL (High Pres sure Laminate – Hoch drucklaminat) in mattem Schwarz, entschieden.

In 100 Stunden zu bauen

„Das ist robust, bleibt optisch aber ansprechend“, sagt sie. Die Arbeitsfläche besteht aus zwei Teilen, die sich auseinanderschieben lassen – zum Vorschein kom men Gasherd und Spül becken. Darunter haben zwei kleine verzinkte Schubladen aus massiver Eiche Platz, die über klassische Nutleisten geführt und so herausnehmbar und flexibel zu verwenden sind.

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Travel Kitchen Foto: FH Münster

„Die handgefertigte Eckverbindung ist eine Bedingung beim Bau eines Gesellenstücks“, erklärt Megan. Es darf zudem nicht größer als 1,5 Quadratmeter und muss in 100 Stunden zu bauen sein.

Durchkreuzte Pläne

Megan hat ihre Lehre in der Holzwerkstatt an der FH im Fachbereich Architektur gemacht. Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres fing sie mit dem Entwerfen an. Im Oktober stand dann das Grundkonzept, anschließend startete sie mit den detailreichen Schnittzeichnungen und ab Mai schließlich mit dem Bauen. „Der Prozess, von der ersten Idee und Skizze bis zur Umsetzung in der Werkstatt, war lehrreich und hat mir gezeigt, wie ich gerne arbeiten würde“, sagt Megan.

Ursprünglich hatte sie geplant, die „travel kitchen“ direkt in ihren Bulli einzubauen und loszufahren – auf eine längere Reise durch England. Das muss jetzt erst einmal warten. „Irgendwann nach der Ausbildung zu studieren war schon lange mein Plan“, erzählt sie.

Dafür bleibt sie auf dem Leonardo-Campus: Voraussichtlich im Wintersemester startet sie mit dem Designstudium an der FH. „Das bietet mir einfach viele Möglichkeiten, und meine Ausbildung ist eine tolle Grundlage. Eigentlich wollte ich ein Jahr Pause machen, aber irgendwie hat sich das jetzt anders ergeben“, sagt sie und lächelt.

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